Finanzkrise

Der Weg in das Milliarden-Desaster

Seit dem Jahr 2000 haben die Banken Billionen Euro an Krediten vergeben und an zusätzlichem Geld geschöpft. Jetzt geht die Angst vor Geldvernichtung um. Wie erklären sich diese astronomisch hohen Geldbeträge? Von Benedikt Fehr

Lesermeinungen zum Beitrag

07. Januar 2009 09:41

@Lebensakrobat

Fritz Vandermöhlen (FritzV)

Sie schreiben "Die für mich erstaunlichste (und leider erst frische) Einsicht in dieser Krise war, dass Geld privatwirtschaftlich erzeugt wird." Nun, das soll ja auch nicht jeder wissen. Darum hängt das auch nicht an der großen Glocke. Im Wiki heißt es: >Das private Geld- und Kreditsystem wurde in den Vereinigten Staaten am 23. Dezember 1913 durch Unterzeichnung eines Kongressbeschlusses (Federal Reserve Act) durch Präsident Woodrow Wilson gegründet. Dem Federal Reserve Act war eine Untersuchung des Kongresses durch Samuel Untermyer, die Pujo Money Trust Investigation, vorangegangen. Untermyer, als Anwalt Teilhaber der Kanzlei Guggenheimer, Untermyer & Marshall, assistierte auch beim Entwurf des Gesetzes. Der Vorschlag zur Etablierung einer Zentralbank nach europäischem Vorbild stammte von Paul Moritz Warburg, Teilhaber des Bankhauses Warburg in Hamburg und Kuhn, Loeb & Co. in New York. Er wurde auch 1914 auf Vorschlag Präsident Wilsons in den Rat der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve Board) berufen und zu ihrem Vizepräsidenten ernannt.< Interessanterweise wurde die FED ca. ein halbes Jahr vor Ausbruch des ersten Weltkrieges bewußt. Es gibt Theorien, daß man auf diese Art zusätzliches Geld dafür beschaffen wollte.

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07. Januar 2009 09:37

Reicher durch Geldhandel

gisbert heimes (gisbert4)

Die Aufblähung der Geldvolumina an sich bedeutet noch nicht 'reicher' (die ganz gewöhnliche 'Inflation' ist aber dennoch schlecht, weil sie nicht gleichmäßig verläuft, ansonsten wäre es ziemlich egal, wieviel Zehnerpotenzen man an den Nominalwert dranhängt oder umgekehrt wieder wegstreicht, was auch nicht 'ärmer' macht - Lira, Franc). Das Kernproblem war und ist, daß Geld über seine ursprünglichen volkswirtschaftlichen Funktionen hinaus als WARE handelbar gemacht wurde. Die ganze Energie und das ganze Interesse des Finanzsektors richtete sich als Konsequenz daraus auf die Erzielung von Transaktionsgewinnen aus der Plazierung und dem Handel von 'innovativen' Finanzprodukten. Mit der hypertrophisch wachsenden Unübersichtlichkeit der Finanzmärkte entglitten diese nicht nur zunehmend der Kontrolle der Aufsichtsbehörden, sondern den Akteuren selbst. Fazit: bitte selbst ziehen.

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07. Januar 2009 06:50

Ergänzung zu Reichtum durch Geldmengenwachstum?

Kurt Baldes (Lebensakrobat)

Herr Ackermann, der Vorstandsvorsitzer der Deutschen Bank, ist ja nicht ohne Grund zum Buhmann ausgeguckt worden, als er sinngemäß erklärte: "Wir bringen die Eigenkapitalrendite auf 25%", im Klartext: wir machen die Aktionäre reicher. Er selbst schreibt sich das Verdienst daran in Form von etlichen Millionen pro Jahr gut und etliche seiner Mitarbeiter streichen ein Mehrfaches seines Gehalts ein. Die Geldwirtschaft hat ihrer Klientel suggeriert, dass für sie auch möglich sei, an einem überproportionalen Wachsen des Reichtums (im Vergleich zum Wirtschaftswachstum) zu partizipieren. Der Konflikt spiegelt sich meist in ein und derselben Person: Verbraucher -> Preisminimierung Geldanleger -> Renditemaximierung Bürger als Teil der Allgemeinheit -> Nettozahler der pekuniären, informationellen, moralischen Defizite

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07. Januar 2009 06:19

reicher durch Geldschöpfung?

Kurt Baldes (Lebensakrobat)

Aber freilich kann man durch Geldschöpfung reicher werden! Die für mich erstaunlichste (und leider erst frische) Einsicht in dieser Krise war, dass Geld privatwirtschaftlich erzeugt wird. Zwar soll der Vorgang reguliert werden, aber der Artikel beschreibt ja, woran das scheiterte. Also eine Geschäftsbank erzeugt Geld und verwaltet Geld. Sie zahlt Zins und sie fordert Zins. Es gibt nun eine Differenz zwischen Schuldzinsen und Forderungszinsen. Die Größe dieser Differenz ist eine Frage der Konkurrenz im Markt, was die Bank draus macht, eine Frage der Kreativität. Das Geld kann ja wieder rund laufen in der Finanzsphäre. Die Bank wird reicher, wenn das Geld realisiert wird. Banken haben die höchsten Gebäude in Deutschland. Die Bank reicht es durch an ihre höheren Angestellten, die sich z. B. eine Yacht kaufen. Sind Sie damit einverstanden, Herr Fehr, wenn ich die Aussage “…durch die Geldschöpfung“ wird „niemand reicher“ umformuliere in „Durch die Geldschöpfung werden wir alle zusammen nicht reicher“ ? Es ist halt eine Frage der Verteilung.

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07. Januar 2009 05:20

Nullsummenspiel? Geldvermehrung?

Kurt Baldes (Lebensakrobat)

Geld kommt in die Welt als Kredit. Es wird erzeugt in der Erwartung, dass es nach seinem Umlauf zurückkommt und das mit Aufschlag=Zins. Nun kann die Reise des Gelds länger oder kürzer sein, es tritt in verschiedenen Verkleidungen auf wie Produktivkapital, Aktie, Versicherungsprämie, Derivat usw. Alle diese Erwartungen, die ihm unterwegs aufgeladen werden, erfüllen sich dann, wenn es realisiert wird als Preis auf dem Gütermarkt. Dann kann es zurückfliessen zum Erzeuger und ist verschwunden. Aber da war ja noch der Aufschlag. Der wird bezahlt aus dem Wachstum des Gütermarkts. Wenn nun längerfristig die in Kredit ausgedrückten Erwartungen höher sind als die erzielten Preise, dann wächst die Geldmenge mehr als die Realwirtschaft. Immer mehr Verkleidungen werden für das Geld geschneidert und immer schneller gewechselt. Die Erwartungskette bricht. Ein Teil des Geldes verschwindet (Aktienkurse fallen, Insolvenzen usf.), eine privatwirtschaftliche Sache. Wenn aber die Schmiermittelfunktion des Geldes bedroht ist wie augenblicklich, wird gemeinwirtschaftlich das eigentliche Problem maskiert, die Notenpresse wird angeworfen, der Staat nimmt Kredite auf (sic!). Die Erwartungen werden nochmal prolongiert. Wie lange noch?

