Euro-Dollar am 8. September 2008

Devisenmarkt

Dollarrally nur kurz unterbrochen

Die Verstaatlichung der amerikanischen Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac macht Anleger kurzfristig wieder einmal euphorisch. Am Devisenmarkt kam es kurzfristig zu Gegenbewegungen zu den Trends der vergangenen Wochen.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. September 2008 22:51

starker Dollar??

Lothar Schepers (LotharSchepers)

Betrachtet man die letzten 5Jahre, hat der USD immer noch gute 24% gegenüber dem EUR eingebüßt. Viel interessanter finde ich den zeitlichen Zusammenhang der plötzlich rückläufigen Rohstoffpreise (Brent heute unter 100USD) und dem Erstarken des USD (von 1,60 auf jetzt 1,41). Für den rasanten Anstieg der Rohstoffpreise wurden immer wieder Finanzinvestoren mit verantwortlich gemacht. Am FOREX Markt sind lt. BIS nur 10% durch Warenlieferungen und Investitionen unterlegt. Bleiben 90% die spekulativ Begründet sind. Die USA haben immer noch ein doppeltes Defizit (öffentliche Hand + Handelsbilanz), ergo sind sie auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland angewiesen. Ein nicht einfaches Unterfangen, wenn die eigene Währung immer nur abwertet. Wie trocken der US Kapitalmarkt ist hat Citicorp heute vorgeführt. Sie haben zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Anleihe in JPY begeben. Diesmal über 315Mrd.JPY und 3.22% Zins bei einer Laufzeit von 3Jahren. Betrachtet man den Leitzins der FED (2.25) und rechnet das Wechselkursrisiko über 3Jahre mit ein, dann ist seriös, wohl nicht das Wort der Wahl.

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08. September 2008 22:55

warum diese Dollarstärke ?

Konrad Fit (Einstein-1)

Infolge der Hypothekenkrise in den USA, hatte ein Rezessionszug seine Fahrt aufgenommen. Da die US-Finanzprodukte und Dollardevisenreserven, global gehortet werden, wurden die Länder dieser Welt, nun als anhängende Waggons, von der Dollar- Lok mitgezogen. Die dadurch aufgenommene Rezessionsfahrt der Länder, führte entsprechend ihrer US-Anlagemenge, zu einer mehr oder weniger grossen Rezessionsgeschwindigkeit. Die intelligente USA, hortet keine Devisen. Dies führt dazu, dass die Länderwaggons, die die Zugkraft der US-Lok besitzend, noch ihre eigene Antriebskraft mit einbringend, und an der US-Lok winkend vorbeifahren. Da die Schweizer Nationalbank, nach und nach 250 t Gold, in diesem Jahr verkauft, wird der Goldpreis, noch eine geraume Weile um die 800 $ herumeiern, was den $ zusätzlich aufwertet. Deutschland hatte 2007 einen Handelsbilanzüberschuss von 200 Mild. EURO, dem ein Handelsbilanzdefizit der anderen EURO-Länder von 190 Mild. gegenüberstand. Und weil 2008, in den Ländern der EURO-Währung, mit einem dicken Aussenhandelsdefizit zu rechnen ist, bleibt der US-Dollar stark.

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08. September 2008 17:20

Wenig rational

Kurt Michler (Kurt.Michler)

Die Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac führt de facto zu einer Verdoppelung der Staatsverschuldung der USA. Das müsste sich normalerweise deutlich im Kurs EUR/USD widerspiegeln. Eine solche Reaktion der Finanzmärkte blieb heute aber aus; das zeigt einmal mehr, wie wenig rational sie reagieren. Niemand scheint ein Problem darin zu sehen, wenn die USA einfach die Notenpresse anwerfen.

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