Geldpolitik

Zinsanhebung in China

28. Oktober 2004 Die chinesische Zentralbank hebt zum ersten mal seit neun Jahren die Leitzinsen, um Investitionen einzuschränken, die die Investition schüren. Die Bank bezweckt mit der Maßnahe eine Minderung des Wirtschaftswachstums. Die schnelle Ausweitung der industrieellen Tätigkeiten im Land führte in der Energieversorgung in China zu schwerwiegenden Engpäßen.

Der Schlüsselzinssatz für einjährige Yuan-Kredite werde um 27 Basispunkte auf 5,58 Prozent angehoben und der Satz für einjährige Anlagen im gleichen Ausmaß auf auf 2,25 Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag mit.

„Chinas Anreize, die Inflation zu vermindern war zwar weitgehend effektiv, aber die Investitionen steigen immer noch rasant“, sagte Yiping Huang, Chef-Ökonom für China bei der in Hongkong ansässigen Citigroup Global Markets Asia. „Eine weitere Anhebung der Zinsen in der nächsten Zeit ist sehr wahrscheinlich“, ergänzte der Volkswirt.

Bislang hatte sich die chinesische Regierung auf administrative Maßnahmen in den Branchen Automobile, Zement und Stahl verlassen, um das Wachstum zu senken.

Das Wachstum der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaft, das schon länger Öl- und Rohstoffpreise weltweit nach oben treibt, hatte sich zuletzt schon etwas abgekühlt. Im dritten Quartal war das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 9,1 Prozent und damit etwas weniger als in den Vorquartalen gewachsen. Die Inflationsrate liegt bei rund fünf Prozent.

Die Zentralbank hob zudem die Begrenzung für Kreditzinsen
auf. Bisher durfte der Ausleihesatz von Banken maximal 70
Prozent über dem Leitzins liegen.

Text: FAZ.NET mit Material von Bloomberg, Reuters

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