
... wenn es den Apologeten des Neoliberalismus wirklich so die Sprache verschlägt wie Herrn Appel, daß ihnen nur noch die so olle Kamellen wie "Geht doch nach drüben!" einfallen. Die neoliberale Propaganda scheint tatsächlich endgültig abgewirtschaftet zu haben. Und das ist doch schon mal ein Hoffnungsschimmer am Horizont.

Und zwar davon, was hier Holger Appel uns erzählt. Hier geht es offensichtlich nicht um sachliche Argumente, sondern lediglich um Propaganda für ein gescheitertes System. Zum Beispiel ist Post, Bahn, und teilweise Telekom mit der Privatisierung deutlich schlechter geworden; und weil uns Holger Appel das Gegenteil dieser offensichtlichen Tatsache erzäht, wird es nicht anders. Die ersten zwei sind zu ganz üblen Monopolen geworden, die Post begeht zum Beispiel regelmäßig Hausfriedensbruch bei mir, indem sie wöchentlich die "Morgenpost Wochenend Extra" in meinen kleinen Briefkasten wirft, trotz Schild darauf, daß es unerwünscht ist, trotz mehrfachen Beschwerden, bis zum Vorstand. Keine Beschwerde hilft, Beschwerden werden in der Filiale abgewiesen, telefonisch mit Sondernnummern teuer gemacht. Kann man sich an die Diensleistungen und Angebote der Bahn vor 20 Jahren? Es ist eine Schande, was die Bahn jetzt geworden ist, ein inflationistisches Unternehmen: immer teurer, immer schlechter. Die Taktik der Holger Appels ist, daß ganze zu einem Gegensatz privat/staatlich zu reduzieren, man findet kaum ein Argument, das man ernst nehmen kann, sondern lediglich Propaganda, die nach Milton Friedman stinkt.

Ihr Kollege Müller schreibt: "Dabei ist es nichts Neues, dass der Staat nicht alles schlecht macht und Private nicht alles besser können.[...]Dass Abgesänge auf den Staat verfrüht sind, zeigt zudem die europäische Dimension der Bankenkrise." Muss er nun nach Nordkorea?

Wer es wagt, Kritik am Verhalten der Banker zu üben, ist also gleich ein Stalinist und soll nach Nordkorea auswandern. Platter geht es kaum noch, und dass in der FAZ. Wenn das der vielgepriesene Qualitätsjournalismus sein soll, lese ich in Zukunft nur noch die Bildzeitung. Mal ein Experiment für alle, die jeden Kritiker der internationalen Finanzmärkte zum Kommunisten abstempeln: Stellt euch doch mal die Welt nicht aus eurer saturierten Sicht, sondern aus der Sicht der Verlierer der Finanzmarktkrise vor, bspw. aus dem Blinkwinkel eines US-Rentners, dem jetzt die Altersvorsorge aus der ordnungspolitisch Korrekten aktienbasierten Anlage abhanden gekommen ist und der jetzt mit 70 wieder arbeiten muss. Würden sie dem auch mit Nordkorea kommen, wenn er auf die Bank(en) schimpft, Herr Appel, und ihm sagen, es soll halt fest schuften und ist selber schuld, wenn er die Kohle verliert? Ob jemand "neoliberal" oder "sozialistisch" ist, entscheidet sich nicht an seinem Geschwätz, sondern daran, ob er in privaten materiellen Krisen auf seine "Selbstheilungskräfte" oder die Gemeinschaft vertraut. Von daher ist auch Herr Ackermann ein Sozialist, weil er jetzt nach dem Steuerzahler schreit.

Die DDR ist passé. Der Sozialismus ist (bis auf Ausnahmen) international gescheitert. Und das (meiner persönlichen Meinung nach) aus gutem Grund. Unsere Aufgabe ist es das Gesellschaftssystem zu gestalten (und ggf. zu kritisieren und zu verbessern) welches sich durchgesetzt hat. Und da ist dieser dauernde DDR/Nordkorea/Kuba Vergleich nicht sehr förderlich. Diese Ideologiedebatte gehört ins 20. aber nicht ins 21. Jahrhundert. Entweder ist der Autor in der Vergangenheit stehengeblieben, oder ihm ist an einer kritischen und ernsthaften Debatte der aktuellen Probleme unseres Gesellschaftssystems nicht sehr gelegen. Mal zum Mitschreiben: Man kann unser gegenwärtiges System kritisch hinterfragen und es vernünftig finden Dinge zu ändern OHNE(!) irgendeine Form von Sozialismus zu wollen! Einige wollen oder können das nicht begreifen. Bei mir fallen diese ewigen DDR-Vergleiche unter die Rubrik "Todschlagargument". Wobei paradoxerweise die, die dieses DDR-"Argument" immer im Munde führen ausgerechnet die sind, die den ehemaligen Anhängern des Sozialismus in Sachen Ideologie (wenn auch mit anderen Vorzeichen) am nächsten sind. Mit ideologischen Scheuklappen lassen sich aber schlecht reale(!) Probleme lösen. Realität kennt keine Ideologien.