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06. Januar 2009 20:29

Die Geldpolitik der Bundesbank, Seite 109. Bundesbank, 10.1996

Sophia Orti (rum)

Refinanzierung der Banken, Anteil in %. Jahr - Diskont - Pensionsgesch\xe4fte - Lombard | 1980 - 83,5 - 6,0 - 10,5 | 1981 - 86,6 - 6,9 - 6,5 | 1982 - 79,9 - 14,8 - 5,3 | 1983 - 83,9 - 8,0 - 8,1 | 1984 - 76,5 - 15,9 - 7,6 | 1985 - 64,0 - 34,7 - 1,3 | 1986 - 66,2 - 33,2 - 0,6 | 1987 - 66,7 - 33,0 - 0,3 | 1988 - 51,6 - 47,7 - 0,7 | 1989 - 39,0 - 59,9 - 1,1 | 1990 - 42,2 - 56,3 - 1,5 | 1991 - 37,9 - 61,1 - 1,0 | 1992 - 34,0 - 65,4 - 0,6 | 1993 - 27,7 - 71,8 - 0,5 | 1994 - 29,5 - 69,7 - 0,8 |

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05. Januar 2009 23:48

Die Rolle der Notenbanken

gisbert heimes (gisbert4)

Notenbanken sind selbstverständlich keine Banken. Speziell die Rolle der Deutschen Bundesbank als 'Währungshüterin' war in der Geschichte der Bundesrepublik von zahlreichen Konflikten mit der Politik gekennzeichnet. Das Bundesbankgesetz schrieb die Unabhängigkeit der Notenbank sogar fest; diese hatte quasi Verfassungsrang. Mit der Einführung des Euro ist dieser Aspekt in den Hintergrund getreten; die EZB sieht sich bislang jedenfalls sogar weniger politischen Pressionen ausgesetzt. In der jetzigen Krise blieb der EZB nichts anderes übrig, als die Geldmärkte gemeinsam mit der Fed und den anderen wichtigen Notenbanken wieder und wieder zu 'fluten', um letale Funktionsausfälle des Finanzsystems und damit der Gesamtwirtschaft zu vermeiden. Die Rechnungen für diese Hilfsmaßnahmen sind allerdings allesamt noch offen, und es muß sich noch erweisen, ob sie das Ende der bisherigen Ordnung nicht bloß noch einmal hinausgezögert haben.

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05. Januar 2009 22:31

Der Anreiz, Wert zu schaffen durch Zinspflicht

Sophia Orti (rum)

"Diese Pflicht zur Zinszahlung gibt der Geschäftsbank einen Anreiz, mit dem geschöpften Geld so umzugehen, dass Wert geschaffen wird - und die Volkswirtschaft an Wohlstand gewinnt." --- Klassisch ist die Aufgabe des Notenbankkredits die Ermöglichung und Erleichterung des Durchlaufs der Güter von der Produktion bis zur letzten Verwendung. Hier geht es um Kredit für den Absatz *schon produzierter* Güter, der Diskont von Finanzwechseln blieb immer eine Ausnahme, mit der sehr vorsichtig umzugehen war. Zins von Notenbankkredit als Anreiz Wert zu schaffen, setzt aber voraus, daß diese Güter noch nicht produziert wurden. Und ich lasse hier meinen Zweifel zur Seite, daß es unbedingt ein Anreiz zur Produktion ist. Das ist aber die moderne Geldpolitik, die Notenbank ist keine Bank mehr, sondern eine Währungsbehörde, die immer mit der Konjunktur zu tun haben muß. Die Folge ist zusätzliche Spannung zwischen Staat und Notenbank, denn jetzt hat der Finanzminister einen Vorwand (angebliche wirtschaftspolitische Wohltätigkeit), um von der Notenbank Geldfälschung für seine Zwecke zu verlangen.

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05. Januar 2009 17:47

Antwort vom Autor: Zu schlicht falsch, was Sie schreiben

Benedikt Fehr (FAZ-bf)

Viele Menschen sind der Ansicht, dass durch den Akt der Geldschöpfung jemand reicher wird - zum Beispiel weil das Herstellen eines 100-Euro-Scheins nur ein paar Cent kostet, er dann aber zu 100 Euro in Umlauf gebracht wird. Darauf bezieht sich die Aussage "... niemand wird reicher". Im Text sieben Zeilen weiter wird dann aber auf die Zinspflicht eingegangen. Vermutlich sind Sie mit dem Lesen nicht so weit gekommen?? Dort heißt es: "Die Zentralbank verdient aber an den Zinsen, die die Geschäftsbank für den ihr gewährten Kredit zahlen muss. Diese Pflicht zur Zinszahlung gibt der Geschäftsbank einen Anreiz, mit dem geschöpften Geld so umzugehen, dass Wert geschaffen wird - und die Volkswirtschaft an Wohlstand gewinnt. Ähnlich legt die Pflicht zur Zinszahlung auch dem privaten Kreditnehmer nahe, das aufgenommene Geld effizient zu verwenden."

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05. Januar 2009 17:16

Finanzkrise

Volker Westerborg (westerborg)

Sehr lesens- und empfehlenswert, insbesondere für die in wirtschaftlichen Fragen "unterbelichteten" Deutschen!

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05. Januar 2009 16:57

Kompliment!

Thilo Brandner (schlevian)

Ich möchte mich Herrn Baldes anschließen: Inhaltlich kann ich zu der Debatte wenig beitragen. Ich empfinde es aber als ausgesprochen wohltuend, dass der Autor auf die Kommentare eingeht, so dass sich tatsächlich eine Diskussion entwickelt. Bisher war ich mir nie sicher, ob die Autoren die Kommentare überhaupt zur Kenntnis nehmen. Ich wünschte mir also, andere Autoren würden dem Beispiel Herrn Fehrs folgen und auf Leserkommentare antworten (auch wenn ich nicht verkenne, dass das wiederum Mehrarbeit bedeutet!). Sollte das nunmehr gar "offizielle" Politik von FAZ.net werden, kann ich nur rufen: Ausgezeichnet!

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05. Januar 2009 15:45

Schlicht falsch, was Sie schreiben

B. L. (KurtKiesel)

"Wiederum anders als vermutet, wird durch die Geldschöpfung niemand reicher:..." Zwar steht bei der Geldschöpfung in der Bilanz der Geschäftsbank die Einlage des Kunden von 100.000 Euro als Verbindlichkeit der Kreditforderung der Bank gegen den Kunden von ebensolchen 100 000 Euro gegenüber. Was aber geschieht im Falle der Rückzahlung des Kredits? Es findet dann zwar eine sogenannte “Bilanzverkürzung” der Bank statt, sie verringert also sowohl ihr Vermögen als auch ihre Verbindlichkeiten, sprich ihre Aktiv- wie auch ihre Passivseite. Damit wird Geld tatsächlich “vernichtet”. Somit könnte man tatsächlich glauben, niemand würde durch die Geldschöpfung reicher. Das stimmt jedoch schon deshalb nicht, weil die Bank ja Zinsen erhält. Die Banken haben so einen gewaltigen Anreiz, immer mehr Kredite zu vergeben und ihre Bilanzsummen aufzupusten. Und darin liegt eine der Ursachen der Krise. Ferner darf nicht übersehen werden, dass eine Bank ja ihre Kreditforderungen verbriefen, beleihen und investieren können und dies ja im Interbankenhandel auch passiert (aus kurz mach lang), woran alle prächtig verdient haben: also sehr wohl an der "Geldschöpfung" reicht geworden sind. Verschwiegen Sie das mit Absicht, Herr Fehr?

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05. Januar 2009 12:28

Dickes Lob dem Autor und den Lesermeinungen!

Kurt Baldes (Lebensakrobat)

Dem Autoren und den Kommentargebern herzlichen Dank. Für mich als Laien mit sehr rudimentären Kenntnissen der Finanzsphäre und quasi nur Katastrophenvoyeur waren sowohl der ausgezeichnete Hintergrundartikel wie der anschließende Austausch von Argumenten sehr erhellend. Dass bei der Diskussion der Autor hier eingegriffen hat, unterscheidet dieses Artikel-Kommentar-Ensemble wohltuend von den üblichen Informationshäppchen. Mein unbescheidner Wunsch wäre wirklich eine Fortsetzung der Diskussion, um weiter zu klären und zu bewerten.

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05. Januar 2009 12:07

@ Benedikt Fehr: sogar die eigentliche Ursache benannt - Konsequenzen?

gisbert heimes (gisbert4)

Zitat: <<<Dieses Vertrauen auf die Vernunft der Wirtschaftsakteure und auf die Effizienz des Marktes hat aber offensichtlich die Eigendynamik spekulativer Prozesse unterschätzt>>> Das Problem ist und bleibt der menschliche Faktor, etwas verschämt umschrieben mit 'Eigendynamik spekulativer Prozesse'. Es wird nicht reichen, die Fehlleistungen des Systems zu kaschieren und möglicherweise seine Mechanismen zu verbessern. Damit allein werden wir unsere ökonomische Basis im Stadium der Weltgesellschaft nicht sichern. Die globale Wirtschaft erfordert den Einsatz kollektiver Vernunft.

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04. Januar 2009 22:37

Überweisung von Bank A nach Bank B bedarf Refinanzierung

Sophia Orti (rum)

Das ist eine sehr wichtige Sache. Noten und Einlagen bei der Notenbank sind für die Geschäftsbanken wie Gold für die Notenbanken in der Zeit der Goldwährung. Die modernen bargeldlosen Methoden und die immer größeren Banken mit vielen Filialen, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, daß Zahlungen innerhalb desselben Instituts bleiben, verringern den Einfluß der Notenbank auf den Kredit der Geschäftsbanken. Dies kann nur mit gesetzlichen Vorschriften (wie die "Mindestreserve") ausgeglichen werden. Ich persönlich gebe der Notenbank Arbeit und kaufe nur mit Banknoten (eigentlich Geldscheine) ein.

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03. Januar 2009 15:59

Antwort des Autoren auf: M x U = P x Y

Benedikt Fehr (FAZ-bf)

Der Geldschöpfungsmultiplikator spielt eine wichtige Rolle, wenn die Zentralbank die Geldmenge direkt kontrolliert, aber nicht, wenn sie die Inflation über Kreditnachfrage/Höhe des Leitzinses zu steuern versucht. Die Umlaufgeschwindigkeit kann nicht gemessen werden, sondern wird aus den drei messbaren Variablen M, P und Y abgeleitet: U = P x Y /M Y steht für Bruttoinlandsprodukt, darin nicht enthalten sind die Vermögenswerte und deren etwaige Preissteigerungen. Die Umlaufgeschwindigkeit ist gesunken, weil ein Teil der zusätzlichen Geldmernge an die Vermögensmärkte geflossen ist, also nicht in P (Verbraucherpreise) oder Y. Dies nicht erfassen zu können, ist einer der Mängel der Quantitätstheorie.

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03. Januar 2009 15:58

Antwort des Autoren auf: Doppelte Buchführung

Benedikt Fehr (FAZ-bf)

Die Bank verbucht auf ihrer Aktivseite eine Forderung von 100 000 und auf ihrer Passsivseite eine Kundeneinlage von 100 000. (Die eine Buchung ist die Gegenbuchung der anderen). Haben Sie schon einmal davon gehört oder erlebt, dass Sie über ihr Guthaben nicht verfügen konnten, weil „die Bank nach außen hin keine Reserven“ hatte? Wenn der Kunde sein Guthaben von Bank A auf eine andere Bank überweist, muss sich Bank A refinanzieren – zum Beispiel über den Geldmarkt. Auf die Limitierung der Kreditvergabe durch haftende Eigenmittel (Eigenkapitalunterlegung) wird im Artikel „als zweite Bremse“ ausdrücklich eingegangen. Etwas verständigeres Lesen wäre nicht verkehrt gewesen.

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03. Januar 2009 15:57

Antwort des Autoren auf: Thema verfehlt

Benedikt Fehr (FAZ-bf)

Der Strukturwandel spielt eine Rolle, aber eine monokausale Erklärung der Krise greift m.E. zu kurz. Ich habe in einem anderen Artikel versucht, die polit-ökonomischen und internationalen Zusammenhänge aufzuzeigen – auch dies ist nur ein Ausschnitt des komplexen Geschehens. http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EEF6FC52887ED40AE806C30DC3B129E8D~ATpl~Ecommon~Scontent.html Die Notenbanken senken die Leitzinsen, weil die Preise vieler Finanzprodukte fallen, und weil sie deshalb die Nachfrage nach Krediten/Finanzprodukten zu beleben versuchen. Die Flucht der Anleger in die Sicherheit lässt die Kurse vieler Staatsanleihen steigen, nicht fallen – was ihre Renditen drückt.

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03. Januar 2009 15:56

Antwort des Autoren auf: Positive und negative Geldmenge

Benedikt Fehr (FAZ-bf)

Diese Unterscheidung gibt es nicht. Durch die Kreditvergabe entsteht Buchgeld (auch Giralgeld genannt), das zu Geldmengenaggregaten wie M1, M2 oder M3 zählt. Zu: Ursachen der Finanzkrise außer acht gelassen... „Derivat“ ist ein Oberbegriff für ganz unterschiedliche Finanzinstrumente, von Zins-Swaps über Aktienoptionen bis hin zu Rohstoff- oder Anleihe-Futures. Dass aus 12 Billionen $ an Hypotheken-Darlehen durch „Umpacken“ 1600 Billionen $ an Derivaten entstanden sein sollen, halte ich für falsch, möglicherweise wird hier einiges zusamengeworfen. Die BIZ beziffert das Gesdamtvolumen auf rund 684 Billionen $. http://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qa0812.pdf dort Seite A103 Zum –in der Tat bedrohlich großen - Derivatevolumen gibt es einen Artikel in der F.A.Z. http://www.faz.net/s/RubBD6B20C3D01A48D58DA92331B0A80BC3/Doc~E2E64F149829545E589B33E97122FF9BB~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell

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03. Januar 2009 15:54

Antwort des Autoren auf: ..aber wer gewinnt?

Benedikt Fehr (FAZ-bf)

Es gibt viele Gewinner: Das gilt zum Beispiel für einen Unternehmer, der einen Kredit aufgenommen hat, um eine Maschine zu kaufen, deren Produkte er gewinnbringend verkauft. Ähnlich haben die Kredite das starke Wachstum der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren finanziert, was den Wohlstand von buchstäblich Milliarden Menschen beträchtlich erhöht hat. Anders sieht es für denjenigen aus, der ein –wie sich später herausstellt –überteuertes Eigenheim auf Kredit gekauft hat: Er hat einen Kredit am Bein, aber der Wert seines Hauses fällt – und reicht womöglich bei einem Verkauf nicht aus, den Kredit zu tilgen. Der Verkäufer mag aus dem Verkauf des Hauses Gewinn gezogen haben (abhängig von seinem Einstandswert). Das Geld, das er erlöste, hat er entweder für andere Käufe wieder ausgegeben, oder zum Beispiel als Festgeld bei einer Bank angelegt. Das durch die Kreditvergabe geschöpfte Geld wird also zu einem guten Teil zu Giro-, Spar- und Festgeldguthaben

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03. Januar 2009 15:52

Antwort des Autoren

Benedikt Fehr (FAZ-bf)

Vielen Dank für die teils lobenden, teils kritischen Kommentare. Ich kann nicht auf alle mails eingehen, will aber versuchen, auf einige Fragen und Irrtümer (aus meiner Sicht) einzugehen, und zwar in der Reihenfolge,in der die mails eingegangen sind. Zu: Stimmt das? Über die Gründe, weshalb die Fed die Daten zu M3 nicht länger veröffentlicht, gibt es viele Spekulationen. Die Fed selbst hat dies damit begründet, dass M3 gegenüber M2 keinen Zusatznutzen biete. Das kann man glauben, oder nicht. In dem Artikel sind M2-Daten verwendet, dies ich auf der Web-Site der Fed abrufen lassen. Die OECD-Daten finden sich unter http://stats.oecd.org/wbos/Index.aspx?querytype=view&queryname=170, dort auf Seite 2 (broad money, dort auch – vielleicht von der OECD berechnet, vielleicht eine fehlerhafte Angabe, Daten zu US-M3). Für den Euro-Raum sind es M3-Daten der EZB. Der Geldschöpfungsmultiplikator spielt bei geldpolitischen Konzepten, welche die Inflation der Verbraucherpreise in den Vordergrund stellen und die Kreditnachfrage über den Leitzins steuern, allenfalls eine untergeordnete Rolle.

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03. Januar 2009 11:19

Geldschöpfung @Hartmann

Sophia Orti (rum)

Der Kunde kommt mit einem guten Handelswechsel, der 100 Euro wert ist, die Bank kauft ihn für Eur 99 und in drei Monaten bekommt sie Eur 100. Alles kann mit Buchgeld laufen, auch der 1 Euro Gewinn der Bank, die Zinsen der Bank. Notfalls kann die Bank den Wechsel bei der Notenbank rediskontieren: so eine Geldschöpfung der Geschäftsbank folgt denselben Regeln als die Geldschöpfung der Notenbank und ist absolut harmlos. Im heutigen System geht es nicht so, und wer glaubt, daß jede Bank eine tolle Zweisäulenstrategie hat, um zu entscheiden, wieviel Geld sie schafft? Was Herr Fehr sagt, stimmt selbstverständlich nicht: es genügt der Ausgleich nicht. Geldschöpfung ist eine sehr heikle Sache. Eine Bank, die ihre eigenen Zinsen durch inflatorische Geldschöpfung geschafft hat, hat sich selbstverständlich durch Betrug bereichert. Ebenso derjenige, der weniger zurückzahlt als geliehen hat. Der geldschaffende Kredit soll sehr kurzfristig sein, denn nur so kann man das Geld wieder schnell vernichten. Der Umlauf soll den umlaufenden Waren/Dienstleistungen entsprechen, die Schöpfung der Produktion, wie andere hier auch bemerkten. Wenn die Notenbank den Umlauf nicht unter Kontrolle hat, dann hat sie ihre Aufgabe nicht gemacht

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03. Januar 2009 10:23

Weit daneben geschossen....

Paul Fister (jumok)

Unglaublich, wie der wichtigste Grund fuer diese 'Korrektur' uebersehen wird. Der Ursprung diese Malaise liegt in the Hypotheken, die an Zahlungsunfaehige (und zuletzt auch Zahlungsunwillige) vergeben wurden. Diese Hypotheken widerum sind politischen Urprungs - die Democratic Party in den USA hat amerikanische Banken gesetzlich gezwungen, riskanten Kunden Kredite zu gewaehren. Solange Immobilienpreise gestiegen sind, hat's natuerlich geklappt. Leute haben Haeuser gekauft und innerhalb weniger Monate mit guter Rendite weiterverkauft. Das hat noch mehr Spekulanten angelockt. Die Banken haben diese minderwertigen Hypotheken pyramidenmaessig als 'gute Investition' weiter gehandelt. Durch 'greed' (ich kenne das deutsche Wort dafuer nicht) sind Banken in vielen Laendern in dieses Geschaeft verwickelt worden. Als die Immobilienpreise schlussendlich stagnierten, ist das ganze Kartenhaus umgefallen. Es hat mich ueberrascht, dass sogar Deutsche Banken diesem Schwindel reingefallen sind. Die von den Staatsbanken erfundene Loesung (soviel Geld reinpumped wie es braucht) wird uns noch zusaetzliche Probleme bringen. Es scheint, dass die Lektionen unserer Vorvaeter von ca. 1925 schon ganz ins Vergessen geraten sind.

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02. Januar 2009 19:54

Die Sollbruchstelle des Systems, Herr Fehr

Andreas Seidl (ASeidl)

ist doch die Tatsache, daß alles Giralgeld verzinst werden muß. Wenn dann die Zinsen nur mehr durch die Schaffung neues Giralgelds bezahlt werden können bedeutet das den Kollaps. Ein paar Zahlen zum Nachdenken: Die Staatschulden der USA betragen ~10 Billionen Dollar, das heißt bei 3 % Zinsen muß der US Staat 300 Milliarden pro Jahr an Zinsen aufbringen. Die Gesamtschulden der USA incl. geschäftlicher und privater werden auf ~50 Billionen Dollar geschätzt. Bei 5 % müßte die Amerikanische Gesellschaft 2500 Mrd $ pro Jahr für Zinsen erwirtschaften. Jährlich liefert die Welt für 600 Mrd $ Waren und Dienstleistungen in die USA für die sie als Gegenleistung nur US$ bekommt, die die Gläubigerländer meist in der Form von US Staatsanleihen als "Währungsreserven" bunkern. Auf diesem Hintergrund ist es völlig logisch, daß das Zinsniveau sich null annähern muß, was es auch tut. Irgendwann kapieren die "Investoren" daß geringe Zinsen über die Inflation einen Wertverlust der "Anlage" bedeuten. Die Folge wäre, daß die Attraktivität der Anleihen sinkt, wie in Ungarn geschehen. Die Maßnahme: die FED kauft die Anleihen. Europa ist den USA in diesem Trend nachläufig, die Situation wird aber durch die Einzelinteressen der Eurostaaten nicht besser.

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02. Januar 2009 19:36

endlich Mal etwas mehr background,nur wie hoch ist die tatsächliche Inflation?

mi do (FAZ_realo)

Vorweg, möchte ich mich für den umfangreichen Artikel bedanken. Der Artikel war aber auch überfällig, um etwas mehr Licht in die komplexen Abgründe der Finanzwelt zu bringen. Folgende Fragen bleiben aber dennoch unbeatwortet: # wieviel ist der € am 1.1.2009 tatsächlich noch wert? (ich erwarte keine Devisenkurse, sondern eine Recherche bzgl. der Geldmenge (cash plus € in den Büchern) und den verfügbaren Sachwerten (z.B. Land, Häuser, Fabriken, Straßen, Güter, ...) # der Vergleich muß mit einem beruhigten Referenzzeitraum durchgeführt werden (z.B. 1968 <==> 2008) # wieviel ist der $ wert? ähnliche Kalkulation (amerik. Besitz zur $-Geldmenge) # wie hoch ist/war die Inflation in den letzten 40Jahren? # wie oder wer bezahlt in den nächsten 40 Jahren die Defizite und Differenzen zurück? (quasi die Risikoträger der Finazzblase) FAZIT: Denn, wenn man ihren Artikel volkswirtschaftlich sieht, müssen unter dem Strich die Güter sehr viel mehr an Wert besitzen, oder umgekehrt, das Geld ist nur ein Bruchteil dessen Wert, welches es z.B. 1968 besaß. Wer also rechnet mal nach? Oder sind die Zahlen bekannt? Vielen Dank und bitte weiterhin mehr Hintergründe, als Polemik (das Geld ?"verpufft"?).

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02. Januar 2009 03:23

Die echten Kracher

Kurt Baldes (Lebensakrobat)

"Weil die Kredite besichert waren, wogen sich die Banken in Sicherheit." Sie haben sogar zusätzliche Ausfallrisikoversicherungen abgeschlossen in einer neuen Währung namens CDS. Soweit ich informiert bin, liegt diese Geldmenge nominal bei 60 000 000 000 000 $ und versichert Kredite von ca. 20 Bill. $. Z.B. so was Solides wie einen Sachkredit: Gelderzeugung auf die Erwartung, dass Volumen+Zins erwirtschaftet wird. Der Versicherer erwartet, dass die Erwartung des Kreditgebers sich erfüllt. Nun gibt es aber Versicherungsnehmer, die erwarten, dass der Kredit hopps geht, sie haben mit dem Kredit rein gar nichts zu tun, sie spekulieren auf den Versicherungsfall. Der Versicherungsgeber ist sich sehr sicher, dass dieser Fall nicht eintritt und streicht gerne die Prämien ein, die ihm seine Versicherten zahlen. Da diese Kontrakte verbrieft sind, sind sie wie Geld, können also auf die Reise gehen um die Welt. Au Backe, der Versicherungsfall tritt ein! Nun gibt es ein Währungsproblem: Dieser CDS-Geldschein, der irgendwo in der Finanzsphäre herumschwirrt, muss in eine öffentliche Währung umgetauscht werden und zwar in 3facher Höhe der ursprünglichen Gelderzeugung. Das sind die echten Kracher, deren Vorhall Bankerohrensausen verursachen.

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01. Januar 2009 23:45

Luftgeld2

Kurt Baldes (Lebensakrobat)

@Daniel Eßbach (Prinzipat): Zitat"Geldmengenwachstum x Umlaufgeschwindigkeit = Preisniveausteigerung + Wachstum des Volkseinkommens. Die Umlaufgeschindigkeit ist in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gefallen, ergo ist auch eine größeres Geldmengenwachstum akzeptabel." Welche Geldmenge ist denn hier gemeint? Nehmen wir doch die aktuelle deutsche M1: Geld im Geldbeutel, auf den Girokonten, unter Omas Matratze. M1/Anzahl der Haushalte = 25 000€. Jeder Haushalt hat also im Schnitt jederzeit 25000€, die er ausgeben kann. Wer weniger als 12500€ hat, also statistisch zu den Armen zählt, sieht neidfaktorgetrieben schnell, das da was mit der Verteilung nicht stimmt. Diese Umverteilung hat bewirkt, dass die Umlaufgeschwindigkeit in den 30 Jahren um 2/3 gesunken ist. Ähnliches für M3. Nun hat die Finanzwirtschaft denen, die nicht ihr Pensum komplett verbrauchen können, eingeredet (und sich selbst auch), dass man Geld auf die Reise schicken muss, damit es immer mehr Geld findet. Der Artikel von Herrn Fehr hat die Wirkungskette ausgezeichnet beschrieben. Ich halte fest an meinem Argument: Geld wird privatwirtschaftlich erzeugt aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Es kommt in die Welt als Erwartung. Die Erwartungskette ist gebrochen.

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01. Januar 2009 14:28

ehm bitte was? O_O

Waldemar Hartmann (xaxa)

"Wiederum anders als vermutet, wird durch die Geldschöpfung niemand reicher: Der Bankkunde, der den Kredit aufgenommen hat, hat nun zwar 100 000 Euro auf seinem Konto, über die er verfügen kann; doch hat er auch 100 000 Euro Schulden, die er, samt Zinsen, zurückzahlen muss. Entsprechend hat die Bank nun zwar auf der Aktivseite ihrer Bilanz eine Kreditforderung gegen den Kunden, doch steht dem auf der Passivseite die Einlage des Kunden von 100 000 Euro als Verbindlichkeit gegenüber." Ich will ja nicht klugscheißen, aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass die Bank die 100.000 nicht ohne Gegenleistung herausgibt. Wie soll das funktionieren? Steht da ein ehrenamtlicher Mitarbeiter am Schalter, der die Buchung für lau durchführt? Das war eine rhetorische Frage, NEIN die Bank nimmt Zinsen für das Geld, das sie verleiht. Ich leihe mir 100.000 und muss 105.000 zahlen und nicht 100.000. Ergo wird die Bank "reicher". Zumindest steigen Umsatz und (vermutlich) Gewinn. Gut, wie das jetzt bilanztechnisch gemacht wird, da hab ich keinen Schimmer. Ich würde mal vermuten, dass sich anfangs auf der Aktivseite die Forderung auf 105.000 beläuft und dann für jeden Schuldner jeden Monat aktualisiert wird. Auf jeden Fall verdient die Bank!

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01. Januar 2009 12:31

Das reale Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit der USA gehören dazu

Hermann meemken (Demokrat2009)

Bei Herrn fehr Fehlen die zwei fundamentale realwirtschaftliche Ursachen zu den sehr richtigen beschrieben monetären Ursachen des Desasters. Man sollte sich die Sache immer auf beiden Seiten der Bilanz anschauen und nicht nur auf der rechten! Die USA sind als Staat seit 1982 Nettoschuldner auf dem internationalen Finanzmarkt. Zudem sind fast 7% des US-BIP aus dem Ausland eingeführt worden und mit "Papier" bezahlt worden. ÖL und billige Asienware werden nicht mit realen Ausfuhren bezahlt, sondern die Importeure lassen sich in $ bezahlen. Das seit fast dreißig jahren bestehende und Jahr um Jahr steigende Handelsbilanzdefizit ist doch der reale Motor für das gut beschriebene Kredit- und Geldmengenwachstum. Anstelle der Verkehrsgleichung M x V = P x T sollte die Keynessche Grundgleichung in den Mittelpunkt gestellt werden: E = W x N. Das Einkommen E entspricht dem durchschnittlichen Stundenlohn W multipliziert mit den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden N. Nur durch Arbeit entsteht Einkommen, das wußte schon John Maynard Keynes, er konnte sich leider in Breton Woods nicht durchsetzen. Geld- und Kredit können nur mit der tatsächlichen Arbeitsproduktivität wachsen. Dieser Aspekt kommt in einem guten Beitrag von Herrn Fehr zu kurz.

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01. Januar 2009 12:02

Krisenverschleppung

Marc Wilhelm (MarcWilhelm)

Was mich noch immer wundert ist die Tatsache, dass schon vor 8 Monaten die ersten vertraulichen Informationen über bevorstehende Probleme der Banken im Umlauf waren... und jetzt wird von Seiten der Banken so getan, als hätte sie das ganze über Nacht entwickelt! Wer selbst einmal einige Zeit in den USA gelebt hat, wird sich alleine auf Grund der Art und Weise, wie dort mit Immobilien gehandelt wurde, nicht über den "plötzlichen" Wertverlust der Immobilien wundern. Dass diese vollkommen überbewertet waren, war dort beim gemeinen Volk bekannt, wenn jedoch der Markt solche Preise verlangt, ist man als Kunde nicht in der Lage, sich dieser Spirale zu entziehen. Das Übel liegt hier in der im Vergleich zu Europa unglaublichen Umschlagrate der Immobilien. Die Bereitschaft der US Amerikaner, ihren Jobs oft bedingungslos hinterherzuziehen, führt zum einen zu einem hohen Angebot, aber einer entsprechenden Nachfrage an Immobilien vielerorts. Immobilien werden im Turnus von 3 - 5 Jahren jeweils ge- und verkauft, und das immer mit Banken finanziertem Gewinn. Wenn nun an einem Industrie Standort ein großer Arbeitgeber entgültig wegfällt, ist diese Aufwärtsspirale mit Wegfall der Nachfrage im freien Fall. Das erlebt der US Immobilienmarkt heute.

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31. Dezember 2008 17:40

Wer nichts weiss,kann auch nichts falsch machen.Aber nur,wenn er nichts tut...

Danil Kleiner (kleinermann3)

Ein mit (oder vom) Geld gesegnetes Neues Jahr! !

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31. Dezember 2008 16:39

Eins an erste Stelle: bin kein Finanzexperte

Torsten Klier (TorstenKlier)

Ich kann mich noch gut erinnern, wie zur Zeit der Basel-Einführung ein großes Gejammer ausbrach, von wegen "Es wird jetzt schwer, einen Kredit zu erhalten". Wenn ich mir das Gezocke der letzten Jahre ansehe, habe ich jedoch den Verdacht, dass wir nur Dank Basel eine noch größere Krise vermieden haben. Frage an die Fachleute: Trifft diese Vermutung zu? Falls nicht: Kritik willkommen.

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31. Dezember 2008 16:22

Geldmenge

Anton Paschke (Anton_Paschke)

Ich finde den Artikel auch sehr gut, mal alles schön erklärt. Die Behauptung, im Euro-Raum sei die Geldmenge stärker aufgebläht worden als in den USA erstaunt mich aber. Zudem entnehme ich einigen Leserbriefen andere Angaben, z.B. dass die Geldmenge M3 (die da wohl entscheidend ist) in den USA seit 2006 überhaupt nichtmehr veröffentlicht wird. Wie ist es nun wirklich? Wenn jetzt die amerikanische Notenbank für 500 Miliarden USD Hypotheken aufkauft, dann ist das wohl Geld gedruckt. Wieso fällt der USD nicht? Wieso kaufen Investoren US Regierungsanleihen, die gar keine Rendite mehr ergeben? Und warum kauft niemand Anleihen der mexikanischen CEMEX, die zu 25 Prozent rentieren, wenn doch in Lateinamerika weiterhin gebaut, also Zement benötigt wird? Die Welt der Finanzen ist schon noch wundersam!

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31. Dezember 2008 14:53

M x U = P + Y

Daniel Eßbach (Prinzipat)

@Georg Lorrig (geselo): Ich denke der Artikel meint das so, dass die multiple Giralgeldschöpfung dadurch entsteht, dass sich die Bilanzsumme der Banken erhöht. Wenn die Bilanzpostion Forderung geg. Kunden um 100.000 steigt, also eine Kredit in Höhe von 100.000. Dieser Geld wird dann wieder für irgendetwas verwendet und landet bei anderen Bank als Einlage. Diese kann das Geld dann wieder TEILWEISE für einen neuen Kredit hernehmen. Insofern ist diese Form der Geldschöpfung auch stark beschränkt. Wenn ich mir hier die Kommentare so ansehe, möchte ich doch mal auf folgende gängige volkswirtschaftliche Theorie bzgl der Geldmenge hinweisen: Geldmengenwachstum x Umlaufgeschwindigkeit = Preisniveausteigerung + Wachstum des Volkseinkommens. Die Umlaufgeschindigkeit ist in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gefallen, ergo ist auch eine größeres Geldmengenwachstum akzeptabel.

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31. Dezember 2008 14:18

doppelte Buchführung?

Ge. Se. Lo. (geselo)

Also, klingt nett, aber ist's auch sinnvoll? Zitat: "Gewährt eine Bank einem Kunden einen Kredit zum Beispiel in Höhe von 100 000 Euro, schreibt sie diesen Betrag dem Schuldner auf dessen Girokonto gut: In diesem Moment entsteht Buch- oder Giralgeld." Interessant, denn Banken führen eine doppelte Buchführung (d.h. Soll und Haben bzw. in der Bilanz Aktiv und Passiv müssen sich ausgleichen). Wo wird denn die Gegenbuchung der 100.000 € untergebracht? (Der folgende Absatz widerspricht sich, da ein Ausgleich nur so lange vorhanden "scheint", wie der Kunde nicht über das Geld verfügt.) Auch kann der Kunde nicht über das Geld verfügen, wenn die Bank nach aussen hin keine Reserven hat, aus denen sie eine Verfügung bedienen kann. Früher hatten wir mal eine Obergrenze vom 18fachen der haftenden Eigenmittel, durch diese Grenze wurde die Kreditherauslage eingeschränkt. Basel II hat heute eine vergleichbare Wirkung. Zu deutsch: Banken können nicht frei Schnauze "Giralgeld erzeugen", zumindest nicht, wenn sie sich im Basel II Raum bewegen (Limitierung durch die haftenden Eigenmittel). Etwas mehr Recherche wäre nicht verkehrt gewesen.

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31. Dezember 2008 13:50

Thema verfehlt!

Uwe Paulsen (Wohlmeinender)

so richtig die Geldschöpfung auch erklärt ist, die eigentlichen Ursachen der Finanzkrise werden nicht erwähnt. Die Geldmenge für Spekulationen verantwortlich zu machen, hieße den Preis für Salz als Ursache versalzener Speise zu akzeptieren. Die wahre Ursache der Finanzkrise ist der tiefgreifende Strukturwandel, den die Finanzwirtschaft seit Beginn der 90er Jahre vollzogen hat. Weg von der mit Risiken behafteten Finanzierung der Wirtschaft mit Verdienst aus der Zinsspanne zwischen Zinsen für Einlagen und Krediten hin zu einer Provision basierten Vermittlung von Geld und Wertpapieren. In Fachkreisen diskutiert als "Desintermediation". Dabei hat die Finanzwirtschaft mit tatkräftiger Unterstützung der Politik ein riesiges Casino aufgebaut, in welchem ohne jegliche Wertschöpfung mit "innovativen Finanzprodukten" gezockt wird. Alles sehr klar beschrieben in dem Buch "Geld arbeitet nicht". Die Mär von zu billigem Geld als Ursache der Krise lenkt von dem wahren Geschehen ab. Diese wird im übrigen gerade faktisch widerlegt: trotz historisch einmalig tiefer Zinssätze sinken die Preise für Finanzprodukte, gemäß der im Artikel genannten Mechanismen sollten sie aber kräftig steigen.

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31. Dezember 2008 13:41

Sehr sachlich - aber wo beiben die Rezepte für die Zukunft?

Werner Schmidt (banker-schmidt)

Sehr sachlich und verständlich geschrieben. In dieser Klarheit und Verständlichkeit habe ich das Entstehen der Finanzkrise bisher nirgendwo erläutert gesehen. Gewünscht hätte ich mir allerdings einige zusätzliche Zeilen. Die Welt wurde von den Finanzjongleuren schließlich an den Rand des Abgrunds geführt. Wahrscheinlich war das Wirken der neuen "Herren der Welt" noch legal, sonst müßte auch ein internationales Verbrechertribunal zur Verurteilung der Verantwortlichen installiert werden. Zu befürchten ist, daß die kritschen Stimmen schnell leiser werden und die für die Krise Verantwortlichen erneut Oberwasser gewinnen. Und damit die nächste weltweite Krise einleiten.

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31. Dezember 2008 13:39

Ein sehr guter Artikel!

Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)

Nur der guten Vollständigkeit halber möchte ich ergänzen, daß zur korrekten Beurteilung der Lage eine wahrhafte Inflationstatistik unverzichtbar wäre und nicht eine, deren Positionen von der Politik vorgegeben werden. Wenn z.b. die Importpreise inflationsdrückend wirken, wäre es mehr als notwendig die Nettogewinne der Unternehmen einfließen zu lassen. Der Grund liegt darin, daß Unternehmen, die in Billiglohnländern produzieren mindestens Löhne und Gehälter sparen und diese Ersparnis nicht unwesentlich in die Gewinne fließt. Auch gehören Positionen nicht in die Statistik, die aus von der Politik vorgegebenen Preisen bestehen. Nur der guten Ordnung halber, Geldmengenwachstum in der beschriebenen Art zerstört auf die Dauer eine Währung u.a. auch wegen nicht gezeigter Inflationsposten. Zu guter letzt sei darauf verwiesen, daß auch Steuern und andere Abgaben ganz entscheidend die Inflation steigern, aber gerne von den Regierenden heruntergespielt werden. Es sollte auch nicht verschwiegen werden, daß die Politik mindestens so viel Schuld an dem Finanzdebakel trägt, wie die Gier der Bürger, weil jede Menge unnötige Gesetze erlassen werden, aber nicht die notwendigen.

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31. Dezember 2008 12:57

Und wer hat jetzt verdient - und wer zahlt?

Jürgen Heberle (jojocw)

Und wer hat jetzt an der ganzen Kreditvergabe verdient? Vor allem die Verkäufer und Manager, die sich die goldenen Jahre der Kreditvergabe mit enormen Provisionen und Gehältern auszahlen ließen. Und die, die Papiere und Sachwerte gekauft und rechtzeitig wieder verkauft hatten. Und zahlen muss jetzt die Allgemeinheit, also letztlich der Steuerzahler. Und obwohl die Geldmenge, ob Papier oder bar, in den letzten Jahren riesig aufgebläht wurde, hat der normale Arbeitnehmer nichts davon gehabt. Dessen Einkommen ist real auf jeden Fall, manchmal sogar nominal gefallen. Das ganze war und ist wie immer eine Umverteilung von unten nach oben. Das ganze System nützt eigentlich nur der Kapitalseite.

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31. Dezember 2008 12:55

Geldpolitik ist wie Nahostpolitik

Sophia Orti (rum)

Daß Herr Fehr weiß, daß es anders geht und ganz gut bis vor kurzem ging, erkennt man aus seiner zweifachen Wiederohung von "anders als vermutet", sowie an einen Fehler: Nach der heutigen Ideologie ist der Leitzins der Notenbank nicht, um die Kreditnachfrage zu beinflussen, sondern um das Kreditangebot der Banken zu beinflussen. Daß er einen Grundsatz der alten Geldpolitik wiederholt, zeigt, daß sie ihm nicht fremd ist. Wir müssen aber ja schweigen und so tun, als würden wir nichts wissen, wie gegenüber den Erignissen im Nahen Osten.

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31. Dezember 2008 12:44

Sehr sinnvoller Beitrag

Chan Fei Yung (smileface)

Alles kurz und bündig zusammengefasst. Zudem beantwortet dieser Beitrag auch noch eine vielgestellte Frage: "Warum müssern wir immer wachsen und können nicht damit zufrieden sein, was wir bereits haben?" Durch die Tatsache, dass die Zentralbank 100 Euro aus dem Nichts erschafft jedoch dann 104 Euro wiedererhält dank den Zinsen (Diskontsatz 4%) MUSS IRGENDJEMAND diese 4 Euro zusätzlich schaffen... Das ist die Triebfeder des Wachstums, dass uns alle so in den wahnsinn treibt.

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31. Dezember 2008 12:42

Die Ideologie des betrügerischen Geldsystems

Sophia Orti (rum)

Herr Fehr beschreibt mit außergewöhnlicher Klarheit die offizielen Grundsätze des Geldsystems, um in ihrem Kontext die Ursachen der Finanzkrise zu erklären. Damit hat er --- bewußt oder unbewußt, gewollt oder ungewollt gezeigt, daß die Finanzkrise ein Beweis durch reductio ad absurdum der Untauglichkeit dieses Systems ist. Diese schön klingende Erklärung des Geldsystems, die des Druckes in einem Lehrbuch würdig ist, ist eine nachträgliche Erfindung, um das betrügerische System zu rechtfertigen: Geldpolitik und Geldtheorie sollten eher mit der historischen Methode der Rechtsgeschichte und der Sprachwissenschaft erklärt werden. Nur die Entwicklung erklärt den jetzigen Zustand, die Entwicklung hat ihre treibende Kräfte, die nicht immer die wirtschaftliche Vernünft sind: es geht um die Freiheit der Banken (auf Kosten der Wirtschaft und der Ärmsten in der Bevölkerung), es geht um die teuere Finanzierung dubiöser Staatsunternehmungen, es geht um Kriegsfinanzierung, es geht um ein Sozialsystem, das nicht auf Menschenliebe basiert, sondern aus Angst vor einer Auflehnung der durch das System in die Armut getriebenen Menschen.

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31. Dezember 2008 12:13

Herr Fehr, die Ursache der Finanzkrise haben Sie außer acht gelassen

Siegfried Bauer (Siggi40)

Die amerikanischen Hypotheken-Banken haben in den USA Hypotheken-Darlehen über ca. 12 Billionen $ vergeben. Diese Kredite wurden nun verpackt und an Investoren verkauft. In immer kleinere Päckchen, die immer mehr wert wurden. So wurden aus 12 Billionen Hypotheken-Kredite Derivate im Wert von 1600 Billionen $ gezaubert. Und diese Geldmenge ist auf einen Schlag wertlos geworden. Dass ein Teil der Immobilien-Kredite in den USA nicht mehr bedient werden, spielt eine untergeordnete Rolle. Fast jede Bank hat in ihren Kellern jetzt wertlose Derivate gelagert, die zum größten Teil auf Kredit finanziert wurden. Und diese Kredite werden 2009 fällig!! Woher nehmen wenn nicht haben? Dies ist ja auch der Grund dafür, dass keine Bank der anderen vertraut. Nur eine massive Währungsreform kann dieses Problem lösen und Luft wieder in Luft verwandeln. Herr Steinbrück hofft mit Recht auf Obama, dessen Unterstützung er für eine umfassende Umstrukturierung des Finanzwesens benötigt.

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31. Dezember 2008 11:58

Auseinanderdriften der positiven und negativen Geldmenge?

Christian Schuhegger (cs224)

Guten Tag, ihre Beschreibung der Abläufe fand ich sehr anschaulich und gut. Ein Detail ist mir aber noch nicht klar. Wenn ich einen Kredit von 100 000 Euro aufnehme habe ich zwar 100 000 Euro auf meinem Konto, über die ich verfügen kann und zugleich habe ich auch 100 000 Euro Schulden, die ich, samt Zinsen, zurückzahlen muss. Nennen wir die 100 000 Euro auf meinem Konto "positive Geldmenge" und die Schulden "negative Geldmenge". Die positive Geldmenge ist der Teil der zirkuliert und den ich über mein Gehalt auch wieder verdiene um meine Schulden zu begleichen. Die positive Geldmenge wächst nur wenn Leute kredite aufnehmen und sie schrumpft wenn sie Kredite zurückzahlen. Die negative Geldmenge wächst aber zusätzlich zu den Mechanismen bei der positiven Geldmenge aus der Verpflichtung Zinsen zu zahlen. D.h. die beiden Geldmengen driften auseinander! Wie sollen die Schuldner dieser Welt in dieser Situation überhaupt in der Lage sein ihre Schulden zu bezahlen? Das geht nur solange gut, solange neue Schuldner Schulden aufnehmen und somit die positive Geldmenge schneller wächst als die negative Geldmenge getilgt werden muß. Habe ich hier etwas zentral falsch verstanden? Vielen Dank!

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31. Dezember 2008 11:53

Sonntagslektüre

Joachim A Laux (volkswirtlaux)

Das Finanzsystem retten zu wollen, ist blanker Unsinn. Geld / Kredit ist Anspruch auf Güter und Dienste. Es kommt auf die richtige Geld-Verwendung an. Nicht Spekulation, nicht mehr Zinsen (+/- 25 % p.a.), sondern mehr Konsum, mehr Produktion hätte mit der Geldverwendung erreicht werden müssen. Realwirtschaftlich ist dies jetzt nicht mehr nachholbar. Niemand kann heute tatsächlich "gestern", am Vortag, arbeiten. Die Rettung ist realwirtschaftlich unmöglich. Tatsächlich wird weiter Betrug, GeldIillusion, organisiert. Der Anspruch auf Güter und Dienste geht unter durch Inflation. Durch Werte Verlust des Geldes. Nur das Verschwinden der Ansprüche durch Liquidation derselben ist eine geeignete schnelle Hilfe. Ein Finanzsystem funktioniert nur im Gleichgewicht der Schwerkraft. Investition = Sparen, Verzicht auf Konsum. volkswirteLaux

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31. Dezember 2008 11:40

Warum haftet niemand ausser dem Steuerzahler?

Erich Arnold (olderich)

Hallo, die Experten in Politik und Banken müßen dies alles seit langem durchschaut haben, denn schon der Normalbürger als Laie hat seit Jahren ein sehr ungutes Gefühl, allein angesichts der immensen Saatsverschuldungen (weltweit). Die Frage bleibt: Wie bringt man das verbliebene Ersparte vor den Politikern in Sicherheit? Freundliche Grüße

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31. Dezember 2008 11:40

Sehr gut erklärt ... aber wer gewinnt?

Walter Weishaupt (WalterW)

Die Erklärungen von Herrn Fehr sind in der Tat sehr aufschlussreich und erklären manchen Zusammenhang. So habe ich verstanden, dass im Moment viele Verluste entstehen, indem überzogene und dann beliehene Werte heute nicht mehr vorhanden sind. Trotzdem muss es doch irgendo Gewinner geben. Das überteuert gekaufte Haus muss doch jemand gehört haben oder die überteuert gekauften Wertpapiere hatten doch einen Vorbesitzer - oder? Wer steht auf der Gewinnerseite der auch in diesem Artikel immer wieder als ausgeglichen dargestellten Bilanz? Das habe ich leider noch nicht verstanden. Kann das jemand erklären?

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31. Dezember 2008 11:02

nochmal Danke

Hans Jensen (gent1)

jetzt hats auch die FAZ endlich kapiert...

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31. Dezember 2008 10:58

expansionsluecke ?

thomas neeb (orant)

mit der einfuehrung von neuen waehrungsverbuenden , also der schaffung von neuen waehrungsraeumen wird auch diese so anscheinlich logische inflationsgefahr ihr ende finden.

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31. Dezember 2008 10:20

Finanzkrise

ralf ullmann (jocker79)

Guten Morgen, euer Resümee zur Finanzkrise gefällt mir ganz gut. Ich denk, ihr habt gut und verständlich, auch für Leute die jetzt nicht so die Ahnung haben, das Thema beschrieben. Anders hätt ich es auch nicht ausdrücken können. Ich wünsch euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Schauen wir gespannt wies weiter geht. Joker79

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31. Dezember 2008 10:00

hohe, gewiegte Wellen

Michael Schlüter-Padberg (schluepa)

Wie schön, jetzt zu wissen, dass die Banken sich in Sicherheit wogen!

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31. Dezember 2008 08:50

3 Gaspedale und Nebel

Günter Blümel (guenterbluemel)

Um im Bild zu bleiben hat man also statt der drei Bremsen drei Gaspedale installiert und mit kreativen Finanzinstrumenten, bei denen man nicht weiß, was eigentlich drin steckt, sozusagen die Nebelmaschine angeworfen. Dass etwas passieren könnte, wenn man mit dem Bleifuß auf dem Gas durch den zunehmenden Nebel rast, konnte wirklich niemand erwarten, weil der Mensch ja vernünftig ist. Ich finde, Kenner der Materie hätten schon viel früher über die Geschwindigkeitsregulierung und über den Zweck von Nebelmaschinen auf der Finanzautobahn lautstark diskutieren sollen. Zumindest sollte man das nun nachholen. Sonst verliert noch jemand das Vertrauen in die Nebelraser und die Verkehrspolizei. Im Übrigen wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2009, und liebe Kraftfahrer bitte vernünftig, nüchtern, mit Beleuchtung und einem verkehrstüchtigen Fahrzeug. Oder ist das ein unverschämtes Anliegen?

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31. Dezember 2008 08:21

Geld verdienen ohne Arbeiten und Produktivitaet!

Faruk Yalcin Dinc (fereli)

Die Banken haben sich samt ihrer geld- zinsgeilen Kundschaft in den letzten 10 Jahren auf dubioese Hinundherschiebe-Geschaefte am Computer mit entsprechenden Bonusregelungen fuer die Vermittler spezialisiert, waehrend Selbstaendige, kleine oder gar mittelstaendische Unternehmer an ihren Tueren klopften, um Kredite zu bekommen, wurden sie als laestige Bittsteller, die "zu dumm waren um durch Arbeit und Produktivitaet Geld verdienen zu wollen.." betrachtet. Dabei wird die Volkswirtschaft von dieser Gruppe der Fleisigen befruchtet, "wie die Bienen die Pflanzenwelt".. Die Krise bietet nun die Chance die Gelder wieder in die Volkswirtschaften fliessen und auf innovotive Gebiete zu lenken sowie moralische Werte fuer die Entscheidungstrager festzulgen.. So geht die Welt munter runter.. Wenn es sie denn gaebe, werden die naechsten Generationen uns als geldgeilen und ruecksichtslosen (gegenueber Mensch und Natur) Haufen betrachten.. wie wir das heute ueber so manche Entwicklungen in der Vergangenheit der Menscheit "so vornehm" zu tun pflegen..

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31. Dezember 2008 07:51

Luftgeld

Kurt Baldes (Lebensakrobat)

Ja, Schneeballsystem nennt man das. Maddoff war ein Waisenknabe im Vergleich zu dieser ganz legalen wundersamen Geldvermehrung. Gelderzeugung in unserem entwickelten Wirtschaftssystem ist eine Privatangelegenheit. Die politische und ökonomische Steuerung des Finanzsektors hat versagt. Bei einem Wachstum der Realökonomie im Euroraum von 30% in 8 Jahren und einer Zunahme der Geldmenge um 90% besteht ein Missverhältnis. Da ist also eine Menge Luftgeld erzeugt worden. Eigentlich müsste das aus den Büchern der Banken und Geldanleger verschwinden. Da dies den Crash unseres Wirtschaftssystems zur Folge hätte, wird nun noch mehr Luftgeld erzeugt und dieses Mal sind es die Kontrollinstitutionen, Notenbank und Staat, die dieses Spiel treiben. Der Schwanz wedelt schon seit einiger Zeit mit dem Hund, sprich, die Finanzökonomie hat Oberhoheit gewonnen über die Realökonomie. Grosse Unternehmen haben sich verwandelt in Geldanlagefonds mit angeschlossenen Produktionsabteilungen, Mittelständler in Vermögensmanager und der Dienstmädcheneffekt tat ein Übriges. Kreditgeben ist Geldschöpfung auf Erwartung hin. Welcher quantifizierte Anteil wird da wohl erfüllt werden können bei dieser Diskrepanz von Kreditvergabe und Sachergebnis?

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31. Dezember 2008 07:32

Gut erklärt!

Franz Müller (Franzy)

Das Beste, was ich bislang zu diesem Thema gelesen habe. So versteht's auch ein Laie wie ich.

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31. Dezember 2008 00:32

danke

Emanuel Nies (emmnipotent)

... jetzt habe ichs auch verstanden.

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