30. September 2008 Mit der englischen Premier League wird jetzt auch die reichste Fußball-Liga der Welt von den Folgen der Finanzkrise erfasst. Jüngst sorgten mit Manchester United, Newcastle United sowie West Ham United gleich drei englische Erstligaklubs für Schlagzeilen, weil deren Sponsoren verstaatlicht wurden oder in Konkurs gingen.
Diesen Reigen eröffnete die Mannschaft von Newcastle, deren Werbepartner Northern Rock im Februar insolvent war. Im Zuge ihrer Verstaatlichung will sich die notleidende Hypothekenbank zwar möglichst bald vom Engagement als Trikotwerber trennen. Doch bis dahin springt für die zugesagten Sponsorengelder von 6 Millionen Pfund pro Jahr der britische Steuerzahler ein.
Spott für den United-Sponsor

Krisenklubs unter sich: sportlich läuft es mäßig für Newcastle (l., Damien Duff) und West Ham (Valon Behrami) - und die Sponsoren sind zusammengebrochen
Auf den lukrativen Werbepakt mit dem amerikanischen Versicherer AIG will Manchester United ungern verzichten. Der 17-malige Meister, der im Besitz des amerikanischen Milliardärs Malcolm Glazer ist, handelte mit dem Dienstleister aus Übersee einen bis 2010 befristeten Vertrag im Gesamtwert von 56,5 Millionen Pfund aus.
Die Verpflichtungen des zwischenzeitlich im Mehrheitsbesitz der amerikanischen Notenbank befindlichen Konzerns übernehmen die amerikanischen Steuerzahler, wenngleich eine vorzeitige Auflösung des Vertrages geprüft werde, heißt es beim Klub. Nicht von ungefähr kursiert in Ligakreisen der Spott, dass auf dem Trikot des englischen Meisters das Firmenlogo AIG durch das Notenbank-Kürzel The Fed ersetzt werde.
West Ham gehen 2,5 Millionen Pfund verloren
Auf solche Finanzhilfen kann West Ham United freilich nicht bauen. Der Erstligist aus London verlor seinen wichtigsten Sponsor, weil der Reiseveranstalter XL Leisure Group Konkurs anmeldete. Damit gehen dem Klub des isländischen Milliardärs Bjorgolfur Gudmundsson garantierte Werbeeinnahmen von insgesamt 2,5 Millionen Pfund verloren.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP, REUTERS
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