Hat sich verspekuliert: Pharmaunternehmer Adolf Merckle

Adolf Merckle

Der Staat und der Spieler

Bisher war die Finanzkrise für viele etwas ziemlich Anonymes. Jetzt gibt es plötzlich ein Gesicht: Adolf Merckle, ein Unternehmer aus dem schwäbischen Blaubeuren, hat eine Milliarde Euro verzockt. Dass über eine Landesbürgschaft debattiert wird, macht viele richtig wütend. Baden-Württemberg steckt in der Zwickmühle. Von Susanne Preuß

Lesermeinungen zum Beitrag

20. November 2008 18:31

Seine Betriebe kaufen Konkurrenten, na und?

Ortwin Weber (DCADCA)

Der Mann wusste doch genau, was er tut. So etwas ähnliches habe ich schon bis zum Crash 1987 gemacht, nur war ich vielleicht 1 Tausendstel so groß wie Merckle. Als dann am 19.10.1987 die Finanzmarktblase platzte, fühlte ich mich bestätigt, weil ich das voraus sah. Nur leider waren meine Optionen weg, wertlos. Darüber habe ich mich nicht beklagt. Herr Merckle ist nicht dümmer als ich. Die Arbeitsplätze gehen nicht verloren, sondern er muss nur ausmisten und das hat er vorher gewusst.

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19. November 2008 18:13

Viel Geld in der Hand eines Einzelnen ist ein gefährlich Ding

Ernst-Wilhelm Otte (Williamoverwater)

Leute wie Merckle können sich irren, wie jeder von uns sich irren kann. Wenn jedoch der Irrtum eines einzelnen Menschen derartig weitreichende Folgen hat (z.B. Haushaltsdefizit des Landes, Arbeitslosigkeit, Firmenpleiten u.a.m.), dann muss man Folgendes überlegen: sehr viel Geld in der Hand eines Einzelnen ist ein gefährlich Ding. Wer über soviel (übrigens von vielen Menschen erwirtschaftetes) Geld verfügt wie Herr Merckle sollte wissen, dass er mit seinem Geld nicht machen kann, was er will. Seine Investionsentscheidungen bedürfen einer wie immer gearteten Kontrolle in einem demokratischen Gemeinwesen. Es kann nicht sein, dass die baden-württembergische oder irgendeine andere Gesellschaft wegen der eigenmächtigen Spielchen (oder was ist eine Wette?) weniger Superreicher in existentielle Schieflagen gerät. Wir wählen unsere Politiker ab, wenn sie schlecht arbeiten, aber Herrn Merckle können wir nicht abwählen. Wir beugen uns unter der Willkür seiner Spiele wie sich der Untertan einst unter der Macht des Fürsten zu beugen hatte und bezahlen seine Zeche! Dieses "Kapitalismus" genannte System ist nicht nur undemokratisch, es wird allmählich unlebbar. Drei, vier Merckles reichen, um ganze Gesellschaften gegen die Wand zu fahren.

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19. November 2008 17:43

Zweimal nachgedacht...

Andreas Grünebaum (shorafix)

"Oder sind Familienunternehmen schlechter wie Kapitalgesellschaften?" Dieser Satz eines Kommentars hat mir zu denken gegeben! Auch die Spekulation an der Börse ist ein Unternehmerisches Risiko. Jeder Kleinanleger sollte sich dessen bewusst sein. Andererseits ist bezüglich der Familie Merckle klar, dass durch Veräußerungen eines Teils des Firmenimperiums genügend Kapital zur Rettung des eigenen Vermögens zur Verfügung steht und die Einzelunternehmen für sich lebensfähig bleiben. Also keine Notwendigkeit für einen Eingriff des Staates. Für Opel stellt sich die gleiche Frage: ist Opel gut genug im Wettbewerb aufgestellt? Wenn nein, hieße eine Staatsbürgerschaft Geld wie bei Holzmann zu versenken. Wenn ja, ist eine Bürgschaft nicht notwendig. Eine Veräußerung wäre möglich. Wie viele Arbeitsplätze in den "geretteten" oder auch bei Konkurrenzunternehmen netto geschaffen oder vernichtet würden, kann niemand vorhersagen.

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19. November 2008 17:12

Wie bei jedem, der pleite geht...

Marzo Matto (maerzc)

und nicht mehr aus eigener Kraft die Insolvenz verhindern kann: Insolvenzverwalter, Offenbarungseid und ggf. Pfänden - damit wir Steuerzahler wenigstens einen reellen Gegenwert in der Hand haben, wenn Arbeitsplätze gerettet werden sollen. Widerwärtig ist es, die Lohmabhängigen der eigenen Betriebe als Geiseln für derartige egoistische Machenschaften zu mißbrauchen. Und ansonsten hoffe ich doch sehr, daß der Fiskus Hernr Merckles Beteiligungsnetzwerk wirklich mal genau unter die Lupe nimmt, damit diese kreative Steuervermeidung adäquat behandelt und be/verurteilt wird. Ich nehme an, daß er über Zumwinkel und andere nur müde lächeln kann. Hier geht es um gänzlich andere Dimensionen - ein Hohn für uns steuerehrliche Bürger. Und wenn der Baden-Württembergische Fiskus dazu nicht willens ist, dann ist es höchste Zeit für einen Untersuchungsausschuß. In diesem Sinne erscheint es, daß die achso notwendige Staatshilfe für die LBBW und ihre Aufseher aus dem Politikermilieu so wichtig ist, weil sie gemeinschaftlich mit Merckle verursachte Verluste kaschieren möchten. Wetten, daß es so ist!

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19. November 2008 15:23

der Nächste bitte!

Liese Müller (MuellerLieschen)

wer hat noch nicht, wer will noch mal ? wer möchte noch eine Bürgschaft ? Schluss mit der verschwendung von Steuergeldern !

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19. November 2008 14:33

Nächstenliebe

Maria Schneider (elleulin)

Ich weiss nicht, warum man sich so aufregt über Herrn Merkle. Endlich kann ich aktiv Nächstenliebe üben. Eben hatte ich noch erschreckt auf den Bescheid vom Finanzamt über eine Steuernachzahlung von 17.000 € geschaut. Stundung erhielt ich vom Finanzamt keine - schließlich sei es keine Bank. Jetzt bin ich froh, dass ich gleich zahlen muss. So kann ich Herrn Merke auch schnell solidarisch unter die Arme greifen. Danke für diese Chance, Herr Merkle, meine 17.000 haben sie bald, damit Sie sich retten können! Ganz habe ich sie noch nicht zusammen, weil ich noch auf Zahlungseingang meiner Rechnungen warte, weil Firmen wie Sie immer mindestens 6 Wochen brauchen, bis sie endgültig meinen zinslosen Lieferantenkredit ausgenutzt haben. Ich hoffe daher, dass Sie noch etwas Geduld haben. Dass Sie keine Steuern gezahlt haben sollen, verstehe ich auch. Schließlich schaffen Sie in Ihrer Güte Arbeitsplätze. Ich muss ja nur mich ernähren und meinen Wohnungskredit abbezahlen. So gesehen, sind Sie also mehr wert als ich, weil Sie mehr Verantwortung tragen und dürfen dhaer nicht bestraft werden. Hoffentlich haben Sie bald wieder genug Geld, um weiter mit Aktien zu spielen. Meinen Segen und mein Geld haben Sie ja.

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19. November 2008 12:02

It's taxpayers money

Hartmut Albrecht (Drahtfuchs)

Diese Erkenntnis ist deutschen Politikern derzeit völlig fremd. Wir sind aber nicht länger Unmündige, von CDUSPDFDPGrüne zu versorgende Subsidienempfänger, wir sind das Volk und finanzieren den Staat mit unseren Steuern. Für Schulen, Verkehrswege, innere und äußere Sicherheit, Förderung von Wissenschaft und Technik, ... Die mögliche Pleite einer Familie M., in diesem Falle vielleicht ausgelöst durch raffinierte Geschäfte einer anderen, sehr wohlhabenden Familie, rüttelt nicht an den Grundfesten der Republik und berührt uns sowenig, wie die daraus zu erwartenden Ausfälle bei der LBBW. Letztere ist bekanntlich so überflüssig wie alle Landesbanken (die ja nicht zufällig als Erste unter den Schirm von Merkel/Steinbrück flüchten mußten). Wie kann man im Ernst erwägen, hier Steuergeld auf's Spiel zu setzen. Welche Arbeitsplätze wären hier bedroht? Gärtner, Köchin, Chauffeure und Gesellschaftsdamen?

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19. November 2008 11:41

Hat der Staat nix dazugelernt?

Buelent Balkan (helio)

Als in den 90ziger Jahren der Osten mit Sonderabschreibungen unterstützt wurde, haben sich viele Unternehmen auf die monetäre Unterstützung gestürzt. Dabei wollte man ja Arbeitsplätze im Osten schaffen, doch es wurde Kapital subventioniert, nicht die Bedingung an die Schaffung von Arbeitsplätzen geschaffen. Dem Osten geht es dreckig, das ganze Geld ist weg. Jetzt hätte der Staat die Chance, Unternehmen zu zwingen mind. die Arbeitspätze zu erhalten oder im Besten Fall zu schaffen, wenn Unternehmen Hilfen in Anspruch nehmen. Aber wenn es wieder passiert, das Unternehmen Hilfe in Anspruch nehmen und sich dann auch noch ihre Arbeitnehmer entledigen, steht da Staat und die Arbeitnehmer wieder dumm da und die Unternehmen freuen sich über den dummen Staat und seine Bürger. Also zahlt wieder am Ende?

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19. November 2008 11:06

Wohltäter

Fridjof Schönerstedt (fridom)

Herr Warren Buffett hat ein Milliardenvermögen mit Spekulationen angehäuft, die außer ihm selbst niemandem genutzt haben. Durch seine großzügige Ankündigung, den Großteil seines Vermögens zu spenden, ist er zum Wohltäter avanciert. Herr Merckle hat seine Vermögensmehrung mit der gleichzeitigen Schaffung und dem Erhalt von vielen Arbeitsplätzen erreicht. Der Artikel von Frau Preuß stellt die Realität absolut verdreht dar, denn irgendjemand wie Herr Buffett hat an dem Verlust von Herrn Merckle profitiert. Was ist also anstößig daran, auf externe Finanzberater hereinzufallen? Oder sind Familienunternehmen schlechter wie Kapitalgesellschaften? Mit Beiträgen wie diesen heizt man lediglich den Trend zur Kapitalflucht an.

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19. November 2008 10:52

Das soll er selbst ausbaden!

Susanne Ruitenberg (SusanneRuitenberg)

Es ist noch genug Geld da, denn das wurde jahrelang beiseite geschafft.

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19. November 2008 09:21

So ist es recht!

Joachim Mense (JMense)

So ist's recht, lieber Herr Merckle! Erst auf Teufel komm raus Steuern sparen, sich am besten noch echauffieren über den bösen Staat, aber gerne die vom Steuerzahler bezahlten Straßen benutzen und auch die Abwasserkanäle und das schöne Stück persönliche Sicherheit durch Polizei und Arbeit am sozialen Frieden. Und wenn man dann zu dämlich war, sein Geld, sein Vermögen, seine Herrlichkeit verzockt hat, weil die Gier im Nacken saß, weil Geld in Milliardenbeträgen ja nur eine ziemlich abstrakte Sache ist, da ist der Steuerzahler plötzlich ein nützliches Ding. Aber wahrscheinlich war Ihnen Ivar Kreuger ein Vorbild. Das war der schwedische Zündholzmonopolist in den 20er und 30er Jahren, ein viel bestaunter Tycoon, einer der reichsten Männer seiner Zeit - und weil es vielen allen anderen in der Weltwirtschaftskrise sehr schlecht ging, auch einer der Mächtigsten. Das aber hat dem guten Kreuger ebenfalls nicht gereicht. Er hat sich noch reicher gerechnet, hat Bilanzen gefälscht, ein riesiges Schneeballsystem innerhalb seines Firmenkonglomerats aufgebaut und schließlich sogar italienische Staatsanleihen als Sicherheit für Kredite gefälscht. Der Unterschied zu heute: Sie können Staatseinnahmen privatisieren und sich retten lassen vom Bürger

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19. November 2008 09:02

Merckle - Zockerpech

Heinz-Werner Raderschatt (HEWERA)

Bei dem veröffentlichten Vermögensstand dieses Herrn wäre es wohl widersinnig,ihm mit einer Landesbürgschaft beizuspringen,so er sie beantragte.Im Ernstfall wird er wohl wissen,sich Liquidität über den Verkauf seiner Beteiligungen zu verschaffen. Sich öffentlich damit in aller Breite zu befassen,grenzt schon an Peinlichkeit.Was soll der normale Bürger davon halten?

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19. November 2008 08:50

Wieso der Staat?

Benjamin Schmidt (Benni37)

Mir ist völlig unklar, warum man jetzt den Staat braucht. Wer Geld braucht, geht zur Bank und leiht sich welches. Wenn man dort nichts bekommt, ist schon vorsicht geboten, dann könnte es der Firma richtig mies gehen. Dann kann immer noch ein Konkurrent sich freuen und sagen, wir übernehmen euch, ist auch weltweit normal. Warum soll also Staatsgeld ausgegeben werden? Darüber darf man gerne mal einen nachmittag diskutieren, dann ist aber auch gut und Herr Merckle darf ohne Geld und ohne sein Unternehmen nach Hause gehen. Läuft nicht irgendwo eine TV-Sendung "raus aus den Schulden"? Da gehört der Mann dann hin.

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19. November 2008 08:33

aber die gier ....

YIN YANG (YANGI)

wird es schon richten!keiner laesst den grinser fallen ,die seilschafft bei banken und politik ist schon am drehen.....und ich hoere schon,unter harten auflagen.... herr, lass das gras wachsen, die schafe werden immer mehr.

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19. November 2008 08:17

@Chi Tamago

Jitzak Tanenbaum (tanenbaum)

Super Idee, Porsche als Generikahersteller. Slogan: "Wirkt rasend schnell". J.T.

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19. November 2008 08:16

Man muss offenbar nur genug "Lohnsklaven" beschäftigen ...

Wilhelm Friedrich (WillyF)

dann kann man in diesem Land ohne Sinn und Verstand hemmungslos mit Milliardensummen herumzocken. Hat man Glück, streicht man den Gewinn ein. Verliert man, ruft man nach dem Staat und droht konkludent mit der Arbeitslosigkeit seiner 100.000 Lohnsklaven. Wenn sich der Staat auf so etwas Unmoralisches einlässt, verliert er jede Glaubwürdigkeit und begibt er sich letztlich auch selbst in die Geiselabhängigkeit skrupellos agierender Unternehmer ohne jedes eigene Verantwortungsgefühl. Deshalb: Lasst Merckle Bankrott gehen. Jeder anderer Zocker wird daraus endlich seine eigenen, längst überfälligen Lehren ziehen

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19. November 2008 07:02

Merckle ist erst der Anfang

Manfred Helbing (Helbinge)

Ob es Betrug ist, Calls zu kaufen, wenn man bereits (fast) alle Stämme besitzt, kann ich nicht beurteilen. Die Investmentbank Porsche & Co könnte bis zu 50 Milliarden an diesem Geschäft verdient haben, Geld, das natürlich anderen fehlt. Dass diese Verluste sozialisiert werden sollen, macht mich fassungslos.

