Strategie

Der Yuan wertet beschleunigt auf - zumindest gegen den Dollar

03. Juli 2007 Der chinesische Yuan hat erstmals seit Juli 2005 zum Dollar die Marke von 7,60 Yuan geknackt. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach die Zentralbank mit einem höheren Währungskurs die Konjunktur abkühlen will.

Der Yuan stieg so stark wie zuletzt vor zwei Wochen und profitierte damit von weiteren Gerüchten, wonach die Bank of China Dollar verkaufen werde. China baut gerade einen Fonds auf, der die Devisen des Riesenreiches im Volumen von umgerechnet 880 Milliarden Euro verwalten soll.

Erhöht die chinesische Zentralbank das Tempo des Yuan-Anstiegs?

Ende Juni hatte der Nationale Volkskongress die Emission von Staatsanleihen im Volumen von 1,55 Billionen Yuan oder umgerechnet etwa 150 Milliarden Euro genehmigt. Mit dem Erlös soll ein Fonds geschaffen werden, der für die Devisenreserven Chinas höhere Renditen erzielt. „Die Zentralbank wird wohl das Tempo des Yuan-Anstiegs beschleunigen, um die ökonomischen Probleme zu beheben“, sagte Anleihenhändler Jeffrey Tan von Maybank Shanghai der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die chinesische Währung stieg in Schanghai zum Dollar um 0,14 Prozent auf 7,5944 Yuan. Seit der Loslösung vom Dollar im Juli 2005 hat die chinesische Währung um neun Prozent gegenüber der amerikanischen Währung zugelegt. Nach Ansicht von Tan wird der Yuan in diesem Jahr noch um weitere sieben Prozent anziehen.

Dagegen hat die chinesische Währung gegen den Euro in derselben Periode gegen den Euro im Trend abgewertet. Nach zehn sind inzwischen 10,34 Yuan nötig, um einen Euro erwerben zu können. Und das, obwohl der Handelsbilanzüberschuss Chinas mit Europa in den vergangenen Monaten massiv zugenommen hat, während sich die Aufwertung gegen den amerikanischen Dollar im Handel mit den Vereinigten Staaten inzwischen bemerkbar macht. Denn ein schwächerer Dollar macht Importe teurer und führt zusammen mit dem aufgrund der Häusermarktkrise nachlassenden Konsum zu einer abnehmenden Nachfrage.

Dagegen können sich Europäer asiatische Produkte aufgrund des starken Euro immer besser leisten. Allerdings gilt das nur, so lange sie sichere Arbeitsplätze haben. Diese können jedoch gefährdet werden, wenn die europäischen Unternehmen aufgrund der starken Währung an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Aufwertung kann Wachstum und inflationäre Entwicklung bremsen

Möglicherweise lassen sich solche Szenarien allerdings entschärfen, sofern China seine Währung - und damit sehr wahrscheinlich viele andere Währungen in Asien - flexibler macht, um auf diese Weise die boomende Wirtschaft und vor allem auch die inflationäre Entwicklung im Binnenland zu bremsen.

Der stellvertretende Handelsminister Chinas, Wei Jianguo, geht davon aus, dass das Land in der zweiten Jahreshälfte einen niedrigeren Handelsbilanzüberschuss erwirtschaften wird. Denn die Exporteure des Landes hätten Lieferungen vor dem 30. Juni abgewickelt, um noch in den Genuss von Export-Vergünstigungen zu kommen, begründete er seine Einschätzung in Peking. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag mitteilte, lag das Saldo der Handelsbilanz des Landes in den ersten sechs Monaten 2007 bei plus 100 Milliarden Dollar oder rund 73,5 Milliarden Euro. Die Agentur berief sich hierbei auf den Chef-Volkswirt des nationalen Amts für Statistik. Wei wollte zu der Zahl keine Stellung nehmen. Er zeigte sich jedoch optimistisch, dass es dem Land gelingen werde, den Handelsbilanz-Überschuss zu reduzieren. Dies sei das „primäre, langfristige Ziel der Regierung“. Der stellvertretende Minister verwies erneut darauf, dass China danach strebe, im Ausland mehr Hightech-Produkte zu kaufen und den Konsum importierter Güter anzuregen.

Ganz anders sieht jedoch die Erwartung der Asiatischen Entwicklungsbank aus: Sie prognostizierte im April, der Handelsbilanz-Überschuss der am raschesten wachsenden großen Volkswirtschaft der Welt werde 2008 weiter anschwellen - und zwar um 45 Prozent auf den Rekordwert von 257 Milliarden Dollar. Da die Erfahrung der vergangenen Jahre in der Tendenz für die Prognose der Asiatischen Entwicklungsbank spricht, dürfte der Aufwertungsdruck auf die chinesische Währung anhalten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

 
Tops & FlopsKursProzent
EUR/NZD 2,2362 +0,91
EUR/AUD 2,0096 +0,43
EUR/NOK 8,4452 +0,26
EUR/HUF 254,6100 -0,78
EUR/SGD 2,0015 -0,28
EUR/JPY 136,7100 -0,28
Rohstoffe
NamePunkteProzent
Gold 860,15 +1,50
Silber 10,39 +2,47
Platin 978,50 -0,91
Palladium 184,75 -6,46
Öl 76,65 -7,49
von  Betrag 
nach  Ergebnis 
Berechnen
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008

Quellen: IS.eFinance Solutions using Deutsche Börse AG, Morningstar und weitere. IS.eFinance Solutions implemented and powered by Interactive Data Managed Solutions AG, ©  1999-2007. Alle Börsendaten werden mit 15 Minuten Verzögerung dargestellt.