Devisen

Erholungspotential des Dollars scheint erschöpft zu sein

01. August 2005 Nach einem massiven Höhenflug des Euro in den Jahren 2002 bis zum Jahr 2004 kam es im laufenden Jahr zu einer deutlichen Gegenbewegung des Dollar auf breiter Front. Die amerikanische Währung legte nicht nur gegen den Euro deutlich zu, sondern auch gegen viele andere, unter anderem auch den Yen.

Hintergrund war einerseits der Abbau überzogener spekulativer Positionen, die sich mit zunehmendem Dollarverfall zunehmend gegen den Greenback gerichtet hatten. Andererseits wurden und werden immer wieder die steigenden Zinsen in Amerika und das „starke“ Wirtschaftswachstum ins Spiel gebracht. Immerhin lägen die Zinsen in den Vereinigten Staaten inzwischen über den europäischen und machten die Währung aus diesem Grund attraktiv.

Euro scheint über 1,20 Dollar einen Boden auszubilden

Gleichzeitig war der Euro mit Blick auf die Ablehnung der europäischen Verfassung in mehreren Referenden, mit Blick auf die schwache binnenwirtschaftliche Entwicklung in Europa und auch auf Grund der zunehmenden Verschuldung in die Defensive geraten. Eine Zeit lang sah es sogar so aus, als ob die amerikanische Währung weiterhin an Boden gut machen könnte.

Inzwischen sieht es allerdings so aus, als bei der Euro bei etwa 1,20 Dollar auf dem Niveau eines technisch starken Unterstützungszone einen Boden bilden würde. Kurse, die darunter liegen, scheinen immer wieder zu Dollarverkäufen genutzt zu werden. Das läßt sich möglicherweise damit erklären, daß „Dollarüberschußländer“ zunehmend dazu neigen könnten, ihre „Dollarneigung „ zu reduzieren und ihre Währungsreserven breiter als bisher zu diversifizieren.

Das ließ sich nicht nur aus verschiedensten Äußerungen aus arabischen Staaten, Rußland oder auch Korea schließen, sondern vor allem auch aus der ersten Aufwertung der chinesischen Währung seit mehr als zehn Jahren. Mag sie absolut betrachtet nur klein ausgefallen sein, dürfte sie doch der erste Schritt zu einer weiteren Flexibilisierung gewesen sein. Immerhin hat China schon in den vergangenen Jahren deutlich weniger an amerikanischen Vermögenswerten erworben, als es die gewaltige Zunahme der Dollarreserven auf Grund der Handelsbilanzüberschüsse nahegelegt haben.

IWF ruft makroökonomische Ungleichgewichte ins Gedächtnis zurück

Aber das ist nicht alles. Denn am Montag erhalten Euro und Yen weiteren Rückhalt durch eine Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Dollar verbilligte sich gegenüber der europäischen Einheitswährung auf bis zu 1,2236 Dollar je Euro, nach 1,2123 Dollar am Freitag. Der Wert des Dollars „liegt weiterhin über dem notwendigen Niveau“, um das Leistungsbilanzdefizit Amerikas zu reduzieren, schrieb der IWF im jüngsten Jahresbericht zur amerikanischen Wirtschaft. Im ersten Quartal hat sich das Minus der amerikanischen Leistungsbilanz auf das Rekordvolumen von 195,1 Milliarden Dollar ausgeweitet, berichtete das Handelsministerium im Juni. Durch das Defizit in der Leistungsbilanz und im amerikanischen Haushalt steigt die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von ausländischem Kapital, um ihre Importe zu finanzieren. Damit wird der Markt wieder einmal an die ungelösten Probleme Amerikas erinnert.

Insgesamt dürfte man dem Dollaroptimismus mit einer gewissen Skepsis begegnen müssen. Denn auf Grund des durch eine extrem lockere Geldpolitik ausgelösten Wirtschaftswachstums und des anhaltend hohen Ölpreises und der dadurch induzierten Preiseffekte dürften die Zinsen in Amerika weiter steigen. Was gerne als Zinsvorteil ausgelegt wird, bringt jedoch das Risiko mit sich, daß aus der Konsum- und Immobilienblase die Luft entweichen und die Konjunktur auf diese Weise deutlich bremsen und die Steuereinnahmen reduzieren könnte. In diesem Sinne sind steigende Zinsen nur bedingt positiv für den Dollar. Insgesamt scheint das Erholungspotential des Dollars im Moment erschöpft zu sein.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung des Euro gegen den Dollar in den vergangenen Jahren
Der Chart zeigt die Kursentwicklung des Euro gegen den Dollar in den vergangenen Jahren

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Bloomberg

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sie möchten Zuschuss zur Ihrer neuen Brille? Vergleichen Sie jetzt online einfach und bequem verschiedene Krankenzusatzversicherungen und sparen Sie bares Geld!

EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
21.12.2009 | 19:49
1,4290
−0,16 %
 
        Vortag
 Nach ...
Von ...EURUSDJPY
EUR1 1,4291 130,27 0,8901
USD 0,6997 1 91,165 0,6228
JPY 0,0077 0,0110 1 0,0068
1,1235 1,6056 146,36 1
Abkürzungen
EUR
USD
JPY
GBP
CHF
Tops & Flops Kurs in %
EUR/ZAR 11,0755 +2,37%
EUR/AUD 1,6219 +0,74%
EUR/JPY 130,2500 +0,54%
EUR/NZD 2,0223 +0,44%
EUR/PLN 4,1980 +0,44%
EUR/HKD 11,0819 −0,17%
EUR/CZK 26,2340 −0,17%
EUR/RUB 43,7900 −0,41%
EUR/HUF 274,7500 −0,64%
EUR/CAD 1,5177 −0,67%
21.12.2009
Name Kurs in %
Gold 1.104,50 $ −1,12%
Silber 17,29 $ −0,52%
Platin 1.435,00 $ −0,42%
Palladium 366,00 $ −1,08%
Rohöl Brent Crude 72,83 $ −1,39%
Gas 0,34 £ +3,70%
Kaffee 1,46 $ −0,44%
Zucker 0,26 $ −0,35%
Orangensaft 1,30 $ +0,89%
AMEX GOLD BUGS 418,49 −2,60%
AMEX OIL 1.059,91 +1,53%
Rogers International 21,83 −0,50%
Währungsrechner
Von
Nach
Betrag
Ergebnis
Berechnen    
Gesamt-
Index
Durchschnitt
90 Tage
Durchschnitt
200 Tage
Aktien-Index
21.12.2009 13:00
1383,26 1347,84 1293,81
Performance-Index
21.12.2009 17:35
308,08 297,82 283,23
Euro-Aktien-Index
21.12.2009 17:35
144,11 141,11 130,06
F.A.Z.-Renten-Rendite
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche
nach oben

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2009 Medienpartner: NZZ Online

Quellen: Technologie und Kursdaten von der TeleTrader Software AG sowie Fondsdaten aus der FWW-Fondsdatenbank, FWW GmbH. Dieser Service ist powered by X.finance GmbH & Co. KG, © 2009. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt.