Devisenmarkt

Dollarrally nur kurz unterbrochen

Euro-Dollar am 8. September 2008

Euro-Dollar am 8. September 2008

08. September 2008 Die Verstaatlichung der amerikanischen Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac führt an den internationalen Börsen zu einer Erleichterungsrally, zu Kursverlusten an den Rentenmärkten und zu teilweise erratischen Kursbewegungen am Devisenmarkt.

An den Börsen laufen in erster Linie die Finanzwerte nach oben. Die Anleger scheinen einmal mehr davon auszugehen, das Schlimmste der Finanzmarktkrise sei vorbei, obwohl vorlaufende Indikatoren auf das Gegenteil hindeuten und obwohl es in den vergangenen Monaten mehrfach nur kurzfristige Kurserholungen gegeben hatte, die nicht lange Bestand hatten.

Kritische Anleger fragen sich, wieso es diesmal anders sein sollte

- als nach dem August des Jahres 2007, als die amerikanische Zentralbank (Fed) den
Credit Crunch offiziell anerkannte und den Diskontsatz senkte
- als nach dem Dezember des Jahres 2007, als sie die so genannten
Term Auction Facilities und andere neuartige Refinanzierungsmöglichkeiten eröffnete
- als nach dem Januar des Jahres 2008, als die Fed nach der Société Générale-Pleite
den Leitzins massiv senkte
- als nach der „Bear-Stearns-Rettung im März des Jahres 2008
- als nach dem ersten Fannie-&-Freddie-Rettungsversuch im Juli

Kurzzeitige Gegenbewegung zu den Trends der vergangenen Wochen ...

Auch am Devisenmarkt kam es kurzfristig zu Gegenbewegungen zu den Trends der vergangenen Wochen. So legte der südkoreanische Won gegen den Dollar alleine am Montagvormittag 4,11 Prozent gegen den Dollar zu, der brasilianische Real 2,1 Prozent, der südafrikanische Rand knapp zwei Prozent, die neue türkische Lira 1,7 Prozent und der Neuseeland-Dollar 1,1 Prozent. Selbst der Euro und der Schweizer Franken werteten kurzzeitig auf.

Allerdings lässt sich auch hier fragen, wie weit solche Bewegungen tragen können. Immerhin breiten sich die Folgen der amerikanischen Kredit- und Wirtschaftskrise direkt und indirekt immer weiter aus. Sie führen zu abnehmenden Wirtschaftswachstum in weiten Teilen der Welt. Entgegen vielfacher Annahmen gilt das auch für viele Schwellenländer.

Viele dieser Staaten werden trotz der jüngsten Korrekturen mit den Folgen hoher Energie- und Rohstoffkosten konfrontiert. Sie zeigen sich in Form deutlich steigender oder hoch bleibender Inflationsraten und Außenhandelsbilanzen, die sich rasch verschlechtern. So liegen die Inflationsraten in der Ukraine bei 26 Prozent, in Bulgarien bei 14,5 Prozent, in Estland bei elf Prozent, in Lettland bei 15,7 Prozent, in Litauen bei zwölf Prozent, in Russland bei 15 Prozent, in der Türkei bei 11,8 Prozent, in Sri Lanka bei 24,9 Prozent, in Pakistan bei 24,3 Prozent, auf den Philippinen bei 12,5 und in Indonesien bei 11,9 Prozent. In Indien hält der Preisauftrieb an, während er in China zumindest nach offiziellen Zahlen zurückgeht.

... dürften nicht allzu weit tragen

Allerdings bewegen sich die Preise in vielen dieser Staaten nicht frei, sondern sie werden staatlich festgesetzt. So können die offiziell veröffentlichten Inflationsraten den wahren Preisauftrieb nicht zeigen, der tatsächlich vorhanden sein mag. Auf der anderen Seite führt das abnehmende Wirtschaftswachstum zusammen mit den in den vergangenen Jahren ausgedehnten Produktionskapazitäten, dem Entweichen der Luft aus verschiedenen Vermögenspreisblasen sowie der beschränkten Kaufkraft der Konsumenten zu disinflationären Effekten, die die Gewinnmargen der Unternehmen beschneidet.

Angesichts dieser Konstellation kann kaum verwundern, wenn die internationalen Anleger danach trachten, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen. Das gilt vor allem für amerikanische Investoren, die in den vergangenen Jahren ihre Mittel aufgrund der damaligen Dollarschwäche immer globaler gestreut hatten. Längst scheint sich dieses Rad zurückzudrehen. Davon profitiert der Dollar, während die in der Vergangenheit gut gelaufenen Währungen nachgeben. Kurzfristige Gegenbewegungen dürften daran mittelfristig kaum etwas ändern.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Verpassen Sie nicht den Kündigungsstichtag 30.11. Vergleichen Sie jetzt Ihre Kfz-Versicherung und sparen Sie bis zu 500 €!

EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
09.11.2009 | 13:24
1,4988
+0,78 %
 
        Vortag
 Nach ...
Von ...EURUSDJPY
EUR1 1,4988 134,83 0,8925
USD 0,6672 1 89,930 0,5952
JPY 0,0074 0,0111 1 0,0066
1,1205 1,6798 151,07 1
Abkürzungen
EUR
USD
JPY
GBP
CHF
Tops & Flops Kurs in %
EUR/JPY 134,8000 +0,88%
EUR/HKD 11,6127 +0,75%
EUR/USD 1,4984 +0,75%
EUR/MXN 19,9897 +0,58%
EUR/TRY 2,2108 +0,42%
EUR/NOK 8,4252 −0,34%
EUR/CZK 25,6180 −0,40%
EUR/PLN 4,2167 −0,50%
EUR/SEK 10,2986 −0,68%
EUR/HUF 272,2700 −0,99%
09.11.2009
Name Kurs in %
Gold 1.096,75 $ +0,71%
Silber 17,51 $ +0,86%
Platin 1.362,00 $ +0,15%
Palladium 330,00 $ −0,30%
Rohöl Brent Crude 76,83 $ +0,47%
Gas 0,33 £ −0,30%
Kaffee 0,00 $ --%
Zucker 0,22 $ −1,53%
Orangensaft 1,12 $ +0,31%
AMEX GOLD BUGS 442,17 +2,11%
AMEX OIL 1.082,92 −0,67%
Rogers International 21,98 +1,24%
Währungsrechner
Von
Nach
Betrag
Ergebnis
Berechnen    
Gesamt-
Index
Durchschnitt
90 Tage
Durchschnitt
200 Tage
Aktien-Index
06.11.2009 13:00
1315,77 1321,61 1260,60
Performance-Index
06.11.2009 17:35
291,63 292,08 274,04
Euro-Aktien-Index
06.11.2009 17:35
139,56 136,19 124,82
F.A.Z.-Renten-Rendite
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche
nach oben

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2009

Quellen: Technologie und Kursdaten von der TeleTrader Software AG sowie Fondsdaten aus der FWW-Fondsdatenbank, FWW GmbH. Dieser Service ist powered by X.finance GmbH & Co. KG, © 2009. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt.