Finanzkrise

Brown: IWF braucht Hunderte Milliarden Dollar

Die ölproduzierenden Staaten sollen nach Ansicht von Gordon Brown Geld in ein vom IWF verwaltetes Instrument einzahlen

Die ölproduzierenden Staaten sollen nach Ansicht von Gordon Brown Geld in ein vom IWF verwaltetes Instrument einzahlen

02. November 2008 Zur Überwindung der weltweiten Finanzkrise benötigt der Internationale Währungsfonds (IWF) nach Ansicht des britischen Premierministers Gordon Brown zusätzlich Hunderte Milliarden Dollar. „Wenn wir eine Ausbreitung der Finanzkrise verhindern wollen, brauchen wir eine bessere weltweite Absicherung, um in Not geratenen Volkswirschaften zu helfen“, sagte Brown im saudiarabischen Riad zum Auftakt seiner Reise durch die Golf-Region.

Nur so könnten wegen der Krise unter Druck geratene Volkswirtschaften vor einem Kollaps bewahrt werden. „Darum fordere ich mehr Mittel für den IWF, Hunderte Milliarden Dollar zusätzlich zu den 250 Milliarden Dollar, die (der Fonds) bereits hat.“

Notleidenden Volkswirtschaften das Überleben garantieren

Notwendig sei eine Politik, die notleidende Volkswirtschaften das Überleben garantiere, sagte Brown, der derzeit die Golfregion besucht, um für weitere Mittel für den Fonds zu werden. Brown will die Golfstaaten genauso wie China dazu bewegen, angesichts ihrer großen finanziellen Ressourcen Geld in ein vom IWF verwaltetes Instrument einzuzahlen. Vor allem die ölproduzierenden Staaten, die angesichts der steigenden Energiepreise in den vergangenen Jahren mehr als eine Billion Dollar eingenommen hätten, seien jetzt in der Verantwortung.

Es wurde erwartet, dass Brown auch auf einen stabileren Ölpreis dringen würde. Jüngst war er mit dem Öl-Kartell OPEC in Konflikt geraten. Die OPEC hat ihre Fördermenge gedrosselt, um so die Preise wieder hochzutreiben. Seine viertägige Reise führt Brown auch nach Abu Dhabi und Katar.

Wegen der Finanzkrise sind bislang vor allem Island, Ungarn und die Ukraine unter Druck geraten und haben vom IWF bereits Milliardenhilfen erhalten. Auch Pakistan steht vor einem Kollaps. In Washington kommen am 14. und 15. November die Staats- und Regierungschefs der G 20 zusammen, um über Konsequenzen aus der Finanzkrise zu beraten. Zur G 20 gehören die sieben führenden Industrienationen - darunter auch Großbritannien - und Russland sowie wichtige Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien.

Der IWF soll auch bei einem weltweiten „Frühwarnsystem“ gegen künftige Krisen eine Rolle spielen, das die französische EU-Ratspräsidentschaft ins Gespräch gebracht hat. Das geht aus einem Diskussionspapier Frankreichs für den EU-Sondergipfel am kommenden Freitag in Brüssel hervor. Gleichzeitig wird darin
ein Aufbrechen der traditionellen Führungsrolle von den Vereinigten Staaten und Europa in den großen Weltfinanzinstitutionen IWF und Weltbank in Aussicht gestellt. Bei dem informellen Sondergipfel wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs den Weltfinanzgipfel am 15. November in Washington vorbereiten.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS

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