14. November 2007 Die Herrlichkeit der Industriemetalle ist mittlerweile offenbar Geschichte. Wie alle Haussen bei Rohstoffen scheint sich auch die Hausse der ersten Hälfte des laufenden Jahrzehnts als kurzlebig zu erweisen. Der Aluminiumpreis stagnierte in diesem Jahr monatelang, brach dann ein und zeigt sich nach einer kurzen Erholung mittlerweile wieder flau.
Die Kupfernotierungen gehen seit Jahresbeginn seitwärts, der Nickelpreis ist drastisch zurückgekommen und der Zinkpreis weist nun seit über einem Jahr einen recht eindeutigen Baissetrend aus.
Zinn läuft bisweilen gegen den Trend
Lediglich eine Metallnotierung hält gegen. Für Zinn, das weniger Aufmerksamkeit genießt als die anderen Metalle werden nach wie vor immer höhere Preise bezahlt. Am Mittwoch stieg der Preise für die Lieferung von Zinn auf Frist von drei Monaten an der Londoner Metallbörse auf 17.225 Dollar je Tonne und war damit so teuer wie noch sie seit Beginn der Notierungen im Jahr 1989.
Mit ein Grund könnte vielleicht sein, dass sich das Metall desöfteren pflegt gegen die Trends der anderen Metalle zu laufen. So befand sich der Preis in den besten Zeiten der anderen Metalle in den Jahren 2004 und 2005 zunächst in einer Seitwärts-, dann in einer Abwärtsbewegung, die praktisch erst zu Ende ging, als die anderen Metallpreise ihren Höhepunkt zum Teil schon überschritten hatten. Seitdem ist der Preis um 150 Prozent gestiegen.
Neben technischen Faktoren ist es ist vor allem die Unsicherheit um die Angebotslage, die die Preise treibt. Ob kurz- oder langfristig, in den größten Produzentenländern gibt es Störungen des Angebots, die sich auf die Preise an den Terminbörsen auswirken.
China und Indonesien setzen den Preis
So hat China erst Ende Oktober angekündigt, die Exportquoten für Zinn von 37.000 auf 33.300 Tonnen zu senken. Im drittgrößten Förderland Peru machen häufige Streiks den Anlegern zu schaffen, auch wenn am vergangenen Freitag gerade erst ein einwöchiger Ausstand zu Ende ging. In Bolivien ist es Präsident Morales, dessen Nationalisierungspläne sich nicht auf den Öl- und Telekommunikationssektor beschränken und der für Unsicherheit sorgt.
Ein Dauerbrenner in dieser Hinsicht aber ist Indonesien. Denn das Land hat seit 2004 China als größten Produzenten abgelöst. Allerdings hat man ein Problem: Lediglich ein Drittel der Ausfuhren des Jahres 2006 wurden als legal eingestuft und die illegalen Ausfuhren drücken auf die Rohstoffpreise.
Trotz aller Versuche ist es der indonesischen Regierung bislang noch nicht gelungen, das Problem wirksam in den Griff zu kriegen. Derzeit wird auch dort eine Begrenzung der Zinnausfuhr erwogen, die dem Rückgang der Spotpreise entgegen wirken soll. Bis zum Ende des Jahres will man über ein Quotensystem entscheiden haben. Indes sind die Vorschläge moderat: Der Quotenvorschlag von 90.000 bis 100.000 Tonnen für das Jahr 2008 würde ungefähr der für das laufende Jahr geschätzten Jahresproduktion von Zinn in Indonesien entsprechen.
Tatsächliche Knappheiten nicht so ausgeprägt
Mit dem Preisanstieg auf den Terminmärkten ist man indes nicht allzu glücklich. Simon Sembiring, Direktor im Energieministerium, warnte im Gespräch mit Journalisten vor einem zu starken Anstieg des Zinnpreises. Das sei nicht im Interesse der Industrie. Er halte 15.000 Dollar für einen guten Preis.
Was immer in China und Indonesien passiert, es entscheidet über die Angebotslage und den Preis. Nach Daten der International Tin Reserach Institutes (ITRI) produzierten die beiden Staaten im Vorjahr drei Viertel des weltweit erzeugten Zinns.
Indes nährt sich die Zinnhausse hauptsächlich von der Unsicherheit und weniger von tatsächlichen Knappheiten. Tatsächlich ist Indonesiens Zinnausfuhr im Oktober um 43,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen und der größte Zinnproduzent des Landes PT Timah rechnet für 2008 mit einem Anstieg der Produktion auf 55.000 bis 60.000 Tonnen, verglichen mit einem auf 54.000 bis 55.000 Tonnen geschätzten Aufkommen im laufenden Jahr. Während der ersten neun Monate hatte Timah die Zinnproduktion um 49 Prozent auf 47.000 Tonnen gesteigert.
Derzeit halten die Unsicherheiten an den Terminmärkten den Preis hoch. Sollten sie sich klären, wird es von den Ergebnissen abhängen, ob die Preise zurückgehen, da sich die Marktteilnehmer dann auf die neuen Gegebenheiten einstellen müssen. Immerhin ist die Weltnachfrage im ersten Quartal um fünf Prozent gefallen und
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @mho
Bildmaterial: AP, Bloomberg
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| Rohöl Brent Crude | 76,46 $ | −0,40% |
| Gas | 0,30 £ | −2,47% |
| Kaffee | 1,31 $ | −1,21% |
| Zucker | 0,22 $ | +0,05% |
| Orangensaft | 1,16 $ | 0,00% |
| AMEX GOLD BUGS | 460,50 | +2,49% |
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