20. Dezember 2008 Der designierte amerikanische Vizepräsident Joe Biden hat enorme Anstrengungen im Kampf gegen die Wirtschaftskrise angekündigt. Die Wirtschaft ist in einem viel schlechteren Zustand als wir gedacht haben, sagte er laut vorab veröffentlichten Auszügen aus seinem ersten Interview seit den Präsidentschaftswahlen am 4. November, das der Fernsehsender ABC am Sonntag ausstrahlen will.
Mittlerweile bestehe Einigkeit, dass die Wirtschaft mit umfangreichen Investitionen angekurbelt werden müsse. Ob es nun 600 Milliarden oder 700 Milliarden Dollar seien - die klare Meinung ist, dass es eine Summe sein muss, an die vor einem Jahr keiner gedacht hätte, führte Biden aus.
Kurzfristig gehe es darum, die Wirtschaft davor zu bewahren, dass sie total baden geht, sagte Biden in dem ABC-Interview. Langfristig werde die künftige Regierung von Präsident Barack Obama sich aber darum bemühen, die amerikanische Wirtschaft völlig umzukrempeln. Darauf werde die Innen- und Außenpolitik gerichtet sein, kündigte Biden an. Der Stellenabbau in den Vereinigten Staaten solle gestoppt werden.
Konjunkturprogramm und Autohilfen
Obama hatte am Freitag ein wagemutiges Konjunkturprogramm angekündigt. Bis das Land die Krise überwinde, werde es allerdings Jahre dauern und die Lage werde sich erst noch weiter verschlechtern, bevor es bergauf gehe, warnte der künftige Präsident.
Darüber hinaus hatte sich am Freitage die amerikanische Regierung bereit erklärt nun doch die krisengeschüttelten Autohersteller General Motors und Chrysler zu stützen. Sie erhalten Notkredite von 17,4 Milliarden Dollar. Das kündigte der amerikanische Präsident Bush am Freitag an. Die Regierung habe sich, besorgt wegen einer Verschärfung des Wirtschaftsabschwungs, gegen ein Insolvenzverfahren für die Unternehmen entschieden. Die Kredite werden aus dem bestehenden 700-Milliarden-Dollar-Hilfspaket für die Finanzbranche kommen (siehe auch: Milliardenschwerer Notkredit für Amerikas Autobauer).
Die Opel-Muttergesellschaft General Motors und der Chrysler-Konzern werden für Dezember und Januar zunächst 13,4 Milliarden Dollar erhalten. Weitere vier Milliarden Dollar sollen dann im Februar, nach dem Amtsantritt Obamas, zur Verfügung gestellt werden. Beiden Konzernen hätte nach eigener Darstellung ohne die Finanzhilfen bis zum Ende des Monats die Zahlungsunfähigkeit gedroht. Der dritte große Hersteller Ford erklärte hingegen, seine Finanzierung für das kommende Jahr sei gesichert.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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