Rauchverbot

Die Rückkehr des Aschenbechers

Kneipenwirte bangen um ihre Existenz, Nichtraucher fürchten, dass das Rauchverbot wieder aufgeweicht werde. Und das nicht ohne Grund: Hessens Sozialministerin Lautenschläger macht sich für Ausnahmen vom Rauchverbot in Einraumkneipen stark. Von Julia Romlewski

Lesermeinungen zum Beitrag

15. Mai 2008 09:33

Lösungen oder Hysterie

Benedikt Gresser (Benediktus)

Nach dem phobisch anmutenden Aktionismus setzt sich jetzt das Nachdenken über brauchbare Lösungen hoffentlich endlich durch. Wer rauchen will, soll seine Kneippe haben. Wer nicht rauchen will, soll auch seine Kneipe haben. Wer sich welche Gaststätte führen will, soll auch selbst entscheiden. Dann wären wir wieder unter Erwachsenen, die wissen, daß sich das "Paradies" perfekter Lösungen der Realität nicht aufdrängen lässt.

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15. Mai 2008 08:32

Nichtraucherschutz oder Zigarettenphobie

Benedikt Gresser (Benediktus)

Es wird nun Zeit, praktikable Lösungen für die Raucherregelung zu finden, die den Schutz der einen nicht zum Untergang der anderen werden lässt. Warum sollen Raucher nicht ihre Kneipen haben, denen diejenigen fern bleiben können, denen das Risiko zu groß ist?

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06. Mai 2008 21:35

Nebenkriegsschauplatz

Thomas Frieling (TFrieling)

Die ganze Pfennigfuchserei, ob das Ableben eines Rauchers per Saldo für die Sozialkassen nützlich oder schädlich ist, führt die Diskusion nur auf einen zynischen Nebenkriegsschauplatz. Natürlich darf sich der Staat nicht in alles einmischen. Doch was wäre denn die Alternative zum gesetzlichen Rauchverbot? Soll die Sache ab sofort Mann gegen Mann ausgetragen werden? Ohne Gesetz hat man in der Tat nur die Möglichkeiten zu gehen oder Handgreiflichkeiten in Kauf zu nehmen. Mir würde es sehr gut gefallen, wenn sich zur Raucherkultur eine Gegenschlagkultur - zum Beispiel mit Wasserpistolen - etablieren könnte. Wer macht mit? TF

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06. Mai 2008 16:34

14 Mrd € Steuereinnahmen??

Klaus Peters (KlausPeters1)

Jetzt bin ich aber entäuscht von der FAZ, da ich Ihnen eigentlich immer einen größeren ökonomischen Sachverstand unterstellt habe. Die 14 Mrd € Tabaksteuer mögen ja stimmen, aber der erweckte Eindruck das Verhalten von Rauchern sei nicht kostendeckend ist schlicht falsch. Nehmen wir als einen Faktor nur die systemfeindliche Umsatzsteuer auf die Tabaksteuer (wohlgemerkt: Steuer auf Steuer und nicht USt auf den Gesamtpreis) erhalten wir schon eine Zusatzeinnahme von ca. 2,6 Mrd. € (14+0,19=2,66), kommen also schon auf 16,6 Mrd € Steuereinnahmen. Würde man einen Preis von 4 € pro Packung annehmen, ergäbe sich daraus aber eine USt von 0,64 €. Schon an dieser stelle kippt die Rechnung der FAZ. Würde man weitere Steuern wie KSt der Tabakindustrie und des Einzelhandels, ESt und LSt der dort beschäftigten etc etc einrechnen käme man noch auf ganz andere Werte. Da ich nicht glaube, dass die FAZ solche Dinge nicht weiß (Sie sind doch Profis und dürften derartige Fehler eigentlich nicht machen) stelle ich mir natürlich Fragen in Bezug auf die Motivation derartiger Falschmeldungen...

