Deutsche Post AG

Postbotin unterschlägt 29.000 Briefe

Die unterschlagenen Postsendungen werden nun mit zum Teil jahrelanger Verspätung zugestellt

Die unterschlagenen Postsendungen werden nun mit zum Teil jahrelanger Verspätung zugestellt

05. März 2008 Rund 29.000 Briefe hat eine Postzustellerin in Gießen in den vergangenen 15 Jahren unterschlagen. Gegen die Frau werde wegen Verletzung des Post- und Briefgeheimnisses ermittelt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen und bestätigte entsprechende Medienberichte. Die Briefe waren im vergangenen Sommer bei einer Wohnungsdurchsuchung in Tüten verpackt gefunden worden. „Sie quollen aus den Schränken heraus“, sagte der Sprecher. Die Frau habe die Tat bereits gestanden. Ein Prozess-Termin stehe noch nicht fest.

Die Frau habe sich nach bisherigen Erkenntnissen auf Briefe beschränkt, in denen Geld und Wertgegenstände drin waren, sagte der Sprecher, ohne weitere Angaben zu der Frau zu machen. Den größten Teil, nämlich etwa 23.000 Briefe, soll sie in den vergangenen fünf Jahren unterschlagen haben. Unter den gestohlenen Sendungen sollen auch rund 1000 Einschreiben sein.

„Bisher kein Fall von dieser Dimension“

Mit bis zu 15 Jahren Verspätung sollen die Briefe in den kommenden Tagen den Empfängern in und um Gießen zugestellt oder an die Absender zurückgeschickt werden. Den Briefen werde ein Begleitschreiben beliegen, in dem sich die Deutsche Post entschuldigt und in aller Deutlichkeit von der Frau distanziert, sagte der Pressesprecher der Deutschen Post AG für die Region Mittelhessen, Thomas Kutsch, in Frankfurt. Einen Fall von dieser Dimension habe es in Mittelhessen noch nie gegeben. Er hoffe, dass nun nicht alle Briefzusteller unter „Generalverdacht“ gestellt werden, sagte Kutsch.

Die Frau, die zunächst am Zustellstützpunkt in Buseck und dann in Gießen gearbeitet habe, sei raffiniert und geschickt vorgegangen. Sie habe etwa nicht nur Briefe aus ihrem Bezirk, sondern auch aus Bezirken von Kollegen genommen. Nach der Wohnungsdurchsuchung war die Frau laut Kutsch entlassen worden. Interne Unternehmensermittlungen hatten auf die Spur der Frau geführt. Schadenersatz für gestohlenes Bargeld erstatte die Deutsche Post nicht, sagte Kutsch. Nur für die verloren gegangenen Einschreiben werde es eine Entschädigung geben.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: picture-alliance/ ZB

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Die perfekte Wohnung oder das ideale Haus zum Kaufen oder Mieten: Jetzt über 960.000 Angebote bei Immowelt.de und FAZ.NET!

In 
Anzeigen des Monats
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche