
Jetzt bei Aktien einsteigen, rät Warren Buffett. Denn: "Wenn Sie auf die Rotkehlchen warten, ist der Frühling vorbei."
18. Oktober 2008 Der berühmte Investor Warren Buffett kauft angesichts der deutlich gefallenen Börsenkurse amerikanische Aktien für sein privates Depot. Buffett teilte das in einem Meinungsbeitrag für die "New York Times" mit. "Eine einfache Regel bestimmt meine Käufe: Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind", schrieb Buffett, der für Anlagen in unterbewertete Aktien bekannt ist. Buffett räumte ein, dass sich die Finanzwelt in Unordnung befinde und dies negative Auswirkungen auf die Konjunktur haben werde. Er prognostizierte für die nähere Zukunft steigende Arbeitslosigkeit und einen Rückgang der Geschäftstätigkeit von Unternehmen.
Es sei allerdings wahrscheinlich, dass die Kurse am Aktienmarkt möglicherweise deutlich steigen werden, bevor sich die Stimmung und die Konjunktur wieder besserten. "Wenn Sie auf die Rotkehlchen warten, ist der Frühling vorbei", schrieb Buffett. Anleger hätten zu Recht bei hochverschuldeten Instituten oder Unternehmen in schwacher Wettbewerbssituation Skepsis gezeigt. "Aber Sorgen um den langfristigen Erfolg der vielen intakten Unternehmen im Land machen keinen Sinn", glaubt Buffett.
Neue Rekordgewinne auf Sicht von fünf, zehn und 20 Jahren
Deren Gewinnentwicklung dürfte zwar wie auch früher schon immer mal wieder unter Unterbrechungen leiden. "Aber die meisten großen Unternehmen werden auf Sicht von fünf, zehn und 20 Jahren neue Rekordgewinne machen", prognostizierte Buffett. Unternehmensgewinne sind langfristig der wichtigste Faktor für die Kursentwicklung von Aktien, die Anteile an Unternehmen verbriefen. Bisher hätten nur amerikanische Staatsanleihen in seinem Privatdepot gelegen. Wenn die Aktienkurse weiter attraktiv blieben, würde er bald vollständig in amerikanischen Aktien investiert sein.
Das öffentliche Votum von Buffett für amerikanische Aktien könnte möglicherweise zur Beruhigung panisch gewordener Anleger beitragen. Dem für gesunden Menschenverstand und eine bodenständige Art bekannten Milliardär wurde zuletzt eine Rolle als Wegweiser aus der Finanzkrise zugesprochen. Er ist der Wunschkandidat beider Präsidentschaftskandidaten für das Amt des Finanzministers.
Buffett führte historische Beispiele an, um seine Anlagestrategie zu illustrieren. Er wies darauf hin, dass der Dow-Jones-Index während der Weltwirtschaftskrise schon Anfang Juli 1932 seinen Tiefpunkt markiert hatte, obwohl sich die konjunkturelle Lage erst nach dem Amtsantritt von Präsident Franklin D. Roosevelt im März 1933 zu bessern begann. Zu diesem Zeitpunkt habe der Dow Jones schon 30 Prozent höher gelegen. Derzeit liegt der Dow fast 40 Prozent unter dem Rekordhoch von Oktober 2007. Buffett ist Vorstandsvorsitzender der Anlage- und Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway. Mit Berkshire hatte er sich kürzlich beim Mischkonzern General Electric, dessen Finanzsparte unter der Krise leidet, und bei der Bank Goldman Sachs engagiert.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.860,50 | +0,85% |
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| MDAX | 7.437,02 | +0,97% |
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| REX | 377,20 | +0,01% |
| Eurostoxx 50 | 2.913,17 | +0,85% |
| Dow Jones | 10.452,00 | −0,47% |
| Nasdaq 100 | 1.798,21 | −0,60% |
| S&P500 | 1.107,93 | −0,55% |
| Nikkei225 | 10.177,40 | +0,93% |
| EUR/USD | 1,4546 | +0,06% |
| Rohöl Brent Crude | 72,75 $ | +0,93% |
| Gold | 1.122,00 $ | +0,18% |
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