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06. Mai 2008 13:52

Ungesund Leben

annemarie wachsmann (ganymed1949)

ist in der Tat sozialer, das ist unbestritten. Entlastet die Rentenkasse. Die Betreffenden sind kurz und teuer krank und dann... Es soll aber auch Kettenraucher geben die alt werden.Wer in eine Raucherkneipe gehen will, sollte es tun dürfen. Solange Alkohol erlaubt ist, Werbung sogar, lache ich nur über das Rauchverbot. Vom Raucherkoma habe ich noch nichts gehört. Wer anstatt Kette zu rauchen Kette tränke, wäre eher weg und wenn diese Menschen dann vorher noch Auto fahren, wären die Verkehrsopfer Passivtrinker?.....entweder, die Genussmittel sind erlaubt und man mischt sich nicht ein, oder sie werden offiziell als schädlich betrachtet und dann ist die Liste sehr lang, da gehören dann auch u.a. bestimmte Nahrungsmittel dazu- und alles ist verboten und darf auch nicht hergestellt werden.

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06. Mai 2008 12:46

Insgesamt OK, aber:

Lars Köhler (LK670)

Die im Beitrag beschriebenen Effekte des Rauchverbot kann eigentlich jeder bestätigen, der den Kopf offen hält. Aber eine Aussage wird immer wieder wiederholt und ist immer wieder falsch: Das Rauchverbot ist ganz sicher kein Segen für die Finanzminister! Es gibt genug seriöse Untersuchungen, nach denen belegt ist, dass zwar Raucher kranker sind und in der Krebsbehandlung sehr teuer sind. Das sind sie aber nicht lange. Durch ihr Rauchen kosten sie ein zwei Jahre richtig Geld, entlasten dann aber durch ihre Selbstbeseitigung die Rentenkassen, weil Nichtraucher eben mehrere Jahre länger leben und Rente kassieren. Ich bin wahrlich kein Raucherfreund, im Gegenteil fast schon militanter Nichtraucher (die Kippen-aus-dem-Auto-Schmießer sollte man standrechtlich erschießen), aber wenn man argumentiert sollte man schon richtig argumentieren. Tabaksteuer gegen Krebsbehandlungskosten aufrechnen ist völliger Blödsinn. Volkswirtschaftlich sollte man eher jedem Raucher für seinen indirekten Rentenverzicht noch eine Prämie zahlen. Das Dumme ist nur: die Raucher bleiben nicht unter sich und zwingen ihre Mitmenschen dazu, bei ihrem langsamen Selbstmord mitzumachen. Das ist das Problem, nicht die Kosten!

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06. Mai 2008 11:34

Keine Zwangsbeglückung mehr !

joachim bovier (jbovier)

Eine vernünftige Entscheidung im Interesse des friedlichen Zusammenlebens in unserem Land, das rigide Rauchverbot zurückzufahren, schließlich wurde hier weit über die Mindestvorgaben der EU hinausgegangen und in deutscher Gründlichkeit das Volk mit dieser Zwangsbeglückung in Form einer Erziehungsdiktatur überzogen: Rauchen allenorten verboten. Gut möglich, dass durch diese auch von der Hessischen Landesregierung mit dem Bade ausgeschüttete Missgeburt, ein Teil der Wähler so verärgert wurde, dass deren Stimmen der CDU bei der letzten Landstagswahl fehlten. Die so viel beschworenen mündigen Bürger sollte man nicht über das unvermeidliche Mass hinaus bevormunden. Freiheitlich-liberaler Staat heisst eben auch Eigen-Verantwortung des Einzelnen für sich und andere und eben nicht staatliche Zwangsbevormundung bis ins letzte. Dass von der SPD mit ihrem kollektivistischen Menschenbild und ihrer fanatischen Drogenbeauftragten Bätzing gleich gar, nichts anderes zu erwarten war als staatliche Schikanen, verwundert nicht, dass Roland Kochs CDU das so widerspruchslos willfährig und beflissen, ohne Widerstand mitgemacht und administrativ exekutiert hat, verwundert indes schon sehr, hat doch der Ministerpräsident für gewöhnlich eine sehr sensible Wahrnehmung für die Gefühlslage der Menschen. Dass deutsche Gerichte den Rauchern als den neuen Verfolgten zunehmend Schutz gewähren lässt hoffen und Politiker umdenken. Gut so!

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