
Ein Ausflugsschiff fährt auf dem Edersee an zwei Inseln vorbei, die trocken gefallen sind. Derzeit ist der größte Stausee Hessen halbvoll.
06. August 2008 Der Wasserstand im nordhessischen Eder-Stausee hat ein Rekordtief für 2008 erreicht und sorgt damit in der Urlaubszeit für Kritik von den Anliegern. Der Pegel lag nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hannoversch-Münden vom Mittwoch knapp unter 234 Metern. Das ist der niedrigste Wert seit November 2007, rund elf Meter unter der Höchstgrenze.
Ähnlich trocken im August sei es zuletzt vor fünf Jahren gewesen, sagte die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Katrin Urbitsch. Gastgewerbe und Wassersportler beklagen sich über den schrumpfenden See, aber das Schifffahrtsamt muss über die Talsperre weiter Wasser ablassen.
Schifffahrt auf der Oberweser wird unterstützt
Wir geben im Moment 20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab, sagte Urbitsch. Das sei nötig, um den minimalen Wasserpegel von 1,20 Meter für Fahrgastschiffe auf der Oberweser bei Hannoversch-Münden sicherzustellen. Im Edersee sei dafür noch genügend Wasser vorhanden. Die minimale Befüllung des Stausees werde erst bei 20 Millionen Kubikmetern Wasser erreicht.
Kommunalpolitiker vom Edersee forderten im Gespräch mit hr-online, der Internetredaktion des Hessischen Rundfunks, eine Überprüfung der Zweckbestimmung des Stausees. Die Edersee Touristic äußerte sich am Mittwoch nicht. Regierungspräsident Lutz Klein (CDU) in Kassel will im Streit um den Edersee vermitteln, er hat alle Beteiligten zu einem Gespräch eingeladen, allerdings findet das erst in zwei Wochen statt.
Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: dpa