02. Mai 2008 Die Ablehnung des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen durch die linke Mehrheit im Landtag wird nach Einschätzung des Gießener Wissenschaftlers Wolfgang Friedt die Forschung auf diesem Gebiet in Hessen erschweren.
Zwar gelte die grundgesetzlich garantierte Freiheit von Forschung und Lehre auch für die Gentechnik, sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Pflanzenzüchtung an der Justus-Liebig-Universität in der mittelhessischen Stadt. Doch würde ein Beschluss des Landtags die Forschungseinrichtungen kaum unbeeindruckt lassen.
Landtagsmehrheit gegen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen
Im Umweltausschuss des Landtags hatten SPD und Linkspartei einem Antrag der Grünen zugestimmt, wonach die Regierung mit allen rechtlichen Mitteln den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verhindern soll, auch zu Forschungszwecken. Er hoffe, dass die wissenschaftliche Arbeit nicht unmöglich gemacht werde, sagte Friedt.
Angesichts der weltweiten Knappheit an Nahrungsmitteln sei die Steigerung der Produktion unumgänglich. Dabei könne auch die Gentechnik hilfreich sein. Der Wissenschaftler hatte mehrfach Feldversuche abbrechen müssen, weil kriminelle Gegner dieser Technologie die Aussaat zerstört hatten. Derzeit baue seines Wissens niemand in Hessen gentechnisch veränderten Mais an, sagte Friedt weiter. Generell sei die Forschung an grüner Gentechnik in Hessen rückläufig.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa