Gegner der Studiengebühren demonstrieren in Wiesbaden

Studiengebühren in Hessen

52 Millionen Euro pro Semester

Mit der Linkspartei könnten SPD und Grüne im hessischen Landtag die Studiengebühren wieder abschaffen. Das würde nach ihrer Rechnung 52 Millionen Euro je Semester kosten. Die FDP will es den Hochschulen überlassen, ob sie Gebühren erheben. Von Thomas Holl, Wiesbaden

Lesermeinungen zum Beitrag

08. April 2008 21:06

Abschaffung von Studiengebühren

Marco Koranzki (M2008)

Ich halte Studiengebühren für sinnvoll. Wer sein eigenes Studium selbst finanzieren muss, der ist sich auch des Stellenwertes seines Studiums bewusst und geht m. E. verantwortungsvoller mit seinem Studium um.

Dass Kinder aus einkommenschwachen Familien durch Gebühren von Hochschulen ferngehalten werden, mag in Einzelfällen zutreffend sein. Dann sollte sich der Gesetzgeber aber mit den Ursachen beschäftigen. Das Fernhalten der Kinder vom Studium ist nicht die Ursache, sondern sie folgt aus der Einkommensschwäche der Eltern. Die Einkommenschwäche muss auf den Kopf gestellt werden. Den Eltern und Kindern muss der Gesetzgeber nämlich mehr Netto vom Brutto im Geldbeutel lassen - und da ist der Bundesgesetzgeber gefragt.

Es hängt wie immer an unserem komplizierten Steuersystem. Der Bürger weiß selbst am Besten, was er mit seinem Geld anstellt.

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08. April 2008 16:12

nochmal Hamburg

Norman Böhm (NorBoe)

Um mal wieder zum Thema zu kommen: Ich denke auch, dass das Hamburger Modell die wesentlich bessere Lösung wäre, wenn man schon Studiengebühren erheben will. Außerdem finde ich nicht, dass man die Studenten aus den Kontrollgremien für die entsprechenden Mittel ausschließen sollte. Womöglich gibt es unter den Studenten einige der von Herrn Umathum beschriebenen Art, aber 1. kann ich aus Erfahrung sagen, dass es eben auch vernünftige Studenten gibt, die diese Aufgaben in weniger kindischer Weise erfüllen würden und 2. ist ja auch noch die Lehrkörpervertretung als "Veto-Macht" zu berücksichtigen.Man muss eben die richtigen Leute in diese Position wählen/berufen,soviel Verstand traue ich den Studenten zu.
Mein großes Problem bei den Studiengebühren ist(man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege), dass die Gelder nicht direkt an die Universitäten gehen,sondern die Unis nur einen Teil der gezahlten Gebühren zugewiesen bekommen.Warum bitte?Wenn ich als Student Gebühren zahlen soll, dann möchte ich auch, dass diese zu 100% an der Universität genutzt werden, damit ich möglichst viele Verbesserungen zu spüren bekomme(neues Material,mehr Personal usw.)Missbrauchsprävention der Gelder könnte man wieder über Kontrollinstanzen regeln.

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08. April 2008 11:41

Ach Herr Ullrich,

Markus Teuber (arathorn)

soviel sozialistischen Sermon liest man immer wieder gerne - und lacht dabei !
Eigentlich hat das,was Sie schrieben, ja nichts mit den Studiengebührn zu tun.
Aber dennoch !
"Die Krankenschwester zahle mehr Steuern als ihr Chef" ?
Wo haben Sie denn diesen Unsinn her ? Abgelesen vom Wahlpamphelt "der Linken" ?
Ich weiß,,Sie meinen - in der Relation !
Das,was Sie meinen ,nennt man allerdings "kalte Progression" und wurde so vor Jahrzehnten unter der damaligen SPD-Bundesregierung eingeführt und unter der Schröder-Regierung und dem "pfundigen" damaligen Finanzminister Eichel AUCH nicht abgeschafft!
Und bei der sogenannten "Kopf-Pauschale" sind Sie (wie Ihre geistigen Vettern) auch nicht auf dem Laufenden.
Denn Krankenschwester und Chefarzt zahlen nicht (!) den gleichen Krankenkassen-Beitrag ! Denn da der Herr Chefarzt weiterhin privat versichert bleiben wird,zahlt er (vorallem beim Älter werden) erheblich mehr als ,die angedachten 109 Euro !
Der Sinn der Sache ist NICHT,die Krankenschwester schlechter zustellen,sondern die Lohnnebenkosten ENDLICH abzukoppeln (wenigstens im KV-Bereich)!
Die sozialistische Gleichmacherei dagegen bringt das Land NICHT weiter !

