10. Dezember 2007 Der Weizenpreis befindet sich seit Monaten auf einer Achterbahnfahrt. Zunächst hatte der Preise von Dezember des Jahres 2004 bis Anfang Oktober des laufenden Jahres mehr als 200 Prozent zugelegt, so ging der danach bis Mitte November in eine deutliche Korrektur über.
Vom Hoch bei 952,5 Cents je Scheffel fiel der in wenigen Wochen um etwas mehr als 21 Prozent auf bis zu 748 Cents im Zwischentief. Diese Korrektur ist inzwischen allerdings schon wieder passé. In den vergangenen drei Wochen ging es wieder kräftig nach oben. Und am Montag liegt der generische Kontrakt am Chicago Board of Trade mit einem Tagesgewinn von 1,82 Prozent bei 958,25 Cents je Scheffel.
Experten rechnen mit anhaltend hohem Weizenpreis
Diese Entwicklung ist weitgehend auf Aussagen des amerikanischen Department of Agriculture (USDA) zurückzuführen, nach welchen der Weizenpreis im kommenden Jahr weiter nach oben laufen könnte, obwohl die Ackerbauern die Anbauflächen in den laufenden Erntesaison deutlich ausdehnten. Selbst eine gute Ernte werde bei einer Ausweitung der Anbaufläche um vier Prozent die Sorge über eine zunehmende Knappheit kaum dämpfen, heißt es nun.
Der Grund für die Bedenken liegen in der zunehmenden Nachfrage, die dazu führen wird, dass die globalen Lagebestände bis Ende Mai des kommenden Jahres auf geschätzte 109,8 Millionen Tonnen fallen werden. Das wäre der tiefste Stand seit 34 Jahren. Das heißt, die Vorräte würden im Notfall nur wenige Monaten reichen. Der Grund für diese Entwicklung liegt einerseits darin, dass die Nachfrage alleine schon aufgrund der Subventionierung von Biokraftstoffen zunimmt. Gleichzeitig ist aufgrund der lange Zeit tiefen Preise in den vergangenen Jahrzehnten wenig in diesen Bereich investiert worden. Simultan wurden über administrative Maßnahmen die Überbestände in Europa abgebaut, während in manchen Regionen klimatische Turbulenzen für unterdurchschnittliche Erträge sorgten.
Preis für Soja läuft im Trend nach oben
Solche Aussagen führen auch beim Sojapreis schon seit Monaten zu einem Rekordhoch nach dem anderen. Der generische Sojakontrakt legte am Chicago Board of Trade am Montag um 0,47 Prozent zu auf 1.125 Cents je Scheffel. Das ist der höchste Stand seit dem Juli des Jahres 1973. Auch hier wird der Markt von der Vermutung bewegt, adverse Wetterbedingungen in Argentinien und Brasilien könnten zu einer Minderernte führen. Da gleichzeitig die Anbaufläche aufgrund der Konkurrenz durch Mais verringert wurde und da auch die Nachfrage aus China nach Sojaprodukten hoch ist, hält der Preisauftrieb an.
Aufgrund der anhaltenden oder gar wieder aufgenommenen Trends dürfte der längerfristige Preisauftrieb alleine schon aus spekulativen Gründen bis auf weiteres anhalten. Ändern würde sich das erst, wenn sich das globale Wachstum für die Marktteilnehmer noch besser erkennbar abschwächen sollte. In diesem Rahmen könnte sich auch die Chinablase etwas abkühlen, die in vielen Bereich die Phantasie der Anleger anregt.
Mittelfristig kann auch die Diskussion über die CO2-Diskussion für eine gewisse Entspannung sorgen. Denn unter diesem Gesichtspunkt sind Subventionen für viele Biotreibstoffe kontraproduktiv, da die Energiebilanz nicht stimmt. Eric Johnson, Chefredakteur des Environmental Impact Assessment Reviews hielte es in Europa für sinnvoller, in Europa Bäume anzupflanzen als Raps für die Produktion von Biodiesel.
Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET