25. Juni 2007 Sorgte in den vergangenen Wochen und Monaten die Preisentwicklung von Energie- und Rohstoffen für Furore und sind die Konsequenzen in Form von sekundären Preiseffekten bis heute in letzter Konsequenz nicht absehbar, so steht im Zentrum der Veränderungen klar der Ölpreis.
Er hat - gemessen an der Sorte Brent - vom November des Jahres 2001 bis in den August des vergangenen Jahres rund 340 Prozent zugelegt auf bis zu 78 3Dollar je Barrel. Und nach einer Zwischenkonsolidierung danach auf bis zu 51,70 Dollar legte er inzwischen wieder zu auf zuletzt 70,02 Dollar. Die kurz- und die langfristigen Trends zeigen weiterhin nach oben.
Es gibt immer Gründe für steigende Preise ...
Indizierte Entwicklung des Ölpreises: Im Durchschnitt von 23 Jahren stieg der Ölpreis bis Jahresende um etwa zwölf Prozent, erreichte seinen Gipfel aber im Schnitt im Oktober
Hintergrund war in den vergangenen Monaten einmal die Spekulation darauf, dass das anhaltende globale Wachstum die Nachfrage nach Öl und den daraus abgeleiteten Produkten rascher und stärker würde zunehmen lassen, als das Angebot. Alleine schon eine vermeintliche Angebotsverknappung - und sei sie nur das Resultat lange vernachlässigter und zu geringer Verarbeitungskapazitäten - kann den Preis nach oben treiben.
Darüber hinaus kommt die Tatsache ins Spiel, dass in den vergangenen Jahren keine größeren Ölfelder mehr entdeckt wurden. Das führt zusammen mit der zumindest bisher kontinuierlich zunehmenden Nachfrage zur Theorie, die Bestände könnten in absehbarer Zeit wenn nicht erschöpft sein, so doch zumindest das Produktionswachstum zunächst bremsen und schließlich zurückgehen lassen. Diese Theorie dürfte in den vergangenen Monaten zum Preisauftrieb beigetragen haben.
Jede Meldung, die auch nur im Entferntesten auf eine zusätzliche Verknappung hinwies, ließ den Preis nach oben laufen. Solche Meldungen tauchen beinahe täglich auf, seien es geopolitische Faktoren wie die anhaltenden Unruhen im Irak, der Atomstreit mit Iran oder mit Nordkorea oder Attentate und Streiks in Venezuela oder in Nigeria.
Dabei scheint die Lage objektiv betrachtet gar nicht so schlecht zu sein. Denn der Blick auf die Charts der vergangenen Jahre zeigt, dass die Produktion bisher mit dem Verbrauch immer mithalten konnte, obwohl die Nachfrage aus Asien kontinuierlich zugenommen hat. Auf der anderen Seite zeigt die Statistical Review of World Energy 2007 von BP, dass der Verbrauchszuwachs im vergangenen Jahr mit 1,2 Millionen Barrel pro Tag geringer war, als im Jahr zuvor. Das sei auf den hohen Preis und auf das relativ warme Wetter zurückzuführen, hieß es.
... auf der anderen Seite reagiert die Nachfrage mittel- und langfristig
Auf diese Weise zeigt sich, dass Krisenszenarien im Form einer schnellen, raschen Verknappung zumindest unter verhältnismäßig normalen Umständen kaum realistisch sind. Denn die Verbraucher reagieren mittel- und vor allem auch langfristig auf hohe Preise indem sie ihre Verbrauchsverhalten ändern. Sei es direkt oder auch nur durch die Entwicklung und die Verwendung energieeffizienterer Technologien. Genau diese dürften vor allem in Nordamerika noch deutliches Einsparpotential bieten, ist doch dort der Verbrauch pro Kropf im internationalen Vergleich sehr hoch. Gerade die Nordamerikaner sind wahre Verschwender.
Werden jedoch neue, sparsame Technologien erfunden und am Markt eingeführt, so dürften sie sich rasch weltweit durchsetzen. Aus diesem Grund können statische Hochrechungen ins Leere laufen, die die hohen Bevölkerungszahlen in Asien mit dem hohen Durchschnittsverbrauch in den so genannten industrialisierten Staaten ins Verhältnis setzen. Denn möglicherweise setzen die rasch wachsenden Staaten nicht erst auf die existierende, jedoch bald veraltete Energietechnik, sondern vollziehen einen technologischen Sprung in ihrer Energieeffizienz. Oder indem sie einen anderen Energiemix anstreben und auf alternative Energien - sei es Sonne, Wind, Wasserkraft, Biogas, Kernkraft, Kohle oder Geothermie - setzen.
Kurzfristig ist jedoch eine anhaltend angespannte Preissituation denkbar. Denn erstens hat sich der Markt an die Fiktion der Verknappung gewöhnt. Händler, Produzenten und Verarbeiter dürften kaum etwas unternehmen, um diesen Eindruck zu korrigieren. Denn was gibt es besseres, als gleichzeitig hohe Preise zu haben und gleichzeitig hohe Vorräte im Boden? Zum anderen ist Markt im Jahresverlauf zyklisch: Von März bis Mai und von Juli bis Oktober tendieren die Preise nach oben, während es in der restlichen Zeit zu Konsolidierungen kommen kann. Auf dieser Basis dürften steigende Preise zumindest in den kommenden Monaten kaum überraschen, auch wenn die Lagerbestände in den OECD-Staaten relativ hoch zu sein scheinen.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: BP, FAZ.NET, Monthly Oil Data Service/OECD/IEA, 2007
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.104,50 $ | +1,77% |
| Silber | 17,30 $ | +2,37% |
| Platin | 1.456,00 $ | +4,22% |
| Palladium | 377,00 $ | +6,20% |
| Rohöl Brent Crude | 76,10 $ | +0,86% |
| Gas | 0,33 £ | 0,00% |
| Kaffee | 1,39 $ | −2,76% |
| Zucker | 0,27 $ | --% |
| Orangensaft | 1,32 $ | −0,26% |
| AMEX GOLD BUGS | 438,37 | +0,39% |
| AMEX OIL | 1.077,20 | +0,60% |
| Rogers International | 22,36 | −0,04% |
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Aktien-Index23.12.2009 13:00 |
1405,08 | 1350,70 | 1296,93 |
Performance-Index23.12.2009 17:35 |
309,39 | 298,41 | 284,02 |
Euro-Aktien-Index23.12.2009 17:35 |
145,73 | 141,42 | 130,49 |
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