03. Februar 2006 Einst war es ein Geheimtip, jetzt kann man an den Rohstoffbörsen nur noch dem Preis beim Steigen zusehen. Am Freitag erreichte der Preis für weißen Zucker in London den höchsten Preis seit 1989.
466,20 Dollar wurden in der Spitze für den Kontrakt von 50 Tonnen bezahlt, bevor der Preis zum Handelsende wieder nachgab und auf 461,90 sank. Spekulationen, daß Rußland und Amerika künftig mehr von dem Rohstoff importieren, der sich derzeit als weißes Gold entpuppt, trieben die Preise.
Petrobras plant Äthanol-Pipeline
Am Donnerstag hatte das amerikanische Landwirtschaftsministerium verlauten lassen, daß man die Einfuhrkontingente ausweiten werde, weil die vergangene Hurrikan-Saison die heimische Zuckerversorgung in Mitleidenschaft gezogen habe. Seit August sind die Quoten mittlerweile viermal angehoben worden.
Auch der amerikanische Präsident Bush treiebt die Preise. Denn seit seiner jüngsten Wandlung zum Öko-Bush sehen Investoren alternative Treibstoffe in Amerika auf dem Vormarsch. Bush hat in seiner jüngsten Ansprache das Ziel ausgegeben, 75 Prozent der Importe von Energieträgern aus dem Mittleren Osten bis 2025 durch unter anderem den Einsatz alternativer Fahrzeugtreibstoffe zu ersetzen.
Da gehört das aus Zucker hergestellte Äthanol bekanntlich zur ersten Wahl. In Brasilien läuft die Äthanol-Produktion derzeit auf Hochtouren. Die Aktie des größten Pflanzers und Verarbeiters von Zuckerrohr, Cosan, die am 17. November an die Börse in Sao Paolo kam, hat sich seit dem annähernd verdoppelt. Die größte Ölfirma des Landes, Petrobras, hat sogar angekündigt, eine Äthanol-Pipeline zu bauen.
Rapspreis fällt weiter
Nicht nur Zucker profitiert von der Sinneswandlung des mächtigsten Mannes der Welt. Auch die Preise für Mais und Sojaäöl legten in den vergangenen Tagen deutlich zu. Der März-Terminkontrakt für Mais stieg von 216 Dollar am Donnerstag morgen um 3,7 Prozent auf aktuell 223,75 Dollar. Hintergrund ist die Tatsache, daß in den Vereinigten Staaten Mais zur Äthanolproduktion verwendet wird.
Sojaöl kommt dagegen als Zusatzstoff für amerikanisches Biodiesel zum Einsatz. Der Märzkontrakt legte seit Donnerstag morgen 2,1 Prozent auf 22,27 Dollar zu, Sojabohnen um 1,3 Prozent auf 5,865 Dollar.
Auch die Aktienkurse der Hersteller stiegen in den vergangenen Tagen. Abengoa, Europas größter Ethanolanbieter, legte am Mittwoch elf Prozent auf einen neuen Rekord zu. Südzucker brachten es in den vergangenen fünf Börsentagen auf ein Plus von knapp zehn Prozent.
Regelrecht antizyklisch verhält sich dagegen die deutsche Bundesregierung. Finanzminister Peer Steinbrück will Medienberichten zufolge zehn Cent für jeden Liter Biodiesel kassieren. Bei Mischungen mit konventionellem Diesel denke der Sozialdemokrat an 15 Cent. Diese Pläne haben nicht nur den Aktienkursen der Herstellern herbe Verluste beigebracht. Indes bemühen diese sich um Schadensbegrenzung: Der geplante Steueraufschlag sei hinnehmbar und werde den Trend zum Biokraftstoff nicht stoppen. An der europäischen LIFFE scheint man dagegen anderer Meinung zu sein. Der Rapspreis ist dort seit Oktober um rund zehn Prozent gefallen.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @mho
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.104,50 $ | +1,77% |
| Silber | 17,30 $ | +2,37% |
| Platin | 1.456,00 $ | +4,22% |
| Palladium | 377,00 $ | +6,20% |
| Rohöl Brent Crude | 76,10 $ | +0,86% |
| Gas | 0,33 £ | 0,00% |
| Kaffee | 1,39 $ | −2,76% |
| Zucker | 0,27 $ | --% |
| Orangensaft | 1,32 $ | −0,26% |
| AMEX GOLD BUGS | 438,37 | +0,39% |
| AMEX OIL | 1.077,20 | +0,60% |
| Rogers International | 22,36 | −0,04% |
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309,39 | 298,41 | 284,02 |
Euro-Aktien-Index23.12.2009 17:35 |
145,73 | 141,42 | 130,49 |
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