Nordhessen

Schifffahrt will Edersee künftig mehr Wasser gönnen

Das sind keine Wattwanderer, sondern Spaziergänger im Edersee

Das sind keine Wattwanderer, sondern Spaziergänger im Edersee

20. August 2008 Hessens größter See verliert dramatisch Wasser. Vom Edersee im Nordwesten des Landes sollen nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hannoversch Münden in den nächsten Tagen 40 Millionen Kubikmeter Wasser abgelassen werden. Dann würden nur noch etwa 35 Millionen Kubikmeter bleiben, das wäre nicht einmal mehr ein Fünftel des gesamten Fassungsvermögens. So wenig Wasser war zuletzt nach der Hitzewelle des Sommers 2003 im Edersee.

Der Aderlass zeitigt aber Konsequenzen: Einen halbleeren Edersee soll es künftig nicht mehr geben. Das sieht ein Kompromiss vor, den die Wasser- und Schifffahrtsdirektion mit den Kommunen am größten See Hessens am Mittwoch in Kassel gefunden haben. Demnach sollen neue Frachtkähne auf der Oberweser dafür sorgen, dass nicht mehr so viel Wasser aus dem Edersee für die Weserschifffahrt abgegeben werden muss.

Boote müssen aus dem See geholt werden

Touristen laufen am Edersee über die trocken gefallene Brücke

Touristen laufen am Edersee über die trocken gefallene Brücke

Das Wasser soll abgelassen werden, um den Pegelstand auf der Weser zu erhöhen. Nötig sei das für einen letzten Schwerlasttransport in diesem Sommer, begründet das Amt. Bootsbesitzer und Betreiber von Steganlagen am Edersee sollten deshalb ihre Boote und Einrichtungen sichern. Bei dem Niedrigstand könne die Bootskrananlage Rehbach nicht mehr benutzt werden, deshalb sollten Boote noch in den nächsten Tagen aus dem See geholt werden.

Der niedrige Wasserspiegel führt immer wieder zu Protesten der Tourismuswirtschaft am Edersee. Hoteliers und Campingplatzbetreiber fürchten schwere Schäden für den Fremdenverkehr, weil ein fast leerer See nicht attraktiv für Urlauber und Wassersportler sei. Für Mittwoch hatte das Kasseler Regierungspräsidium zu einem klärenden Gespräch zwischen Schifffahrtsamt und Tourismusbranche geladen. Allerdings entwickelt sich der flache See mit den nun auftauchenden Ruinen der vor 100 Jahren untergegangenen Dörfer auch zu einem Magnet zumindest für Tagestouristen.

Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: dpa

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