Devisenmarkt

ABN ermöglicht Wetten auf Chinas Währung mit Kapitalschutz und Hebel

22. November 2007 Am Devisenmarkt sorgt derzeit vor allem die Schwäche des amerikanischen Dollar für Gesprächsstoff. Ein Dauerbrenner, speziell auch auf politischer Ebene, ist aber auch der chinesische Yuan, der auch oft als Renminbi bezeichnet wird. Politiker in Amerika und in Europa fordern jedenfalls schon seit langem dessen markante Aufwertung.

Seit die chinesische Regierung im Juli 2005 die Bindung an den Dollar (der Dollarkurs lag damals bei 8,28 Yuan) aufgegeben hat, zieht die Notierung schrittweise auch schon an. Aktuell bekommt man für einen Dollar nur noch 7,40 Yuan, was dem tiefsten Stand seit 1993 entspricht.

Außenbilanz und Wachstum sprechen für denYuan

Seit Juli 2005 hat die chinesische Landeswährung damit schon um deutlich mehr als zehn Prozent zugelegt. Und der Aufwärtstrend dürfte auch zukünftig anhalten. Denn es gibt einige überzeugende Gründe, welche Wetten auf einen weiter steigenden chinesischen Yuan als eine der sichersten Spekulationen am Devisenmarkt erscheinen lassen.

Als Pluspunkte zugunsten des Yuan können das rasante Wirtschaftswachstum (im dritten Quartal 2007 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 11,5 Prozent zum Vorjahr) in China sowie der enorme Handelsbilanzüberschuss (In den ersten neun Monaten 2007 belief sich das Plus auf 185,6 Milliarden Dollar) angeführt werden.

Überzeugende Gründe für eine anhaltende Aufwertung

Faktoren wie diese üben einen permanenten Aufwertungsdruck aus und die Chinesen, die bisher zum Schutz ihrer Exporteure einen zu starken Yuan bekämpften, scheinen sich den Argumenten langsam zu beugen. Die chinesische Nachrichtenagentur Market News International berichtete jüngst jedenfalls schon von einer durch die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission Chinas erarbeiteten Studie, wonach die Regierung den Yuan 20 Prozent aufwerten solle. Premier Wen Jiabao dementiert zwar umgehend eine einmalige Währungsaufwertung, so oder so scheinen aber steigende Notierungen vorprogrammiert zu sein.

Als Yuan-Bulle entpuppt sich auch Anlage-Guru Jim Rogers. Der ehemalige Partner von George Soros und Prediger der Rohstoffhausse kann sich beim Yuan über das kommende Jahrzehnt hinweg möglicherweise sogar eine Vervierfachung vorstellen. „China wird sich zum wichtigsten Land des 21. Jahrhunderts entwickeln und der Yuan ist die beste Währung, die man zur Zeit kaufen kann“, sagt Rogers, der sich derzeit nach eigenen Angaben komplett von Dollar-Investments abwendet und stattdessen den Yuan favorisiert.

Moderate jährliche Zuwächse realistisch

Wer als Anleger dieser Idee im Depot umsetzen wollte, hatte dazu bislang allerdings nur begrenzte Möglichkeiten. Ganz besonders galt dies für jene Investoren, die möglichst alle Risiken ausschalten wollten. Doch mit zwei bis zum Dezember 2012 laufenden Renminbi Kapitalschutz Anleihen, die noch bis zum 30. November vor Aufnahme des Börsenhandels gezeichnet werden können, erweitert die ABN Amro jetzt den Handlungsspielraum (siehe Infografiken).

Wie der Name schon sagt, ist das eingesetzte Kapital abgesichert und dieser Punkt ist vermutlich mitentscheidend dafür, dass Funda Tarhan, Zertifikate-Spezialistin bei ABN Amro, während der noch laufenden Zeichnungsfrist von einer überraschend regen Nachfrage von Seiten der Anleger berichtet. Die eine angebotene Produktvariante bietet einen 100-prozentigen Kapitalschutz und eine 120-prozentige Partizipation an den erhofften Kurssteigerungen gegenüber dem, Dollar (steigt der Renminbi um ein Prozent, steigt die Anleihe um 1,2 Prozent). Variante zwei beinhaltet einen nur 90-prozentigen Kapitalschutz, aber dafür eine 170-prozentige Partizipationsrate.

Ob die Aufwertung so stark ausfallen wird, wie von Rogers vorhergesagt, bleibt zwar noch abzuwarten. Eine anhaltende graduelle Aufwertung scheint aber auf jeden Fall realistisch zu sein. So rechnen die Analysten bei der österreichischen Zentralbank mit Aufwertungsschritten von rund fünf Prozent jährlich. Stimmt diese Annahme, würde dies Renditen bei den beiden Renminbi-Kapitalschutz-Anleihen von sechs bzw. acht Prozent bedeuten. Angesichts begrenzter Risiken wären das für viele risikoaverse Investoren bestimmt relativ akzeptable Ergebnisse.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: Bloomberg, F.A.Z., REUTERS

 
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