Leichtfertig die Kleingläubigen in Sachen Marktwirtschaft, die in diesen Tagen zur Philippika auf unsere Wirtschaftsordnung ansetzen, die uns in den vergangenen 60 Jahren Wohlstand und Prosperität in nie gekanntem Ausmaß geschenkt hat. Erschreckend dabei ist vor allem, wie bis weit ins bürgerliche Spektrum diese defätistische Ansicht vorzufinden ist. Marktwirtschaft ist keine Schönwetterveranstaltung und Wirtschaftskrisen, die es immer gegeben hat, sind letztlich notwendige Reinigungs- und Selbstheilungsprozesse. Darauf sollten wir vertrauen, statt in hektische Symbolpolitik zu verfallen. Politiker dürfen keine unhaltbaren populistischen Versprechen wie das der staatlichen Absicherung von Privatkundenkonten, das im Ernstfall mit rd. 1,6 Billionen Euro den Staatsbankrott bedeuten würde, abgeben. Genauso wenig dürfen Sie Missmanagement von Großunternehmen durch Staatshilfen sozialisieren, während der Mittelstand in den Ruin getrieben wird. Die Antwort muss marktwirtschaftlich sein: „Einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird“ (Winston Churchill)

der Vergleich ist Unsinn. Es gab einmal eine DDR, und in der war nicht alles gut. Aber es gab keine gierigen Banker die hunderte ja tausende von Milliarden verzockten. Die "Marktwirtschaft" ist auf einen Schuldenberg gebaut, und der stellt sich gerade als Kartenhaus heraus. Die einfachen Menschen sind in ihrer Mehrheit nicht mehr bereit für die Exzesse abgehobener Manager und Banker aufzukommen. Sehen Sie sich die Wahlergebnisse an. Wachen Sie eines Tages auf!!! PS: ich glaube Sie haben noch nicht gemerkt, dass dies ein Paradigmenwechsel wie 9/11 ist.

Bloß gut das es die Deutsche Demokratische Republik (in der ich 1964 geboren bin und gern gelebt habe) gegeben hat, so kann man gut von den negativen Seiten des jetzigen Systems ablenken.

bin einfach fassungslos, dass diese zeitung noch mitleid hat mit menschen, die ganze staaten und voelker in unglueck gestuerzt hatten und noch fuer ihre misstaten ABFINDUNG sich wuenscht: SCHANDE !

Ich kann ja verstehen, wenn die Befürworter des freien Marktes in diesem Moment der Infragestellung ihrer Weltanschauung den Neoliberalismus verteidigen, doch es wird vergebens sein. Der Neoliberalismus ist tot, toter geht es nicht. Er wird auch nie wieder wie in der einst gekannten Form zurückkommen können, da er nur in einer zivilisatorischen Umgebung wie den letzten 20 Jahren realisiert werden konnte, in der Erdöl und sonstige fossile Ressourcen im Überfluß vorhanden waren. Die moderne industrielle Zivilisation nach dem 2. Weltkrieg hat es fertig gebracht etwa die Hälfte aller fossilen Schätze der Erde für das Wirtschaftsgeschehen zu mobilisieren und zu verbrauchen. Die gegenwärtige Krise hat daher mehrere kapitale Fehler zur Ursache. Ein Kardinalfehler war die Schaffung von Derivaten auf dem Finanzmarkt, ein anderer Fehler war die Globalisierung der Finanzmärkte und der Glaube an ein unbegrenztes marktwirtschaftliches Wachstum durch Geld, das in Form von Krediten (Schulden) generiert wird. Banker und Ökonomen können zwar beliebig viel Fiat-Geld durch Schulden generieren, aber sie können nicht auch nur einen Tropfen Öl oder ein Stück Kohle zusätzlich in die Welt zaubern, das nicht durch Technik förderbar ist.

