
Auch Chinas Wirtschaft - hier eine Bekleidungsfabrik in Hangzhou - bekommt die Wirtschaftskrise zu spüren
22. Januar 2009 Chinas Wachstum leidet stärker als erwartet unter der globalen Wirtschaftskrise. In einer dramatischen Wende gegenüber 2007, als die chinesische Wirtschaft um 13 Prozent zulegte, bremste sich das Wachstum im letzten Quartal vergangenen Jahres auf 6,8 Prozent ab. Im Gesamtjahr wurden aber noch 9 Prozent erreicht, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Peking mitteilte. Das Wachstum in China ist damit auf den niedrigsten Stand seit 2001 gerutscht. Erstmals seit 2003 ist der Anstieg auch nicht mehr zweistellig. Experten rechnen in diesem Jahr nur noch mit einem Wachstum in China zwischen 5 und 7,5 Prozent.
Die internationale Finanzkrise verschärft sich und breitet sich aus, während die negativen Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft anhalten, sagte Statistikchef Ma Jiantang. Der deutlich schwächere Konjunktur in der drittgrößten Volkswirtschaft der Erde dämpft die Hoffnungen, dass zumindest China angesichts der Krise in den Vereinigten Staaten, Europa und Japan der Weltwirtschaft noch auf die Sprünge helfen kann. Der fallende Bedarf der chinesischen Wirtschaft für Teile und Materialien trifft bereits spürbar Exportindustrien in anderen asiatische Volkswirtschaften wie Taiwan, Südkorea und Japan.
Japans Exporte brechen ein, Südkoreas Wirtschaft schrumpft

Rund ein Fünftel der chinesischen Wanderarbeiter sind Schätzungen zufolge von Fabrikschließungen oder der Einstellung der Produktion betroffen.
Die globale Wirtschaftsflaute hat Japans Exporte so stark einbrechen lassen wie nie zuvor. Die Ausfuhren fielen im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent und damit deutlich schneller als erwartet, wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte. Die Exporte in die Vereinigten Staaten, Europa und Asien nahmen allesamt im Rekordtempo ab.
Damit verzeichnete Japan erstmals seit 1980 drei Monate in Folge ein Handelsdefizit. Die Importe rutschten um rund 22 Prozent ab, was eine Abschwächung der heimischen Nachfrage signalisierte. Der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt droht zudem weiteres Ungemach: Der ungebremste Anstieg des Yen dürfte die Exporteure auch im neuen Jahr teuer zu stehen kommen. Zudem fiel das Geschäftsklima in der japanischen Industrie der Reuters-Tankan-Umfrage zufolge auf ein Rekordtief.
Die Wirtschaft Südkoreas ist erstmals seit zehn Jahren geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt war im vierten Quartal des vergangenen Jahres um 3,4 Prozent geringer als ein Jahr zuvor, wie die Notenbank in Seoul am Donnerstag mitteilte. Grund für den Einbruch ist vor allem die geringere Auslandsnachfrage. Zuletzt war die Wirtschaftsleistung Südkoreas im Schlussquartal 1998 rückläufig gewesen, als Asien von einer schweren Finanzkrise erfasst wurde. Im Gesamtjahr 2008 ergab sich zwar noch ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent, doch fiel dieses so gering aus wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Millionen haben in China schon ihre Arbeit verloren
Im Vergleich dazu sehen die chinesischen Zahlen gut aus, für sich betrachtet geben sie den Chinesen jedoch Anlass zur Sorge - zumal teilweise sogar negative Ziffern auftauchen. Durch die Krise fielen in China die Importe im letzten Quartal sogar um 8,8 Prozent, während die Exporte nur noch um 4,3 Prozent zulegten. Das Handelsvolumen wuchs im Gesamtjahr immerhin noch um 17,8 Prozent auf 2561 Milliarden Dollar. Die Exporte stiegen um 17,2 Prozent auf 1428 Milliarden Dollar. Die Importe legten um 18,5 Prozent auf 1133 Milliarden Dollar zu. Der Handelsüberschuss wuchs damit um 32,8 Milliarden auf 295,5 Milliarden Dollar.
Chinas Industrieproduktion stieg im ganzen Jahr um 12,9 Prozent. Das sind 5,6 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Im letzten Quartal verlangsamte sich der Zuwachs auf nur noch 6,4 Prozent - so wenig wie seit Beginn der Erhebungen 1994 nicht mehr. Millionen von Arbeitern haben bereits ihre Arbeit verloren. Rund ein Fünftel aller Wanderarbeiter, die zum Neujahrsfest am Wochenende in ihre Heimatdörfer heimkehren, seien von Fabrikschließungen oder der Einstellung der Produktion betroffen, schätzte das Statistikamt.
Das berichtete Wachstum von 9 Prozent erscheint dem China-Ökonom Ben Simpfendorfer von der Royal Bank of Scotland noch leicht übertrieben. Er hatte für das letzte Quartal statt der offiziellen 6,8 Prozent nur einen Anstieg um 5,4 Prozent erwartet. Er bleibt unverändert bei seiner Prognose von 5 Prozent für 2009. Wie schwer es wird, die heimische Nachfrage zu stärken, zeigt der langsamere Anstieg der Einzelhandelsumsätze, die 2008 um 21,6 Prozent zulegten.
Das Verkaufswachstum wird in diesem Jahr weiter zurückgehen, sagte Wang Xiaoguang vom Forschungsinstitut der Entwicklungs- und Reformkommission. Es könne eine lange Zeit dauern, bis das vier Billion Yuan (mehr als 400 Milliarden Euro) große Konjunkturprogramm der Regierung seine Wirkung zeige. Der geringere Zuwachs der Nachfrage ließ auch die Inflation fallen. Der Verbraucherpreisindex stieg im Dezember nur noch um 1,2 Prozent. Im Gesamtjahr wuchs der Index um 5,9 Prozent und lag damit deutlich unter den Werten noch zum Jahresanfang.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
Bettelei ist schließlich kein ![]()
"In anderen Ländern lebt man gesünder, länger und preiswerter"
Die Inder kaufen vor allem Kleinstautos
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.701,76 | +0,23% |
| TecDAX | 813,56 | +0,09% |
| MDAX | 7.298,82 | +0,13% |
| SDAX | 3.477,19 | −0,31% |
| REX | 376,86 | +0,01% |
| Eurostoxx 50 | 2.852,56 | +0,12% |
| Dow Jones | 10.286,00 | −1,00% |
| Nasdaq 100 | 1.772,73 | −0,61% |
| S&P500 | 1.091,94 | −1,03% |
| Nikkei225 | 10.004,70 | −1,34% |
| EUR/USD | 1,4737 | +0,24% |
| Rohöl Brent Crude | 75,88 $ | +0,64% |
| Gold | 1.146,75 $ | 0,00% |
| Bund Future | 123,32 € | −0,02% |