18. Juni 2007 Mit ihren Wetten gegen den Yen haben japanische Hausfrauen und Rentner die Vorhersagen der weltgrößten Devisenhändler durcheinander gewirbelt.
Die Währung fiel in diesem Quartal im Vergleich zum Dollar entgegen der Erwartungen vieler Experten um 4,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren und entwickelte sich damit schlechter als alle anderen wichtigen. Dieser Kursverlust erwischt viele Währungsspezialisten auf dem falschen Fuß. So hatten etwa UBS und Deutsche Bank einen Anstieg von rund einem Prozent vorausgesagt.
Die Leitzinsen in Japan sind zu niedrig
Womit die Großbanken nicht gerechnet haben, ist der Risikoappetit der Japaner. Die leihen sich so viel Geld wie nie zuvor, um Währungen mit höheren Zinsen zu erwerben. So verdreifachte sich das Handelsvolumen im Geschäftsjahr zum Ende März auf den Rekordstand von 11 Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro). Bei diesen so genannten Carry Trades leihen Anleger Geld in Ländern mit niedrigen Zinsen, wie Japan, und investieren in höher verzinste Währungen. Diese Währungsspekulationen waren nach Ansicht der Experten einer der Hauptgründe für die Schwäche der japanischen Währung.
Die Leitzinsen in Japan sind zu niedrig, konstatiert auch Verkäufer Hiroshi Ono nüchtern wie ein Devisen-Profi. Der 40- Jährige hat in seiner Freizeit mit Carry Trades 17.000 Dollar verdient. Dabei schichte er von Yen in Dollar um und konnte so von der Zinsdifferenz in Höhe von 4,75 Prozentpunkten profitieren. Andere Hobby-Devisenhändler investierten in andere Hochzins-Regionen wie Neuseeland, Großbritannien, Australien oder auch Brasilien.
Auch die freie Journalistin Naoko Ogawa verdient auf diese Art Geld und hat ein vermeintlich einfaches Erfolgsrezept. Ich muss nur Dollar oder Euro kaufen, genau wenn die etwas unter Druck geraten sind, anschließend verkaufe ich sie mit Gewinn. Dies sei besser als der Handel mit Aktien, da man sich auf die täglichen Zinsen verlassen könne. Seit Dezember habe sie so eine Rendite von 20 Prozent erzielt. Auch viele Hausfrauen und Rentner verdienen mit diesen Währungsspekulationen.
Die Devisenexperten sehen die Engagements der Freizeit- Anleger mit großem Unbehagen. Sie sind ein Fluch für professionelle Devisenhändler, sagt Masanobu Ishikawa, Geschäftsführer Devisenhandel bei Tokyo Forex & Ueda Harlow Ltd. Es ist schwer geworden, Geld zu verdienen, weil der Dollar-Yen- Kurs sich nicht mehr wie gewohnt bewegt und die Kleinanleger bei jedem Rückschlag nachkaufen.
Freizeit- Anleger sind ein Fluch für professionelle Devisenhändler
Der weltweite Handel von Investoren, die nicht Banken, Fondsmanager oder Unternehmen sind, sei im Vorjahr um 54 Prozent gestiegen, sagt Peter D'Amario, Berater bei Greenwich Associate. Zugleich eröffneten Kleinanleger bei Brokerhäusern rund 600.000 so genannte Margenhandel-Depots, um auf Währungen zu wetten. Dies ist laut Yano Research ein Plus von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Das Wachstum bei den Hobby-Investoren ist unglaublich, sie kaufen Pfund, australische und neuseeländische Dollar, die Mutigen wagen sich sogar an den brasilianischen Real oder die türkische Lira ran, berichtet Drew Bradford, der das Devisengeschäft der Deutschen Bank in Tokio leitet. Auch andere Währungsexperten nehmen die neuen Anleger durchaus Ernst. Japanische Margenhändler haben die Kraft, ausländische Währungen im Vergleich zum Yen zu stützen, sagt Devisenstratege Derek Halpenny von der japanischen Großbank UFJ Ltd. Wir schätzen, dass ihr Anteil in Tokio bei mindestens 15 Prozent liegt.
Nach Ansicht von Koji Fukaya, Währungsexperte bei Deutsche Bank Securities, sind Carry Trades noch immer am Leben. Der Kapitalabfluss bleibe konstant und übertreffe seine Erwartungen. Sein Finanzinstitut hatte den Kurs des Yen Ende Juni bei 117 je Dollar gesehen. Die Schweizer UBS hatte einen noch höheren Stand bei 116 vorhergesagt. In der Vorwoche sank der Yen auf 123,44 je Dollar. Zum Euro fiel er am Vormittag auf ein Rekordtief von 165,60 Yen.
Derweil sorgen sich die japanischen Währungshüter wegen des wachsenden Engagements ihrer Landsleute. So hob die Bank of Japan Risiken hervor, dass Investoren angesichts falscher Vermutungen über Wechselkurse und Zinsen unüberlegte Entscheidungen
treffen.
Text: Bloomberg
Bildmaterial: AFP, FAZ.NET
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.107,50 $ | −0,65% |
| Silber | 17,30 $ | −1,09% |
| Platin | 1.359,00 $ | −0,59% |
| Palladium | 354,00 $ | +0,85% |
| Rohöl Brent Crude | 76,46 $ | −0,40% |
| Gas | 0,30 £ | −2,47% |
| Kaffee | 1,31 $ | −1,21% |
| Zucker | 0,22 $ | +0,05% |
| Orangensaft | 1,16 $ | 0,00% |
| AMEX GOLD BUGS | 460,50 | +2,49% |
| AMEX OIL | 1.085,14 | +0,81% |
| Rogers International | 21,88 | 0,00% |
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Aktien-Index13.11.2009 13:00 |
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Performance-Index13.11.2009 17:35 |
299,37 | 294,10 | 275,13 |
Euro-Aktien-Index13.11.2009 17:35 |
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