"Nie wieder DDR" ist sicher richtig. Aber ich habe den Eindruck, dass erst mit dem zusammenbruch des "sozialistischen Gegenmodells" der neoliberale Kapitalismus in Selbstverblendung verfiel und die eigene Profitsucht nicht mehr schamhaft sozial verbrämte, sondern sie zum Evangelium erhob - wodurch seine Tendenz zur Selbstzerstörung erst zum Durchbruch kam. Insofern wäre es nicht verwunderlich, wenn auf den Zusammenbruch des "real existierenden" Sozialismus nun der Zusammenbruch des "real exisitierenden" Liberalismus folgte, dessen Ideologie des Wohlstands durch Spekulation genauso schimärenhaft und verlogen ist wie das Märchen der klassenlosen Gesellschaft. Von Karl Marx wie von seinen klassisch-liberalen Vorgängern ist zumindest das eine wieder zu lernen, dass der Reichtum der Nationen letztlich auf den durch Arbeit geschaffenen Werten beruht, und nicht auf der Erwartung, dass sich Geld von selbst vermehrt. Hierin wären sich Adam Smith und Karl Marx einig gewesen.

...genauso wie damals mit dem Kauf der DDR recht! Wäre das Volk ihm 1989 oder 1999 gefolgt, wären wir vielleicht heute "ärmer", aber dafür müsste niemand um seinen Spargroschen fürchten - oder wen glaubt ihr, zahlt am Ende für all die Milliarden für das Finanzwesen ;-) VIELEN DANK ANS NEO-LIBERALE PACK!!! DESHALB: Wenn die Bundesregierung noch irgendeinen Funken Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Volk haben sollte, dann, ja dann sollte sie wie bei Eurem großen Vorbild USA sofort eine parlamentarische Sonderkommission einsetzen, um den ganzen Kapitalverbrechern auf den Zahn zu fühlen (wer mir nicht glaubt, schaut Euch mal "FoxNews" mit O'Reilly und all den Anderen KONSERVATIVEN an!!! - Ihr werdet Euch wundern!) Zusätzlich sollte alles Vermögen der Verantwortlichen bis zur Klärung der Täterschaft eingefroren oder enteignet werden. Gehälter/Pensionen sollten gleich mit auf HartzIV-Diät gekürzt werden, ganz so wie bei jedem beliebigen Anderen! Schreiberlinge, die sich der geistigen Mittäterschaft durch Verbreitung von neo-liberaler "Missinformation" schuldig gemacht haben, sollten mit einem steuerlichen Sonderopfer belohnt werden. :::An die chinesische Zensur in BRD::: Viel Spaaasss beim Lesen :-)

Lieber Herr Appel, folgte man der Ihnen eigenen Kausalkette, hätten sie auch den Konsum von Milch in einem Leitartikel verteidigen können und dies, obwohl jeder Drogenabhängige regelmäßig in seinem Leben Milch getrunken hat. Genauso abwegig halte ich es, sich hier ernsthaft mit der Wiederauferstehung der DDR auseinanderzusetzen ! Das fordert doch niemand, der nur halbwegs ernst zu nehmen ist. Tatsache ist hingegen, dass immer Menschen an der Gerechtigkeit der Marktwirtschaft - angefeuert durch die Lafontaines dieser Welt - zweifeln. Aufgabe von Politik und Wirtschaft sollte es daher meines Erachtens sein, das verloren gegangene Vertrauen in die beste Wirtschaftsform, die Marktwirtschaft, wiederherzustellen. Das kann aber nur geschehen, wenn man die Gründe für das Zustandekommen der Subprime-Krise schonungslos aufdeckt und anschließend die richtigen Schlüsse zieht. Darum geht es doch in Wirklichkeit und nicht darum, ob der Staat einzelne Aufgaben besser als die Privatwirtschaft wahrnehmen kann.

ein interessanten Einblick zum Thema "Marktwirtschaft in der Finanzkrise" den mir Herr Appel da gibt. Leider sind die Beispiele mit der Bahn und Telekom etwas schlecht gewählt (die Verstaatlichung der Bahn (zur Reichsbahn) war eine notwendigkeit zum Fortbestehen des Eisenbahnverkehrs in Deutschland (Krisen gab es schon damals) ) Was die quasi Unabhängigkeit der Banken betrifft wissen Sie Herr Appel als ehemaliger Banker sicherlich am besten Bescheid wie es um dieser bestellt ist?! Nun in Einem Punkt stimme ich mit Ihnen völlig überein: "Rückschläge gehören dazu" sie sind Teil des Lebens. Die Frage ist nur, was wir daraus lernen werden. Mit Sicherheit werden wir nicht den Weg eines totalitären Kommunismus (Norkorea) oder des Sozialismus (DDR, Kuba) beschreiten. Aber leider ist das derzeitig "gelebte" Modell der Marktwirtschaft auch nur eine temporär Gesellschaftordnung. Oder sollte der wirtschaftliche Schaden den einige Wenige anrichten immer von der ganzen Weltbevölkerung getragen werden? Ich denke nein. Denn an mögliche Folgen die aus Armut und Not resultieren möchte ich gar nicht denken. Hoffen wir mal das der Rauch sich schnell verzieht und nicht erst zum Pulverdampf wird ;o) Sven

Gerhard Raff schrieb ein bei uns in Schwaben sehr bekanntes Buch, das heißt: "Oh Herr, schmeiß Hirn ra!" Hoffentlich hat der Herr genug davon, daß er die sozialismusseligen Deutschen Einreisevisa en masse für die Volksrepublik Norkorea beantragen läßt, dann hätte der Rest von uns endlich mal seine selige Ruh und Karl Marx' Gespenst könnte in den weiten, öden Gefilden der dortigen Haupstadt seine kniefälligen Anbeter vom Fahrradsattel herunter segnen... Wie schön könnte eine gehirnsanierte Welt doch sein! Franz Maute

ist die schon seit mehr als 5000 Jahren von den Chinesen als goldene Richtschnur diskutiert wird. Wenn in dieser Wirtschaft, die Strukturen derart organisiert werden, dass es einer kleinen Clique von Funktionären in Wirtschaft, Finanzwelt, Politik und Verwaltung gelingt, eine Bescheißergesellschaft zu etablieren und nach dem Muster der Göttinger Gruppe, die mittels der freiheitlichen Liberalisten Genscher und Lambsdorf eine Gruppe von 20.000 oder 30.000 Menschen um ihre Altersrücklagen zu betrügen, dann steht da ein Fragezeichen hinter allen Aussagen von Holger Appel. Dass heute eine in die Millionen zählende Gruppe von Riester-Sparern womöglich um ihre Altersrücklagen beschissen werden können, weil - oh Wunder - die Merkelsche Spareinlagengarantie dafür nicht gilt, dann wird aus dem Propagandisten der Neuen Sozialen Markwirtschaft Appel, der geistige Bruder des Desinformanten, Täuschers und Tarners K.-E. von Schnitzler. Einfach nur einer, der zu faul zu sein scheint, sich mit den Realitäten HINTER DEN VORHÄNGEN UND HINTERZIMMERTÜREN zu befassen.

scheint der Holger Appel mit solcher Bravour zu bestätigen und jedem Interessierten, der die Argumentation von Karl-Eduard von Schnitzler im Schwarzen Kanal verfolgt hat, konsistent zu bestätigen. Die Tragödie der ersten deutschen Republik bestand in der destruktiven Nähe der faschistischen und der kommunistischen Totalitaristen. Holger Appel skizziert auf erschreckende Weise die destruktive Nähe zu Sarah Wagenknecht, die mit dem gleichen totalitären und fundamentalistischen Dogmatismus die Antithesen zu den Appelschen Propagandaparolen formuliert. Mein Großmutter pflegte immer zu sagen, dass der Apfel nicht weit vom Pferd fällt. Der Berliner bezeichnet den Pferdeapfel als Appel. Ob damit auf hier existierende Wechselbeziehungen zwischen der intellektuellen Substanz des Pferdeapfels und den Ausführungen von Holger Appel hin gewiesen wird, dass mag jeder Leser selbst entscheiden.

genau, Leute, die etwas gegen die Marktwirtschaft haben, natürlich per se Anhänger der DDR, haben hier nichts zu suchen! Die gehören nach Nordkorea, wo sie dann hungern können! Das würde einem FAZ-Journalisten anscheinend sehr gefallen.

Der Kapitalismus führt sicherlich insgesamt zu einer efffizienten Gesellschaftsordnung, aber das verbietet es nicht, den wilden Kapitalismus und die Jagd nach schneller Rendite zu kritisieren, schon deshalb weil dieses Fehlverhalten dem System insgesamt schadet! Der Marktwirtschaft tut die Kritik an den negativen Folgen einiger neoliberaler Leitideen nicht schlecht, ganz im Gegenteil. Man staune: das vormals oft ausgesprochene Vertrauen in die Selbstregulierungskräfte des Marktes wird in diesen ernsten Stunden nun kaum mehr vorgebracht— Die Kapitalismuskritiker aber pauschal nach Nordkorea oder in die DDR abzuschieben ist nicht gerade ein subtiles Stück neoliberaler Ideologie! Daß private Altersvorsorge meistens nicht in den Ruin führt, dürfte die amerikanischen Rentner, die z.B. Papiere von Lehman hielten und nun alles verloren haben, nicht wirklich trösten. Es wäre besser gewesen, man hätte rechtzeitig auch in der FAZ die Gefahren der Deregulierung hervorgehoben— Erstaunlich auch, daß unsere Wirtschaftsliberalen das Wort "sozial" in der sozialen Marktwirtschaft plötzlich wiederentdecken, das ihnen vor einiger Zeit doch ein nutzloser Ballast schien, den man über Bord werfen sollte. Es ändern sich Zeiten...

Das glauben Sie doch selber nicht. Die Mehrzahl der Banker hat verantwortungslos gehandelt. Die Bankbediensteten mussten Produkte verkaufen, für die sich schämten, zumindest im privaten Gespräch. Die Pleite war seit Jahren vorhersehbar. Ich hoffe nur, dass sich die Regierung nie wieder von den Vertretern des "Freien Marktes" so verführen und vorführen lässt.

Bei unseren franzoesischen Nachbarn ist das Wort Liberalismus (im Sinne von wirtschaftlicher Freiheit) laengst zum Unwort geworden - nicht nur bei den Linken, sondern zum grossen Teil auch bei den Konservativen. Wer sich in Frankreich als Liberaler outet und die freie Marktwirtschaft verteidigt, der geraet als Rechter leicht ins politische Abseits, fuer einen Linken kommt dieses Bekenntnis gar dem politischen Selbstmord gleich. Auch auf unserer Seite des Rheins ist es bald so weit. Denn auch in Deutschland waechst die Zahl der Feinde der wirtschaftlichen Freiheit - beileibe nicht nur in der SPD und der Linkspartei, sondern zunehmend auch in der CDU und der CSU. Deutschland braucht jedoch zumindest eine grosse Partei, die konsequent fuer die Soziale Marktwirtschaft eintritt, der wir Deutschen unseren Wohlstand verdanken. Die FDP allein genuegt dafuer nicht.

Endlich mal ein vernünftiges Wort. Jetzt müßte die FAZ nur noch Wendungen wie die vom "freien Fall" aus ihren Überschriften nehmen. Das Beispiel Bahn ist allerdings etwas unglücklich, denn die erhöht die Preise. Das kann sie, weil sie ein Monopol hat, was wiederum nicht marktwirtschaftlich ist. Das Beispiel Telekom kann man nicht oft genug zitieren: Stellt euch vor, Festnetz, Mobilfunk, DSL würden von einem Staatsmonopolisten angeboten. Wer das gut findet, wäre in Nordkorea wirklich gut aufgehoben. Dort müßte er zu Ende leben, was er hier nicht zu Ende denkt.

Appel sei Dank!! Einer der Wenigen und der Ersten, die, wenn auch nur zaghaft und sehr begrenzt, eine realistisschere Sicht der Dinge wagt(muß man schon beinahe sagen), nach all dem fachfremden Sensationsgeschrei auch in dieser Zeitung. Statt Nordkorea eignet sich auch Cuba als Demonstartionsobjekt der Leistungsfähigkeit des Sozialismus: Dort ist KEINER mehr arm, --gemäß offizieller EU Definition von Armut --(fast) ALLE haben nämlich viel weniger als 10% von Hartz IV, nur einige Führer des (so gerechten)Sozialimus sonnen sich in Milliarden.

Da Systemrelevanz - sicher zu Recht - das Schlüsselkriterium für staatliche Intervention geworden ist, muss vielleicht differenziert werden zwischen (relativ systemirrelevanten) Autokonzernen, Flugpreisen, Telefonkosten auf der einen Seite und gesamtgesellschaftlicher Systemrelevanz (z. B. finanzwirtschaftliche Stabilität) andererseits.

Ihr Wort in Gottes Ohr, aber die Politiker, die ihr Versagen bei der Aufsicht und in der Krise bereits bewiesen haben, sind doch diejenigen, von denen ein Grossteil der Bevoelkerung jetzt noch strengere Kontrolle und haertere Regeln, also noch mehr Planwirtschaft, fuer den Finanzsektor verlangt. Das Problem ist doch keine zu geringe Aufsicht in Deutschland oder gar Steinbruecks "ungezuegelter Markt", sondern die Qualifikation derer, die sie ausueben sollen.

Für Herrn Funke , so eine Bestrafung wünsche ich mir , wens geht sofort. Die derzeitige Demokratie ist das Papier nicht mehr wert auf dem sie steht dafür haben unsere Kapitalmarionetten erfolgreich gesorgt.