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19. November 2008 06:53

Butterbrot statt Schnitzle kaue

helge kloth (n00b0r)

Soso Steuern sind Ihm ein Graus. Sozialversicherungsbeiträge auch. (Müssen ja eingefroren werden) Strom? Na man kann doch Großkundentarife bekommen. Warum in aller Welt sollte der Staat (hier Landesregierung) einen Menschen eine Bürgschaft/Kredit gewähren, die dazu benutzt werden dieses Spiel weiter zu gestalten? Glaubt auch nur einer, dass er in 5 Jahren konstant Steuern entrichtet? 50% der Sozialversicherungsbeiträge entrichtet? Oder den tatsächlichen Strompreis? Wir die Bevölkerung werden momentan als letzte Instanz gesehen. Deshalb sollten wir richten und kein Geld verschwenden. Dieser Mensch ist ungeeignet Steuermittel zu erhalten. Disqualifiziert durch sein Verhalten. Steuern sind nämlich ein Anteil, den alle Zahlen sollten um das Gemeinwohl zu erhalten. Er dient nicht dem Gemeinwohl. Daher kein Geld! Eigentum verpflichtet... - zu nichts - oder zum zocken - aber definitiv nicht der Gesellschaft.

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19. November 2008 06:44

Der Merckle kennt doch noch die alte Zeit, oder?

Manfred Fischer (manfis707)

Da zieht man sich einen schwarzen Anzug an, einen Zylinder auch noch, geht ins Casino, in dem man sein Geld verzockt hat, kratzt seine letzten Groschen zusammen, bestellt sich einen Champagner und knallt sich mit dem Edelrevolver der Ehefrau einen durch den Dassel. Dann ist man standesgemäß gegangen. Alles andere ist doch schon pöbelhaft und ohne Ehre!

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19. November 2008 05:33

nicht nur der Eindruck entsteht...

Ronald Glas (soondecember)

Es darf nicht der Eindruck entstehen, der Staat unterstüzt Zocker...natürlich geht es ja nicht nur beim Eindruck, sondern tatsächlich darum dass der Staat jetzt reines Zocken untersützt, bei einem bekennenden Nichtsteuerzahler (soweit ihm das möglich war dem Herrn). Es ist der reale Irrsinn. Generell kann man dazu noch feststellen, dass Deutschlands bei Subventionen zu sehr eine Fixierung auf Grosskonzerne besitzt, mit oftmals fatalen Folgen (Nokia). Das Geld in Mittelstand und Existenzgründung angelegt, wäre weitaus nachhaltiger. Der Mittelstand ist die soziale Grundlage dieser bundesdeutschen Wirtschaftsform (mit dem Gross der Arbeitsplätze, auch in der Steuermoral). Die Existenzgründer sind die einzigen die stagnative volkswirtschaftliche Vorgänge kompensieren können, ihre Nichtförderung hat die Dauerarbeitslosigkeit mit hohem Grundsockel zur Folge. Auch SAP - exemplarisch genannt- hat mal ganz klein angefangen, ein Existenzgründer kann schon -im maximalem Erfolgsfall - eine ganze Region in den Aufschwung bringen (Beispiel Nordeuropa: profane Packungserfindungen, wie Tetrapack sind zum Wirtschaftsmotor einer Region geworden).

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19. November 2008 02:16

Wieso Finanzkrise?

Immanuel Ambar (I.Ambar)

Mal abgesehen dass der Autor durchaus Recht mit seiner Kritik hat, so besteht dennoch kein Anlass die Finanzkrise mit ins Spiel zu bringen. Die Kurskapriolen der VW-Aktien haben rein GAR NICHTS mit der Finanzkrise zu tun. Einzig und allein die Tatsache massiver Short-Positionen in Verbindung mit wenigen Aktien im Streubesitz hat die enormen Kurssprünge verursacht. Dies wäre auch in einem "normalen" Aktienherbst passiert.

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19. November 2008 01:54

Sicherungsverwahrung für Verrückte!

Helmers Helmers (margithelmut)

Nehmt bitte diesem Mann das Geld ab, er hat leider jeden Bezug dazu verloren!

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19. November 2008 01:45

Es geht hier garnicht um Merckle...

Dirk Walbrühl (Kelen)

... sondern um etwas ganz anderes. Merckle ist nur ein Akteur mit Symbolcharakter in einem ins wanken geratenen und weit verflochtenen Systems. Dieses versucht nun krampfhaft - aus Bequemlichkeit und Alternativenlosigkeit - sich selbst und damit auch alle Teilhaber und Teile im alten Zustand zu erhalten. Es stand ja zur Debatte Privatbanken zu einer schmerzhaften Gesundung 'crashen' zu lassen. Doch wer A sagt, muss auch B sagen, muss nun auch Autoindustrie und anderen Großunternehmern helfen, ja muss auch Merckle retten um ihn nicht als Sündenbock ohne Firmenlogo dem geballten Volkszorn zu opfern. Pech hat halt, wer nicht mit mehr abhängigen Arbeitsplätzen drohen kann, ausser dem eigenen. Die im Beitrag angeklungene Kritik an seiner Risikospekulation und Steuerschlupflöchelei ist dabei heuchlerisch und übersieht, dass "das Spiel" bis vor wenigen Monaten noch genau so lief. Damals war Merckle, nach allen Regeln der Kunst, noch ein Vorzeigeunternehmer. Und solange sich die Regeln nicht ändern, wird er es in einigen Jahren wieder sein.

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19. November 2008 01:14

Es ekelt mich nur noch an...

Klaus-Peter Menzing (theblueyonder)

...wenn ich höre, wie das Beispiel Schule macht und unternehmerischer Leichtsinn und Versagen mit Steuergeldern ausgeglichen wird. Gewinne satt einstreichen, Verluste sozialisieren. Ich frage mich wie die anderen Foristen auch, wer da scharf auf ein Pöstchen im Merckle-Konglomerat ist, das soetwas durchgeht. Für mich als jungen Familienvater ist es unmöglich, meinen Kindern so eine verkorkste Einstellung der Politik verständlich zu machen. Und wer kommt für meine Verluste auf, wenn ich mit meiner Existenz am Ende bin? Ganz ehrlich: Für mich ist das einmal mehr ein Tropfen in das Fass, das kurz vorm Überlaufen steht. Noch ein paar mehr und ich wende mich geekelt ab - von meiner Heimat, von diesem Staat, von diesem Volk. Ein Grund mehr, als junger Mensch auszuwandern- denn ich möchte nicht, das meine Kinder und Enkel an diesen Schulden mitzahlen sollen. Herr Merckle wird mit Sicherheit nicht arm sterben, sein Geld hat jetzt jemand anderes. Wer fragt eigentlich nach den tausenden Handwerkern, die in der Baukrise ihre Betriebe und ihr ganzes Hab und Gut verloren haben? Hat für die jemand sich verbürgt???

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19. November 2008 00:47

Aus der Not

Hendrik Krampe (Kr4mp1)

Wir sollten nicht vergessen, dass die Bundesländer wie z.b Niedersachsen durch die Finazkriese profitiert haben. Abgesehen davon, dass sie kurzzeitig durch die Gewinne der Porsche Aktie zumindest auf dem Papier Millionen mehr hatten, erhält das Land durch Steuerabgaben Milliarden. Es kommt ja nicht der kleine grüne Geldfresser und das Geld ist weg. Ich frage mich nur warm "Adolf Merckle", die 40000 Arbeisplätz riskiert, aus reiner Geldgier? Oder war es ein Rettungsversuch eines sich eh am Abgrund befindenden Unternehmen? Ein Unternehmen mit 35 Milliarden Umsatz wird seine Milliarde doch wohl wegstecken. Warum sollte.

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19. November 2008 00:22

Mehr Feudalismus wagen

Hans Meier (HansMeier555)

... und da reden sie immer noch von der "Verstaatlichung der Großbetriebe". Hey Leute, was da vor sich geht, ist NICHT die Verstaatlichung irgendwelcher Betriebe, sondern die Privatisierung der Staatseinnahmen. Finanzamt heißt jetzt Opel.

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19. November 2008 00:15

Unbegreiflich

hami yildiz (hamiyildiz)

Es ist für mich unbegreiflich daß sich solch ein Unternehmer dazu hinreissen lässt, mit soviel Geld zu spekulieren. Erstens hat er doch offensichtlich genug von dem Zeugs, zweitens ist er und seine Familie Besitzer und Anteilseigner großer Firmen. Da hat er doch meiner Meinung nach genug damit zu tun diese Firmen auf der Höhe zu halten, warum spekuliert er woanders? Wirklich unbegreiflich daß dann so jemand auch gleich flennt und nach Staatlicher Unterstützung schreit. Er ist Manns genug und auch gescheit genug, um damit alleine fertig zu werden. Er hat bestimmt auch Berater die ihn auch dabei beraten haben, jetzt sollen sie ihm hier auch beraten. Ich kann ihn auch gerne beraten, ich nehme nur 5% von der Gesamtsumme. :-)

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18. November 2008 23:29

Enttäuschend ...

eberhard munk (ebherhard.munk)

Merkle hat durchaus ein hohes Ansehen in Deutschland genossen. Ich bin mir sicher, dass nun sehr Viele enttäuscht hat, durch diese unverantwortliche Art und Weise, mit der er die Existenz seines Unternehmens und die seiner Mitarbeiter riskiert hat. Er hat auch massiv dem Vertrauen gegenüber dem deutschen Mittelstand und gegenüber Inhaber geführter Unternehmen geschadet. Die Übernahmephantasien seitens Porsche gegenüber VW waren schon seit langem im Gespräch und das große Aktienpaket dass sich Porsche mit Optionen gesichert hat kein Geheimnis. Wenn dann noch VW weltweit als wahrscheinlich einziger grosser Wert nicht massiv einbricht ... Wie auch immer, ich bin auf die Erklärung dafür gespannt, wie man einen Leerverkauf tätigen konnte, der Existenzbedrohend ist für ein Unternehmen ist, dessen Kerngeschäft nichts mit Aktienanlage zu tun hat. Mit staatlichen Bürgschaften kann es hier kaum getan sein. Es ist nicht einzusehen dem Steuerzahler Risiken ohne Renditeaussicht aufzubürden und Unternehmer für schuldhaftes Fehlverhalten zu entlohnen. Der Staat sollte hier wenigstens adäquat für sein Engagement kompensiert werden, z.B. indem er Anteile als Sicherheit übernimmt und mit einer Angemessenen Risikoprämie kompensiert wird.

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18. November 2008 23:14

Bananenrepublik

Detlef Neumann (newmud)

Was erlauben sich diese Menschen eigentlich. Haben Ihr Schäfchen im trockenen, und spielt hier mit der Existenz von 100000 Arbeitern. Man sollte den Herrn Merckle und Konsorten in Hartz 4 schicken (da kommt man auch nicht auf dumme gedanken)Wie kann es sein, das Banken und sonstige mit nicht eigenem Geld, sondern das des Steuerzahlers verzocken und dann noch mit Hilfe des Steuerzahlers saniert werden. Also CDU und SPD, denkt daran, 2009 ist nicht mehr fern.

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18. November 2008 23:12

Doch selbst Schuld ...

Gerhard Brückner (ragtime)

... wenn jemand an der Börse zockt ist es nicht mehr Recht und Billig selbst für den Schaden einzugestehen. Wenn ich in das Casino gehe und lasse dort einige Hunderter am Roulette-Tisch dann kann ich auch nicht zum Staat gehen um mir Hilfe zu erbitten. Ist das naiv gedacht? Sicher ist es hart für die Mitarbeiter und ihre Angehörigen die im Dienste Merckles stehen ihre Arbeit zu verlieren. Ist es heute Merckle kommt morgen dann Herr Kunz? Der Merckle-Clan wohl einer der reichsten in Deutschland, könnte diesen Verlust des verzockten Geldes sicher nicht aus der Portokasse, doch aber aus dem Privatvermögen aufbringen. Muss dann der Steuerzahler für die Geldgier des Herrn Adolf Merckle aufkommen?

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18. November 2008 23:07

Kredit für einen 74 jährigen Mann?

Markus Henrich (HansWurstLtd)

Welche Bank erwägt ernsthaft einem Mann, der das Rentenalter bereits überschritten hat einen Kredit zu geben? Die Frage einer Bürgschaft sollte sich da wohl noch viel weniger stellen. Bei der short sell Spekulation kann man Endlich viel gewinnen aber Unendlich viel verlieren. Um das zu wissen muss man kein Finanzgenie sein. Spätestens die mangelnden Risikovorsorge dieses Herrn sollte Ihn für Kredite und Bürgschaften disqualifizieren.

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18. November 2008 23:03

Die gerechte Strafe für maßlose Gier

Alexander Clemens (A.Clemens)

Mehr als ein Armutszeugnis kann man Herr Merckle wohl nicht ausstellen. Statt aus dem erbärmlichen Ende der Wall Street-Spekulanten zu lernen, verzettelt der Herr eine Milliarde Euro. Allein die Tatsache, dass ein milliardenschwerer Unternehmer -der ja eigentlich finanziell ausgesorgt haben müsste- sich auf so ein unnötiges Glücksspiel einlässt, zeigt die Lächerlichkeit einer solchen Diskussion. Die wegfallenden Arbeitsplätze sind nun die Opfer der Gier dieses verantwortungslosen Risikomenschen. Die einzig annehmbare Lösung: Das Land kauft die Firma auf um die Arbeitsplätze zu retten, Herr Merckle lebt den Rest seines Lebens auf der Straße.

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18. November 2008 23:02

Finanzkrise ?

Markus Kubitza (mkpfeffer)

Ich erinnere hier an eine Kalifornienreise der Luxusklasse für Topmanager der AIG NACH der Bankrotterklärung dieser US-Firma. Mit Finanzkrise hat das alles weniger zu tun, das ist schlichtweg der größte Raubzug der Geschichte, durchgeführt von Barbarenhorden in Nadelstreifen (das Bärenfell heißt nun Nerz und schmückt die Vorzimmerdame). Der Clou: Die Beute gab´s im vorraus !!!! Leiden müssen einzig und allein die Menschen, die Ihre Familien nun nicht mehr durch Arbeit ernähren können, ob hier oder sonstwo auf der Welt. Ein Kelch, der mit oder ohne Landesbürgschaft an Leuten wie Hr. Merckle vorrübergehen dürfte. Ach ja, wenn Betriebe oder Privatleute ungedeckte Schecks ausstellen um ältere ungedeckte Schecks zu decken, so nennt man das Sckeckreiterei. Dies ist strafbar. Aber ich bin sicher, es finden sich genügend Menschen, die mir erklären können, daß der Fall Merckle natürlich etwas völlig anderes ist. Stimmt sogar. Der Scheck der Landesbank ist nämlich gedeckt. Durch den Dummen, den Steuerzahler.

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18. November 2008 22:56

Soziale Verantwortung

Reiner Luecker (Reinerluecker)

Ich weiß aber die Politiker wie etwa Hessen und Baden - Württemberg sehen die soziale Verantwortung der Unternehmen und Angestellten/innen sowie Arbeiter/innen. Ich würde den Ländern vorschlagen sich in den Unternehmen einzukaufen wie etwa 50% plus 1 Aktie. Erstens können die Unternehmen nicht untergehen und zweitens wäre genügend Geld für eine Bürgschaft da. Ob da was verzockt wurde oder nicht wäre mir völlig Egal. Hauptsache die Unternehmen gehen nicht unter! Für Hessen wäre es sehr teuer aber das Unternehmen ist noch vorhanden. Und da geht es nicht um einen Arbeitsplatz sondern um mehrere Steuerzahler/innen und Rentenzahler/innen usw.

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18. November 2008 22:41

Wer wird in der Landesregierung geschmiert?

