01. Juli 2009 Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Anklage gegen den früheren Chef der maroden Mittelstandsbank IKB, Stefan Ortseifen, erhoben. Sie wirft ihm nach eigenen Angaben vom Mittwoch Börsenpreismanipulation und Untreue in vier Fällen vor.
Die Ermittler legten ihm unter anderem zur Last, im Juli 2007 eine Pressemitteilung des Vorstandes veröffentlicht zu haben, in der die wirtschaftliche Betroffenheit der Bank von der sich anbahnenden internationalen Finanzmarktkrise bewusst irreführend zu positiv dargestellt worden sei. Dadurch hätten Anleger vermehrt IKB-Aktien gekauft. Nur eine Woche nach der Pressemitteilung habe die IKB aufgrund ihres Engagements im amerikaniscen Hypothekenmarkt kurz vor der Insolvenz gestanden. Ab dem 30. Juli 2007 kam es daher zu erdrutschartigen Kursverlusten.
Darüber hinaus wird dem Angeschuldigten zur Last gelegt, die IKB um 120.000 Euro geschädigt zu haben. Er soll umfangreiche Bauvorhaben an dem von ihm bewohnten Vorstandshaus der Bank veranlasst haben. Obwohl er alleiniger dauerhafter Nutznießer war, sei die von ihm entrichtete Miete nicht angepasst worden. Auch hochwertige Lautsprecherboxen habe er ohne Genehmigung über die Bank abgerechnet.
Die IKB hatte sich in großem Stil mit amerikanischen Ramschhypotheken verspekuliert. Ihre Hauptaktionärin, die staatliche Förderbank KfW, sowie der Bund und andere Banken mussten das Düsseldorfer Traditionsinstitut mit mehr als zehn Milliarden Euro stützen. Der Finanzinvestor Lone Star übernahm die Bank 2008 für rund 150 Millionen Euro.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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