20. Juni 2007 Mit einem Kursgewinn von 1,35 Prozent gegen den Euro reagiert am Mittwoch die schwedische Krone auf die achte Zinserhöhung in Folge um 0,25 Prozentpunkte auf nun 3,5 Prozent und auf die gleichzeitige Ankündigung der Zentralbank, den Leitzins im laufenden Jahr auf etwa vier Prozent bis Ende des Jahres und danach möglicherweise noch weiter anzuheben.
Das war offensichtlich mehr, als der Markt erwartet hatte. Anders ist die deutliche Gegenbewegung zu den Kursverlusten in den vergangenen Tagen nicht zu werten: Einen Kursgewinn von 1.274 Stellen auf zuletzt 9,2891 Kronen je Euro sieht man nicht alle Tage. Das deutet nach den verschiedenen Vorkommnissen in den vergangenen Wochen - sie reichen von Beschränkungen im Kapitalverkehrt in Thailand bis hin zu Interventionen in Neuseeland - darauf hin, dass die Volatilität an den Finanzmärkten zunehmen könnte.
Robustes Wachstum bei stagnierender Produktivität ...
Diese war in den vergangenen Jahren auf Rekordstiefs gefallen und hatte auch am Devisenmarkt dazu geführt, dass sich immer mehr Marktteilnehmer an die lukrative und scheinbar risikolose Spekulation auf Zinsdifferenzen gewöhnt und auf sie gesetzt hatten. Wenn Banken so genannte Carry-Trade-Zertifikate auf den Markt bringen und wenn in Japan Hausfrauen und Rentner im großen Stile darauf abfahren, dürften kritische Marktteilnehmer vorsichtig werden. Immerhin hat das bei verschiedenen Währungen inzwischen zu deutlichen Übertreibungen in Form von Fehlbewertungen oder zumindest fehlgeleiteten Erwartungen geführt.
Und genau diese dürften früher oder später korrigiert werden. Je größer die entstandenen Abweichungen von und die darauf aufgebauten Positionen sind, desto ausgeprägte dürfte die denkbare Konsequenz sein, wenn viele ihre gleichgerichteten Positionen gleichzeitig auflösen wollen. Dann dürfte es sich zeigen, ob die verschiedenen Marktteilnehmer ihre Risikomanagementsysteme für einen solchen Fall richtig kalibriert haben.
Hintergrund der schwedischen Entwicklung ist das robuste Wachstum im Lande, das mit Zuwächsen von mehr als fünf Prozent noch im vergangenen Jahr das beste seit Jahren war. Es wurde nicht nur von Seiten der Weltwirtschaft stimuliert, sondern auch von Seiten der relativen neuen Regierung, die unter anderem die Steuern gesenkt hat. Allerdings führt die zurückgehende Arbeitslosigkeit inzwischen zu einer stagnierenden Produktivitätsentwicklung und zu zunehmendem Lohndruck.
... kann zu weiteren Zinserhöhungen führen
So dürfte die Inflationsrate nach den Prognosen der Zentralbank in den kommenden Monaten die Zielmarke von zwei Prozent erreichen, obwohl sie im laufenden Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 3,1, von drei im kommenden und von 2,3 Prozent im Jahr 2009 rechnet. Auf Basis einer starken Auslastung der volkswirtschaftlichen Kapazitäten - sie birgt zusammen mit den anhaltend hohen Energie- und Rohstoffpreisen und einer relativ expansiven Fiskalpolitik inflationäre Gefahren - dürfte die Zentralbank mit einiger Wahrscheinlichkeit eher zu weiteren Zinserhöhungen in den kommenden Jahren tendieren. Damit liegt sie im beinahe weltweit zu beobachtenden Trend.
Da auf diese Weise die Zinsdifferenz zum Euroland eher ab- als zunehmen dürfte, wird die schwedische Krone mit einiger Wahrscheinlichkeit die Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahren gegen den Euro wieder aufnehmen. Dagegen neigt sie im langfristigen Trend zum Dollar zur Stärke. Auch dieser Trend dürfte sich mir einiger Wahrscheinlichkeit fortsetzen, da das amerikanische Wachstum schwach ist und aufgrund der Krise am Immobiliemarkt vorerst kaum aufleben dürfte.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: Daten: Riksbank; Grafik: FAZ.net, FAZ.NET
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.104,50 $ | +1,77% |
| Silber | 17,30 $ | +2,37% |
| Platin | 1.456,00 $ | +4,22% |
| Palladium | 377,00 $ | +6,20% |
| Rohöl Brent Crude | 76,10 $ | +0,86% |
| Gas | 0,33 £ | 0,00% |
| Kaffee | 1,39 $ | −2,07% |
| Zucker | 0,27 $ | --% |
| Orangensaft | 1,32 $ | −1,12% |
| AMEX GOLD BUGS | 438,37 | +0,39% |
| AMEX OIL | 1.077,20 | +0,60% |
| Rogers International | 22,36 | +0,58% |
|
|
||||||||
|
Berechnen
|
|||||||||
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index23.12.2009 13:00 |
1405,08 | 1350,70 | 1296,93 |
Performance-Index23.12.2009 17:35 |
309,39 | 298,41 | 284,02 |
Euro-Aktien-Index23.12.2009 17:35 |
145,73 | 141,42 | 130,49 |
Einige Aktien sind noch günstig zu haben
Schwierige Bedingungen für die Staatsfinanzierung
Aktien 2010: Berg- und Talfahrten
Aktive oder passive Fonds?
Frau Göbel: Warum zahlen Reiche keine Sozialbeiträge ?
16:52Es gibt immer noch Leute, dies sichs leisten koennen
16:48So steigt der staatliche Einfluß
16:47