
weiß sehr genau,weshalb sie aussteigen wollte. Die Staatsregierung Sachsen hat sich wohlwollend erpressen lassen. Nur weshalb, steht noch in den Sternen, aber bald wird man es erfahren, nämlich dann, wenn Quimonda wissentlich in die Pleite geführt wird. Den Schaden so niedrig wie möglich halten, ist z.Z. die Devise der Infineon. 325 Mio Kapital ergeben bei einem Niedrigzins von 2,5% ca. 8 Mio/Jahr. Veranschlägt man 500 Arbeitsnehmer, wäre das pro Jahr 16 Tsd für jeden = eine Rendite ohne zu arbeiten von 1350 Euro. Wo sind denn die Gewinne der Qimonda? Nicht einmal das Finanzamt weiss es genau.

Nachdem Siemens ihre defizitäre Tochter Infineon an die Börse gebracht, diese wiederum ihre noch kaputtere "Untertochter" Qimonda (die übrigens bereits verschenkt werden sollte!) ausgliederte, werden nun dreistellige Millionenbeträge an Steuergeldern zusätzlich versenkt. Herzlichen Glückwunsch!

Als Nokia den Standort Bochum verlies, hat ein kluger Redakteur im Handelsblatt darauf gewettet, dass die mit Milliarden subventionierte Chipidustrie in Sachsen als nächstes von Produktionsverlagerungen und Schließungen betroffen ist, und dass sich wieder einige Politiker als Retter und Helden aufspielen und mit Millionen und Milliarden an Steuergeldern versuchen werden diese in Deutschland nicht lebensfähige Industrie zu retten. Quimoda wird trotzdem Insolvenz anmelden oder sich ganz aus Deutschland zurückziehen. In der "Zeit" wurde das Verhalten einiger Politiker mit dem der Ureingeboren von Papua Neuguinea verglichen. Im 2. Weltkrieg hat das amerikanische Militär diese Insel als Stützpunkt verwendet. Sie halfen den Eingeborenen mit Lebensmitteln, Decken und Werkzeugen, die mit Flugzeugen eingeflogen wurden, eine Technologie die die Einwohner nicht verstanden und deswegen für Götter hielten. Als der Krieg vorbei war, gab es keine Decken, Werkzeuge und Lenensmittel mehr. Deswegen rodeten sie den Regenwald, bauten Landebahnen und Hütten die aussahen wie die amerikanischen Funkstationen. Sie schnitzten sogar Kopfhörer aus Holz um die Fluglotzen zu imitieren. Die Flugzeuge kamen aber nicht wieder. Das Verhalten sieht man in Sachsen

Ein Unternehmen, bei dessen Gründung Subventionen hundertmillionenweise geflossen sind, bietet ein Produkt an, das zu kostendeckenden Preisen nicht nachgefragt wird. Und jetzt wird von den üblichen Wirtschaftsanalphabeten gejubelt, weil erneut Steuergelder verpulvert werden, um den Todeskampf dieses Zombies ein bißchen zu verlängern. Wie abartig ist das denn?

Wo bleibt die Kritik am Kapitalismus? Es tut mir leid aber bei aller "Liebe" zur angeblich freien Marktwirtschaft komme ich mir als Niedriglöhner verhohnepipelt vor wenn Konzerne und Unternehmen "Hilfen" in solcher Höhe erhalten bei denen klar ist das die Manager und Vörstandsmitglieder monatlich horrende Bezüge aus dem Unternehmen abzapfen, die in keinem Verhältnis mehr zu der Arbeitsleistung und es Lohns der ausführenden Mitarbeiter stehen. Die Welt steht Kopf.

Die sächsische Staatsregierung will nun also de facto ins Speicherchipgeschäft einsteigen und mit einem Werk in Dresden gegen die Branchengrößen aus Korea und Taiwan antreten. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass das am Ende des Tages dann doch im Bankrott enden muss. Denn Qimonda ist ja nicht aufgrund ihres verunglückten Namens gegenüber den Asiaten strukturell irreversibel im Nachteil, sondern aufgrund der Produktionskosten und der gegen sie wirkenden "economics of scale". Ich gönne der Belegschaft in Dresden die Verschnaufpause, aber der Untergang ist - mit Steuermillionen - nur aufgeschoben. Die allgemeine "Retterei" läuft mittlerweile vollkommen Amok. Das, um eine zweites 1929 zu vermeiden, notwendige Raushauen der Banken scheint nun für jeden zweitklassigen Provinzpolitiker zur Rechtfertigung zu werden, sein wirtschafts- und fiskalpolitisches Narrentum auszuleben. Mal sehen, was von diesem Kaliber noch so alles auf uns zu kommt.

Infineon hat die am meisten defizitären Teile der Firma als Qimonda ausgegliedert, mit nur einem Ziel: die Bude schließen. Dieser Leiche noch ein paar hundert Millionen in den Rachen zu werfen ist so ziemlich das dümmste was man machen kann.