20. Dezember 2008 Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) will bis 2013 rund 1000 Stellen abbauen. Außerdem trennt sich die Gruppe mit sofortiger Wirkung von ihrem ehemaligen Vorstandschef Georg Funke und dem früheren Vorstandsmitglied Bo-Heide Ottosen sowie von den amtierenden Vorständen Markus Fell und Frank Lamby, wie das Münchner Kreditinstitut am Samstag mitteilte. Darüber hinaus beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat eine strategische Neuausrichtung und Restrukturierung der Gruppe.
Vorstandschef Axel Wieandt verteidigte den geplanten Arbeitsplatzabbau: Die Einschnitte seien als Bestandteil der Restrukturierung notwendig, sagte Wieandt am Samstagnachmittag in München. Es gibt dazu keine Alternative. Betriebsbedingte Kündigungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Die Zahl der Mitarbeiter solle im Verlauf der kommenden drei Jahre zunächst um 800 sinken, hieß es. Die davon betroffenen Arbeitsplätze befänden sich zu zwei Dritteln außerhalb Deutschlands. Bis 2013 sollen weitere rund 200 Arbeitsplätze wegfallen. Ein Teil des Personalabbaus solle über Auslagerungen von Betriebsteilen und Verkäufen erfolgen. Es würde sozialverträgliche Lösungen angestrebt, um betriebsbedingte Kündigungen nach Möglichkeit zu verhindern.
Erhebliche Ergebnisbelastungen erwartet
Die Veränderung des Geschäftsmodells reduziere die jährlichen laufenden Kosten bis 2011 um rund 200 Millionen Euro und bis 2013 um rund 250 Millionen Euro. Die Neuausrichtung werde das Ergebnis aber weiter belasten, teilte das Institut mit. Für das vierte Quartal würden weitere erhebliche Ergebnisbelastungen erwartet. Für 2008 sei ein negatives Jahresergebnis zu erwarten.
Der Konzern solle zum spezialisierten Immobilien- und Staatsfinanzierer auf Pfandbriefbasis umgebaut werden, hieß es weiter. Im Rahmen des Umbaus sollen in den kommenden drei Jahren die Hypo Real Estate Bank International und die Depfa Bank mit der Hypo Real Estate Bank AG zusammengelegt werden. Der Bereich Gewerbliche Immobilienfinanzierung werde sich auf das Geschäft in Deutschland, den wichtigen europäischen Märkten und den Vereinigten Staaten konzentrieren.
Infrastruktur-Finanzierungen will der Konzern zukünftig nicht mehr anbieten. Die nicht zum Geschäftsmodell passenden Kapitalmarkt- und Handelsgeschäfte werden eingestellt. Ein Verkauf nicht strategischer Aktivitäten werde zwar geprüft, das kundenbezogene Derivate-Geschäft soll jedoch weitergeführt werden.
Die Münchner Staatsanwaltschaft hat wegen der Beinahe-Pleite der HRE inzwischen Ermittlungen unter anderem wegen des Verdachts der Marktmanipulation aufgenommen. Betroffen sind alle früheren Vorstände der Bank, die zwischen November 2007 und September 2008 im Amt waren, sowie der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Viermetz.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: ddp
Das Ende der bayerischen ![]()
Kommentar: Evoniks neue Balance
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.882,29 | −0,36% |
| TecDAX | 820,00 | −0,34% |
| MDAX | 7.462,39 | +0,45% |
| SDAX | 3.557,38 | −0,08% |
| REX | 377,45 | +0,07% |
| Eurostoxx 50 | 2.912,50 | −0,48% |
| Dow Jones | 10.441,10 | −0,10% |
| Nasdaq 100 | 1.800,82 | +0,15% |
| S&P500 | 1.109,18 | +0,11% |
| Nikkei225 | 10.163,80 | −0,13% |
| EUR/USD | 1,4386 | −0,98% |
| Rohöl Brent Crude | 73,84 $ | −0,95% |
| Gold | 1.137,50 $ | +1,38% |
| Bund Future | 122,88 € | +0,21% |