17. April 2008 Hessen will ein Frühwarnsystem zum Kinderschutz aufbauen. Bei einer Fachtagung in Fulda erläuterte Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) mit Experten aus dem Gesundheitswesen, Sozialbereich und der Wissenschaft Konzepte für die Praxis, wie das Ministerium in Wiesbaden mitteilte.
Im Kampf gegen Kindesmisshandlung und Vernachlässigung brauchen wir eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten und Institutionen. Wir müssen Kinder stark machen und Risikofamilien unterstützen, damit Überforderung und Stress sich nicht bei den Kindern entlädt, forderte Lautenschläger. Die Vernetzung aller Institutionen im Kinderschutz biete das beste Frühwarnsystem.
Präventionsprojekte in zwei Landkreisen
Beispielhaft für dieses Frühwarnsystem laufen bereits in den Landkreisen Offenbach und Bergstraße Präventionsprojekte mit dem Titel Keiner fällt durchs Netz. Dabei werden etwa Kurse für Eltern angeboten, bei denen diese die Signale ihres Babys besser verstehen lernen. Darüber hinaus werden unter anderem Kontakte zu Hebammen hergestellt und Vorträge von Gesundheitsexperten angeboten.
Die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen sind Lautenschläger zufolge insbesondere für Kinder, deren Familien von Armut und sozialer Benachteiligung betroffenen sind, nicht immer optimal. Diese Kinder seien einem erhöhten Risiko für ihre physische und psychische Gesundheit ausgesetzt. Wir müssen das Netz zum Schutz der Kinder so engmaschig wie irgendmöglich gestalten, appellierte sie. In Hessen seien bereits die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder verpflichtend gemacht worden, um Lücken im Kinderschutz zu schließen.
Text: FAZ.NET mit dpa
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