14. Februar 2008 Mit Arbeitsniederlegungen in Krankenhäusern haben am Donnerstag in Hessen die Warnstreiks im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes begonnen. Allerdings blieb die Teilnahme hinter den Erwartungen der Gewerkschaft Verdi zurück. Nach ihren Angaben haben insgesamt 4000 Beschäftigte von etwa 30 hessischen Kliniken für einige Stunden ihre Arbeit niedergelegt, zum Teil auch den ganzen Tag. Die Aktion hat planmäßig begonnen und läuft bisher besser als erwartet, teilte Georg Schulze-Ziehaus von der Gewerkschaft Verdi mit. Ursprünglich habe die Gewerkschaft mit 6000 bis 7000 Streikenden gerechnet.
An dem Ausstand beteiligten sich nach Angaben der Kliniken vor allem Krankenschwestern und -pfleger, Küchenpersonal oder Mitarbeiter der Verwaltung. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hatte die bei ihr organisierten Mediziner nicht zur Beteiligung an den Verdi- Warnstreiks aufgerufen. An allen bestreikten Kliniken war die Versorgung von Notfallpatienten sichergestellt, planbare Operationen wurden jedoch zum Teil vorsorglich abgesagt.
Arbeiten wie ein Pferd - bezahlt wie ein Pony
Als erstes hessisches Krankenhaus begann das Klinikum Hanau um 5.30 Uhr mit dem Ausstand; nach Angaben eines Klinik-Sprechers nahmen 150 Beschäftigte aus dem Pflege- und Verwaltungsbereich teil. Am Vormittag versammelten sich einige hundert Streikende aus ganz Hessen zu einer Kundgebung in der Hanauer Innenstadt. In Wetzlar nahmen ab 7.00 Uhr nach Polizeiangaben rund 350 Menschen an einer Kundgebung teil. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie Arbeiten wie ein Pferd - bezahlt wie ein Pony oder Arbeiten für Gottes Lohn - Nein danke.
Am Klinikum Fulda legten nach Verdi-Zählung rund 100 Pflegekräfte und Verwaltungsangestellte die Arbeit nieder; der Streik sollte nach Angaben der osthessischen Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Angelika Kappe bis 22.00 Uhr andauern. An den Städtischen Kliniken Höchst in Frankfurt legten laut Klinikum an die 100 Mitarbeiter um 6.30 Uhr die Arbeit nieder. In Kassel beteiligten sich Verdi zufolge ab 7.15 Uhr etwa 350 Mitarbeiter an dem Warnstreik; der Ausstand sollte bis Mittag dauern. Damit ist praktisch eine Schicht nicht im Dienst, sagte die Verdi-Beauftragte Heike Grau.
Die Gewerkschaft will für die Beschäftigten von Bund und Kommunen acht Prozent mehr Geld durchsetzen. Die Arbeitgeber haben bei längeren Arbeitszeiten fünf Prozent verteilt auf zwei Jahre angeboten. Die Warnstreiks in Hessen sollen kommende Woche fortgesetzt werden.
Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: dpa
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