12. Februar 2004 War der Euro nach seiner Einführung zunächst belächelt worden, so hat sich das Bild in den vergangenen Monaten mit den zum Teil massiv steigenden Kursen gegen den Dollar deutlich gewandelt. Plötzlich ist von der Sorge über die starke Volatilität die Rede und von der angeblichen Tatsache, daß die Währung den Gleichgewichtspunkt längst überschritten haben und damit überbewertet sei.
Dabei weiß zunächst niemand genau, wo das Gleichgewicht liegt. Und selbst wenn man es beispielsweise als Kaufkraftparität definiert, so haben Währungen die unangenehme Eigenschaft, sich nur ganz selten und nur vorübergehend auf diesem Punkt zu befinden. Meist befinden sie sich weit abseits und könnten dort zum Teil auch längere Zeit verharren.
Kaufkraftparität läßt sich langfristig nicht aushebeln ...
Solche Phänomene sind relativ leicht zu erklären. Denn die Devisen lassen sich schnell auch in großen Summen rund um die Welt bewegen, während sich die Wirtschaft nur relativ langsam verändert. Und selbst dann haben Konzepte wie die Kaufkraftparität Schwächen. Denn sie unterstellen die völlige Flexibilität der verschiedenen Wirtschaftssub- und objekte. Diese Annahmen ist schlicht und einfach irrational. Denn wenn ein Big Mac von McDonald's in China ein Euro kostet, in Europa dagegen 2,30 Euro, so wird niemand auf die Idee kommen, nach China zu reisen, nur um einen Big Mac zu kaufen. Denn die Reisekosten sind zu hoch.
Völlig anders sieht es dagegen aus, wenn man größere Mengen an Waren - zum Beispiel wertvolle Elektronikprodukte - betrachtet. Plötzlich fallen die Transportkosten im Verhältnis zum Preisvorteil kaum noch ins Gewicht. Das heißt, plötzlich funktioniert die Theorie. Zumindest langfristig. Währungen von Ländern, die mehr exportieren als sie importieren, werden in einem freien Markt aufwerten. Umgekehrt werden die Währungen von exportschwachen Nationen in der Tendenz abwerten.
Genau dieser Effekt ist zur Zeit beim Dollar deutlich zu beobachten. Denn Amerika hat ein gewaltiges Leistungsbilanzdefizit. Das Land kauft mehr Güter im Ausland ein als es dorthin liefert. Besonders ausgeprägt im Verhältnis mit den asiatischen Staaten. Trotz allem hielt sich der Dollar relativ lange gut, da vor allem in den 90er-Jahren viel Anlagekapital nach Amerika floß. Und zwar unabhängig von den Warenströmen. Allerdings scheint dieser Geldstrom in der vergangenen Zeit abgenommen zu haben, so daß sich das Handelsbilanzungleichgewicht am Devisenmarkt zu Lasten des Dollars immer stärker bemerkbar macht.
... ufeste Wechselkurse lassen sich bei Ungleichgewichten nicht halten
Es gab und gibt immer wieder Forderungen, feste Wechselkurse einzuführen. Sie setzen allerdings voraus, daß sich die Konjunktur in den unterschiedlichen Ländern ähnlich entwickelt und sich die Handelsströme sich nicht wesentlich ändern. Sobald jedoch im Handel Ungleichgewichte auftreten, muß der Wechselkurs früher oder später angepaßt werden. Auf Grund der starken Nachfrage nach chinesischen Produkten müßte theoretische die chinesische Währung aufwerten gegen andere Währungen. Allerdings ist sie bisher mit 8,2774 Yuan fest gebunden an den Dollar.
Auf Grund der starken Warenexporte nehmen Chinas Devisenreserven immer mehr zu. Früher oder später muß es zu einer Anpassung kommen. Beinahe jeder weiß das und versucht - unter Umständen auf Umwegen - an die chinesische Währung oder chinesische Vermögensgüter heranzukommen, um von der Aufwertung profitieren zu können. Solche Bestrebungen verstärken den Aufwertungsdruck zusätzlich. Und genau das scheint momentan im Hintergrund abzulaufen.
Aus diesem Grund steigt die Wahrscheinlichkeit, daß die Währung eher früher als später felxibilisiert wird. Manche Experten, beispielsweise die von der UBS, rechnen mit einer Umstellung der Yuanbindung an einen Währungskorb noch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres. Der Terminmarkt hat das längst eingepreist (siehe Grafik). Eine Aufwertung könnte der chinesischen Regierung ins Konzept passen, da sie sich über eine wirtschaftlich Überhitzung sorgt. Gleichzeitig würde sie auch den Druck von Japan nehmen, massiv gegen die Dollarschwäche zu interventieren. Die Japaner könnten den Yen etwas weiter aufwerten lassen. Damit spricht vieles für die asiatischen Währungen und gleichzeitig gegen den Dollar.
Text: @cri
Bildmaterial: Bloomberg
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.108,50 $ | +1,07% |
| Silber | 17,66 $ | +0,86% |
| Platin | 1.360,00 $ | −0,15% |
| Palladium | 331,50 $ | +0,45% |
| Rohöl Brent Crude | 77,40 $ | −0,32% |
| Gas | 0,33 £ | −1,22% |
| Kaffee | 1,40 $ | −1,44% |
| Zucker | 0,22 $ | −1,53% |
| Orangensaft | 1,16 $ | +0,13% |
| AMEX GOLD BUGS | 459,71 | +3,97% |
| AMEX OIL | 1.098,16 | +1,41% |
| Rogers International | 22,16 | +2,07% |
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298,14 | 292,46 | 274,23 |
Euro-Aktien-Index09.11.2009 17:35 |
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