Agrarrohstoffe

Reiche Auswahl bei Mais-Zertifikaten

11. April 2008 Die Preise etlicher Agrarrohstoffe befinden sich weiterhin im Aufwind. Und diese Entwicklung dürfte sich langfristig fortsetzen. Das glauben auch die Experten der Weltbank. Diese sagten jüngst wegen der hohen weltweiten Nachfrage schrumpfende Lagerbestände voraus. Und die amerikanische Regierung hat gerade erst ihre Schätzungen für die Vorräte am Jahresende um elf Prozent gesenkt. Was die Exporte betrifft, liegt die Prognose für 2008 um fast 18 Prozent über dem Vorjahreswert.

Ein Produkt, aus dem diese Biokraftstoffe gewonnen werden können, ist Mais, das weltweit das bedeutendste Futtermittel und zudem in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel ist. 2005 wurden laut Statistik der FAO weltweit 710,3 Millionen Tonnen Mais produziert. Damit liegt Mais vor Reis (628,5 Millionen Tonnen) und Weizen (620 Millionen Tonnen).

In der Nutzung gibt es allerdings beachtliche Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern und den Industrieländern. In den Entwicklungsländern wird der Mais überwiegend für die menschliche Ernährung eingesetzt in Form von Tortillas oder Maisbrei. In den Industrieländern wird Mais vielfach als Tierfutter eingesetzt; in jüngerer Zeit kommt wie erwähnt eine Verwendung für den Energiemarkt hinzu Ethanol-Kraftstoff, Biogas.

Mais ist zunehmend als Kraftstoff gefragt

Dazu noch ergänzend für den Hintergrund: Sollte in den Vereinigten Staaten das Ziel verwirklicht werden, bis 2017 den Anteil des Ökosprits am gesamten Kraftstoffverbrauch von derzeit 3,5 Prozent auf 20 Prozent zu steigern und nimmt man Mais als Grundlage, aus dem 93 Prozent des Bioethanols in Amerika gewonnen werden, dann braucht man laut Credit Suisse im Jahr 2017 etwa 19 bis 32 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche für die Bioethanol-Produktion.

Was Mais selbst angeht, so dürfte in der laufenden Saison knapp 25 Prozent der Ernte zu Ethanol verarbeitet werden. 2006/2007 waren es noch rund 20 Prozent und im vorausgegangenen Rechnungsjahr erst 14 Prozent. Außerdem ist zu bedenken, dass Mais das mit Abstand bedeutendste Futtergetreide ist.

Kräftiger Preisanstieg

Diese Pluspunkte haben den Preis zuletzt kräftig mit angetrieben. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Notiz schon um 66 Prozent gestiegen und dabei erstmals die Marke von 6 Dollar je Scheffel überwunden. Geholfen hat außerdem der Umstand, dass die Bauern in Amerika aus Kostengründen vermehrt Sojabohnen zu Lasten von Mais anbauen.

Um das richtig einordnen zu können, muss man wissen, dass Amerika der größte Maisproduzent weltweit ist und China als die Nummer zwei in diesem Jahr erstmals in diesem Jahrzehnt zum Nettoimporteur von Mais werden dürfte. Und beigetragen zum jüngsten Preissprung haben zudem auch noch schlechte Wetterbedingungen in Amerika, welche die Aussaat behindern.

Kurzfristige Gegenbewegung nicht ausgeschlossen

Unter Berücksichtigung aller dieser Faktoren haben die Analysten bei Goldman Sachs eben erst ihr positives Urteil für die weitere Entwicklung des Maispreises bekräftigt.Wer sich dieser Meinung anschließt, für den stehen inzwischen auch etliche Zertifikate zur Verfügung, und zwar mit und ohne Währungsabsicherung. Diese beziehen sich auf einen an der Börse Chicago (CBOT) gehandelten Mais-Future.

Entsprechende Open End Produkte ohne Währungsabsicherung gibt es von der RCB (ISIN: AT0000A05VN3), der Société Générale (ISIN: DE000SG34FY2), der Hypo-Vereinsbank (ISIN: DE000HV16F45), ABN Amro (ISIN: ISIN: NL0000420446) und Goldman Sachs (ISIN: DE000GS0CC65).

Währungsgesicherte Varianten werden angeboten von Goldman Sachs (ISIN: DE000GS5HH52), von der Société Générale (ISIN: DE000SG34FS4) und von ABN Amro (ISIN: NL0000470078).

Zudem hat die ABN Amro auch noch ein Open End Mais Mini Long Zertifikat (ISIN: NL0006230252) im Angebot, des senStopp-Loss-Marke bei 493,55 amerikanischen Cent liegt und mit einem Hebel von aktuell 4,21 ausgestattet ist.

Nach den sehr starken Preissteigerungen der vergangenen Monate schreit es aber kurzfristig förmlich nach einer zumindest temporären Korrektur. Viel wird aber davon abhängen, wie sich das Wetter in Amerika entwickelt. Sollte es doch noch rechtzeitig trockener werden, könnte dies die Preiskorrektur auslösen. Langfristig bieten die zuvor genannten Gründe aber eine solide Basis für hohe Notierungen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.



Text: @JüB
Bildmaterial: AP, FAZ.NET

 
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