Wolf Waschkuhn (wwaschkuhn)

Bei einer ganz "normalen" Finanzrestrukturierung würden jetzt die Gläubiger das Ruder übernehmen und der Gesellschafter aus dem EK ausscheiden bzw. bis auf Unkenntlichkeit verwässert. Gibt es keinen Konsens, endet das Ganze in der Insolvenz und die Gläubiger würden sich aus der Verwertung befriedigen und ggf. auf Teile verzichten müssen. Das dabei auf "Millarden" verzichtet werden müßten, bezweifele ich - es gibt keine Anzeichen, warum die zur Gruppe gehörenden Unternehmen in ihrem Unternehmenswert gelitten haben sollten. Warum geht nicht bei Herrn Merkle, was in diesen Tagen Dutzende von Gesellschaftern erfahren? Nicht überrascht wäre ich daher, wenn dem "offenen Ohr" durch etwas Bakshish geholfen würde. Für jeden Steuerzahler und Marktwirtschaftler ist dieser Fall, auf der Basis dessen, was berichtet wird, ein Skandal und ein Schlag ins Gesicht. Sollte die Landesregierung auch noch bürgen, so sollte man sie wegen Veruntreung von Steuergeldern belangen.

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18. November 2008 22:40

Merckle, VW und Porsche

Chi Tamago (tamago)

@ Herrn Berger: Ihr Vorschlag hat einen gewissen Charme. Allerdings stelle ich es mir etwas schwierig vor, wie nach einem Kauf der deutsche Staat eine Wirtschaftlichkeitsoptimierung erfolgreich durchführen könnte. Welches Staatsunternehmen wurde je im Sinne von Wirtschaftlichkeit optimiert? Eine andere Frage ist, warum Herr Merckle sich nicht mal nach Zuffenhausen aufmacht. Circa 1 Autostunde von Blaubeuren. Vielleicht bekommt er dort eine Bürgschaft. Dort liegt jetzt sein mit VW-Puts verzocktes Geld. Porsche hatte massenhaft Calls gekauft. Wenn Schwaben Geschäfte machen gewinnen sie in der Regel. Aber wenn zwei Schwaben gegeneinander wetten, tritt die Ausnahme von der Regel für einen garantiert ein. Ob Porsche allerdings daran interessiert ist ein neues Geschäftsfeld aufzumachen, z.B. Generikaproduktion, ist sehr fraglich.

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18. November 2008 22:37

Lächerlich

Frank Lange (thinktwice)

Wer hoch pokert, kann hoch gewinnen oder hoch verlieren. Adolf Merckle hat verloren. So ist das Leben. Wenn er seine Spielschulden nicht bezahlen kann, muss er sein Unternehmen oder Teile davon verkaufen. In einer Marktwirtschaft gibt es dafür immer Käufer, wenn der Preis stimmt. Eine Landesbürgschaft ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Oder bekomme ich eine Landesbürgschaft, wenn ich morgen ins Casino gehe und mein Geld verjubele?

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18. November 2008 22:36

Kleiner Tip für Susanne Klatten

Gerhard Hablizel (hablizel)

Altana besass bis vor zwei Jahren einen Pharma-Bereich. Den hat man dann an Nycomed verkauft, worüber nicht jeder Altana-Aktionär ganz glücklich war. Hier böte sich Frau Klatten die Gelegenheit, Familie Merckle aus der Klemme zu helfen - sozusagen von Familie zu Familie - und zugleich die Altana wieder um einen Pharma-Zweig zu ergänzen - diesmal um Ratiopharm. Die ganze Diskussion um Landesbürgschaften für Herrn Merckle erledigte sich mit einem Schlag - und nicht zuletzt bekäme Frau Klattens Image als seriöse und erfolgreiche Unternehmerin neuen Glanz...

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18. November 2008 21:58

Der Staat und der Spieler

Ines Michler (xmacs)

„Der Vater erstellt‘s, der Sohn erhält‘s und beim Enkel zerfällt‘s."

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18. November 2008 21:51

Das Mittelalter läßt grüßen

T. K. (timo.kohlberger)

Aha, es geht also garnicht um Arbeitsplätze sondern um mögliche Verluste der Haus- und Hofbank des Landesfürsten! Na denn muß das Frohnvolk wohl Abhilfe leisten wenn sich einer der gutvernetzten Bonzen mit Leerverkäufen auf VW-Aktien verzockt hat. Wäre die LBBW eine Privatbank dann wäre die politische Einflußnahme wesentlich geringer. Dann hätte die LBBW vielleicht nach rein betriebswirtschaflichen Kriterien gehandelt, sprich besseres Risikomanagement betrieben und sich von einem Finanzjongleur ausreichend Sicherheiten geben lassen. Ist nicht eines der Hauptargumente für Staatsbanken ggü. Privatbanken deren Berücksichtigung des Allgemeinwohls? Dient es dem Allgemeinwohl wenn eine Staatsbank einem spielsüchtigen Unternehmer soviel Kredit gibt, daß sie ihn auf jeden Fall auslösen muß? Oder wäre ein Privatbank nicht besser, die nicht so einfach darauf zählen kann, daß im Falle des Unfalles die Verluste sozialisiert werden?

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18. November 2008 21:39

das macht nicht wütend, das geht einfach nicht!

Walther Schmidt (silitoe)

Ich sehe hier keinen Grund zur Wut. Wenn Herr Merckle sein Eigenkapital verspielt hat, aber die Unternehmen gerettet werden müssen, dann soll sich der Staat seine Handlungsalternativen genau überlegen. Der Staat muss dasjenige tun, was für das Gemeinwesen am Besten ist. Am Ende, wenn die Finanz- und Wirtschaftskrise einmal überstanden sein wird, sollte Herrn Merkle dann allerdings nichts mehr, bzw. nicht mehr viel gehören. Schließlich hat er sein Geld verspielt.

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18. November 2008 21:39

Rien ne va plus oder der Anfang vom Ende

Michael Haaker (Haaker1)

Im Grunde hat Herr Merckle lediglich den Fehler begangen, den eine Reihe hochkarätiger Finanzspezialisten führender Kreditinstitute reihenweise vor ihm schon begangen haben: Er hat gespielt und, er hat verloren. Das wäre nicht weiter tragisch, auch die Größenordnung ist, wie wir mittlerweile wissen, relativ, wenn da nicht dieses kleine Wort Verantwortung wäre. Selten bis gar nicht lesen wir in diesen Tagen, das Unternehmen sagen: Ok, wir haben einen Fehler gemacht, wir haben uns verspekuliert, es wird nach Hilfe gerufen, verlangt nahezu, schließlich es geht um Arbeitsplätze. Das zieht immer. Erstmal. Die gleichen Jobs übrigens, die, ohne mit der Wimper zu zucken, von Banken wie Unternehmen mal schnell wegrationalisiert werden, von den gleichen Protagonisten, die stolz verkünden, in diesem Land wenig Steuern zu zahlen, die das lieber auf die Schultern ihrer Angestellten packen, man ist ja "nicht blöd". Und, wenn's dann weg ist, wird es Papa Staat, Mama Landesregierung schon richten. Dostojewski würde seinen Spieler noch mal neu schreiben müssen, heute. Nach und nach wird auch dem Letzten klar, das in diesem Spiel nur einer gewinnen wird: Die Spielbank, die Globale Börse. Auch nicht wirklich neuer Wein. Nur dickere Schläuche.

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18. November 2008 21:28

Alles aufgebauscht ;-)

uwe gottwald (ugottwald)

Ja , Frau Preuß, hätten Sie soetwas vor 3 Monaten geschrieben - meine Anerkennung in Sachen Zivilcourage wäre Ihnen sicher gewesen. So können Sie nur noch ein paar Finanzchrash-Ursachenleugner dazu bringen, meinen Beitrag als linkes Geschwätz zu ranken . ;-)))

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18. November 2008 21:09

Lachhaft

Ingo Müller (avant3000)

Die Autorin erwägt, es könnte für den Steuerzahler billiger werden, Merckle einen weiteren Milliardenkredit zu geben, als dessen Insolvenz zu riskieren und im schlimmsten Fall auf den bereits vergebenen Milliardenkrediten sitzen zu bleiben. Diesen Gedanken hört man derzeit ja oft. Möglicherweise ist das sogar so. Wenn wir diesen Gedanken allerdings weiterspinnen, könnte Merckle bis in alle Ewigkeit immer wieder Milliardenkredite von der LBBW verlangen, solange diese sich summenmäßig unter den bisherigen Krediten bewegen. Denn andernfalls müßte die LBBW ja riskieren, auf den bisherigen Krediten sitzen zu bleiben, was dann teurer käme als einen weiteren Kredit auszugeben, s.o. Bin ich der einzige, der diese "Logik" für lachhaft hält? Warum sollen die Selbstreinigungskräfte des Marktes heute nicht mehr wirken? Wenn Merckle kein Geld mehr hat, muss er eben Insolvenz anmelden. Wenn die LBBW dadurch Milliarden verliert, wird sie hoffentlich vor dem nächsten Milliardenkredit a) überlegen, wem sie das Geld gibt und b) durch Aufsichtsräte o.ä. Einfluss darauf nehmen, dass die Milliarden nicht im Spielcasino verzockt werden.

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18. November 2008 21:03

Erbärmliches Spiel!

Deutsch Michl (deutschmichl)

Frei nach dem Volksmund " Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen"

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18. November 2008 21:00

"der Schwabe mit dem freundlichen Lächeln"

Gerd Lehmann (Gerd_L)

Vielen Dank für diesen Bericht, der mal hinter die Fassade dieses Herrn Merckle blickt, und stimmt, es macht einem richtig wütend wenn man das alles lesen muß, widerlich !!!

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18. November 2008 20:59

Warum nicht einfach die betroffenen Unternehmen kaufen?

Thomas Berger (tberger)

Damit wäre doch allen geholfen. Der Staat ist heute in der komfortablen Situation, der einzige Marktteilnehmer zu sein, der Cash hat. Das ist ein *massiver* Vorteil gegenüber anderen potentiellen Bietern. Und wenn man weiß, das ein potentieller Verkäufer (Merckle) unter Druck steht, kann man doch einen Tiptop-Vertrag aushandeln. Klar, daß sich BW als Pharmaunternehmer betätigt, ist nicht wirklich Sinn der Sache. Aber wenn man einen so langen Atem hat, wie ein deutsches Bundesland, dann kann man die Unternehmen einfach vier, fünf Jahre halten, in der Zeit noch ein bissl umstrukturieren und von Steuer- auf Wirtschaftlichkeitsoptimierung umstellen, und sie dann mit einem für den Steuerzahler erklecklichen Gewinn verkaufen. Nochmal, hallo Politiker: Wir, der Staat, sind zur Zeit die großen bösen Fische im Teich. Es ist Zeit, sich ein paar Happen aus den Karpfen zu beißen :-)

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