24. Juli 2006 Die asiatischen Währungen sind im internationalen Vergleich auf Basis von fundamentalen Bewertungsmodellen wie beispielsweise der Zins- oder der Kaufkraftparität zum Teil deutlich unterbewertet. Das wird nur selten bestritten und ist inzwischen zum Allgemeinplatz geworden.
Nicht nur aufgrund der Wachstumsaussichten lohne es sich für internationale Anleger, in Asien zu investieren, sondern sie könnten zumindest langfristig gleichzeitig auch noch von der Aufwertung der verschiedenen Währungen profitieren. Ganz grob lassen sich die Bewertungsrelationen ableiten, indem man sich beispielsweise am so genannten Big-Mac-Index orientiert, den die britische Zeitschrift The Economist schon seit 20 Jahren berechnet.
Nach dem Big-Mac-Index ist der Yuan 57 Prozent unterbewertet
Danach ist die chinesische Währung gegen den Dollar um rund 57 Prozent unterbewertet, und da der Dollar gleichzeitig auch gegen den Euro um rund 21 Prozent unterbewertet zu sein scheint, fällt die Unterbewertung der chinesischen Währung gegen den Euro noch deutlicher aus. Ähnliches gilt auch im Verhältnis zu den Währungen in Hongkong, Indonesien, Japan, Malaysia, Singapur, Südkorea, Taiwan und Thailand.
Dagegen zeigt der Big-Mac-Index deutlich die Hochpreisinsel der Schweiz an. Würde man in China eine Million Bic Macs erwerben, sie in die Schweiz exportieren und dort an den Mann oder die Frau bringen, so könnte man theoretisch an einer solchen Transaktion knapp 3,8 Millionen Dollar verdienen oder 188 Prozent auf das eingesetzte Kapital - ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten versteht sich. Außerdem wäre das Risiko nicht unbeachtlich, daß man auf den einige Wochen alten Burgern sitzenbleibt.
Das Gedankenspiel macht deutlich, welchen Einfluß manipulierte Währungen auf den realen Handel haben können. Sprich: Welche Nachteile vor allem auch in Europa produzierende Unternehmen haben, wenn sie mit asiatischen Firmen konkurrieren müssen. In diesem Sinne ist die massive Aufwertung der asiatischen Währungen dringend notwendig, um den internationalen Wettbewerb nicht weiterhin zu verzerren.
Die unflexiblen Währungen führen dazu, daß die asiatischen Exportländer massive Exportüberschüsse - sie lagen im Juni mit einem Plus von 14,5 Milliarden Dollar auf einem Allzeithoch - erzielen und gigantische Währungsreserven aufhäufen können. Diese wiederum verzerren zusammen mit den unfreien Wechselkursen die internationale Liquiditäts- und Zinslandschaft und können indirekt zu spekulativen Exzessen führen. Selbst im Inland scheinen solche Entwicklungen nicht beherrschbar zu sein.
Vorsicht bei Short-Zertifikaten
So versucht China zwar schon seit längerem, die massiven Investitionen im Lande zu bremsen, um Überkapazitäten und die damit verbundenen deflationären Effekte zu vermeiden. Allerdings scheinen diese Bemühungen bisher nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Bisher konnten weder Zinserhöhungen etwas bewirken, und ob die in den vergangenen Tagen erhöhten Mindestreservesätze etwas bewirken, dürfte zu bezweifeln sein. Spätestens dann könnte die Einsicht reifen, daß eine Aufwertung der Währung sinnvoll sein könnte. Denn sie würde entsprechend erwünschte Bremseffekte mit sich bringen. In diesem Sinne dürfte sich eine Spekulation darauf mittelfristig lohnen.
Privatanleger sollten allerdings vorsichtig sein. Denn es gibt zwar vereinzelt Angebote, die verlockend aussehen mögen. Blickt man jedoch beispielsweise auf die Kursentwicklung des Dollar-Yuan-Mini-Short-Zertifikats von ABN Amro (Isin NL0000211068), so wird man enttäuscht sein. Denn obwohl der Yuan gegen den Dollar auch nach dem ersten Aufwertungsschritt vor einem Jahr im Trend gegen Dollar aufwertet, hat das Zertifikat bisher nur an Wert verloren. Lag es im April des Jahres 2004 bei 3,21 Euro, so ist es danach in einen Abwärtstrend übergegangen und hat inzwischen knapp 37 Prozent seines Wertes verloren auf zuletzt 2,03 Euro. Die Finanzierungskosten seien dafür verantwortlich, hieß es auf FAZ.NET-Anfarge von Seiten des Emittenten. Damit ist das Short-Zertifikat ein Produkt, das man als Anleger shorten, aber auf keinen Fall kaufen sollte. Denn daran verdient nur die Bank.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.105,50 $ | +0,09% |
| Silber | 17,25 $ | −0,23% |
| Platin | 1.430,00 $ | −0,35% |
| Palladium | 366,00 $ | −1,08% |
| Rohöl Brent Crude | 72,78 $ | −0,29% |
| Gas | 0,34 £ | +3,70% |
| Kaffee | 1,45 $ | −0,72% |
| Zucker | 0,25 $ | −3,13% |
| Orangensaft | 1,36 $ | +5,39% |
| AMEX GOLD BUGS | 421,74 | −1,84% |
| AMEX OIL | 1.059,90 | +1,53% |
| Rogers International | 21,83 | −0,50% |
|
|
||||||||
|
Berechnen
|
|||||||||
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index21.12.2009 13:00 |
1383,26 | 1347,84 | 1293,81 |
Performance-Index21.12.2009 17:35 |
308,08 | 297,82 | 283,23 |
Euro-Aktien-Index21.12.2009 17:35 |
144,11 | 141,11 | 130,06 |
Einige Aktien sind noch günstig zu haben
Schwierige Bedingungen für die Staatsfinanzierung
Aktien 2010: Berg- und Talfahrten
Aktive oder passive Fonds?
Woran erkennt man ein "freies Land"?
22:45Um sich brüderlich zu verhalten, brauchen wir keinen Sozialismus!
22:29Persien ist ein unabhängiges Land!
22:29Der Sozialismus ist gar nicht so übel.
22:09