04. April 2007 Der Goldpreis in Dollar hat vom Jahr 2001 bis in den Mai des vergangenen Jahres mit zunehmender Dynamik bis zu 176 Prozent zugelegt, bevor er in eine bis heute anhaltende Konsolidierungsphase überging.
Insgesamt scheinen im Rahmen der nach der jüngsten Korrekturbewegung wieder zunehmenden Risikoneigung der Anleger zumindest im Moment die Impulse zu fehlen, um den Goldpreis weiter nach oben zu bringen. Das lässt sich unter anderem aus dem Gold Survey 2007 ableiten, den das britische Researchunternehmen GFMS Limited am Mittwoch vorlegte.
Gute Gründe für den Kauf von Gold
Danach ist die Nachfrage der internationalen Anleger nach Gold im vergangenen Jahr auf das Niveau des Jahres 2005 zurückgefallen. Diese Tatsache sei jedoch eher auf Gewinnmitnahmen und Stopp-Loss-Orders zurückzuführen als auf strategische Verkäufe, erklärte Philip Klapwijk die Entwicklung. Er ist der Vorstand von GFMS.
Nach seiner Einschätzung haben sich die Gründe, die für einen möglichen Kauf von Gold und anderen Edelmetallen sprechen könnten, im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht verändert. Die Kernmotive liegen im möglichen Schutz vor einer deutlichen Dollarabwertung, vor einer schwachen Wirtschaftsentwicklung in den Vereinigten Staaten und den dadurch ausgelösten Turbulenzen an den Finanzmärkten, vor zunehmender Inflation und nicht zuletzt gegen die Eskalation geopolitischer Risiken. Dazu komme die Tatsache, dass institutionelle Anleger bisher nur unterproportional in Gold und anderen Rohstoffen investiert seien.
Im vergangenen Jahr hätten offizielle Stellen unerwartet wenig Gold verkauft. Auch im laufenden Jahr sei es möglich, dass verkaufsberechtigte - die internationalen Zentralbanken haben sich auf Quoten verständigt, um den Markt bei größeren Verkäufen nicht in den Keller zu bringen - Zentralbanken ihre Quoten nicht voll nutzen würden. Aus ihrem Verhalten lasse sich eine gewisse Veränderung in der Wertschätzung des Metalls ableiten.
Gewöhnung an höhere Preise
Wichtig sei auch das Absicherungsverhalten der Goldproduzenten. Sie hätten im vergangenen Jahr ihre Absicherungspositionen reduziert und durch dadurch ausgelöste Käufe von 370 Tonnen Gold den Markt stabilisiert. Auch im laufenden Jahr würden sie sich auf erhöhtem Preisniveau ähnlich verhalten, wenn auch mit einer geringeren Intensität.
Die stärksten Schwächeimpulse seien im vergangenen Jahr von einer deutlich nachlassenden Nachfrage aus dem Schmuckbereich und das ebenso deutlich zunehmende Angebot von Goldschrotten ausgegangen. Allerdings habe sich diese Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte mit zunehmender Gewöhnung an das Preisniveau wieder etwas gelegt. Aus diesem Grund gehen die GFMS-Analysten davon aus, dass der Goldpreis auf einem erhöhten Niveau einen Boden finden könnte, da bei leichten Rückschlägen die Nachfrage aus dem Schmuckbereich rasch anziehe.
Auf der Angebotsseite sei die Produktion im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren gefallen. Das Phänomen zeigte allerdings nur eine geringe Wirkung, da diese Entwicklung erwartet worden war und da der Markt von einer Normalisierung der Produktion im laufenden Jahr ausgeht. Insgesamt scheint der Goldpreis auf dem gegenwärtigen Niveau gut fundiert zu sein. Zu größeren Bewegungen nach oben dürfte es jedoch nur kommen, wenn es an den Finanzmärkten turbulenter werden oder wenn die Zentralbanken in ihrer Geldpolitik noch inflationärer werden sollten.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET, GFMS Ltd
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.105,50 $ | +0,09% |
| Silber | 17,25 $ | −0,23% |
| Platin | 1.430,00 $ | −0,35% |
| Palladium | 366,00 $ | −1,08% |
| Rohöl Brent Crude | 72,58 $ | −0,56% |
| Gas | 0,33 £ | −2,68% |
| Kaffee | 1,45 $ | −0,27% |
| Zucker | 0,25 $ | −3,13% |
| Orangensaft | 1,36 $ | +4,46% |
| AMEX GOLD BUGS | 421,74 | −1,84% |
| AMEX OIL | 1.059,90 | +1,53% |
| Rogers International | 21,75 | −0,32% |
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