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08. April 2008 11:34

Ich staune

Annette Lotz (Anlo)

Wie viel kostet denn die Öffentlichkeitsarbeit der hessischen Landesregierung, daß dort durch Einsparungen der Wegfall der Studiengebühren gegenfinanziert werden kann?

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08. April 2008 09:48

"Akademiker verdienen mehr"

christian haehnlein (haehnlein)

Dass Akademiker später mehr verdienen wird gerne als Argument aufgegriffen, um Studiengebühren zu rechtfertigen. Was dabei nicht vergessen werden sollte ist, dass die Akademiker später auch wesentlich(!) mehr Steuern zahlen und vor allem Arbeitsplätze schaffen. Jeder Ingenieur schafft beispielsweise direkt 3 bis 4 weitere Arbeitsplätze und indirekt (z.B. über Konsum) noch einige mehr. Also profitieren auch die Friseuse und der Bäcker um die Ecke. Wie kann es aber sein, dass heute 35.000 Ingenieure in Deutschland fehlen? Das Übel fängt also bereits in den Schulen an.

Unser Land gibt so viel Geld aus für teilweise unnötige Verwaltung, IKB-Poker, vierspurige Autobahnen mit Flüsterasphalt, Braunkohle, Pellets, Windkraft, GEZ-Kommunismus, Nokiasubventionen, Biosubventionen, Dienstwagen, marodes Krankensystem usw. Es gibt so viele Ecken, an denen der Rotstift angesetzt werden könnte.

Wer an der Bildung spart (vor allem an der Schulbildung!), wird sehr bald die Zeche zahlen!

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08. April 2008 09:19

Am Ende sind das auch 60 Millionen

Sven Janßen (sunny2k1)

Man erinnere sich an die kürzlich beschlossene Rentenerhöhung.

Anyway, womit ich meine Probleme hätte - wenn ich Meister in einem Handwerksbetrieb wäre - , das ich neben der Ausbildung meiner Lehrlinge auch das Studium finanzieren müsste.

Ansonsten finde ich es interessant, WIE man die Studiengebühren gegenfinanzieren möchte. In dem man Sachkosten spart. Was sind das für Sachkosten? Letzendlich endlich ist jedes vorhandene Gut eine Sache.

Statt über eine Abschaffung, sollte man Finanzierungsmöglichkeiten anbieten. Das Problem besteht doch darin, dass auf Dauer - nicht kurzfristig - die Qualität steigen wird und damit alle davon profitieren.

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08. April 2008 07:52

Politisch verantwortungslos

Harry LeRoy (Cimon)

Es zeugt von der politischen Verantwortungslosigkeit der Grünen und der SPD nun zusammen mit der SED-Nachfolgerin die Studiengebühren abschaffen zu wollen. Sollte es nämlich demnächst Neuwahlen geben und die politischen Mehrheiten wieder wechseln so werden die Studiengebühren natürlich prompt wieder eingeführt. Es wäre daher allenfalls denkbar, dass man sich mit der CDU auf das Modell nachlaufender Studiengebühren verständigt, damit die Abschaffung auch von Dauer ist und die jetzige Konstellation im hessischen Landtag ist es nicht. Führt man aber diesen Kurs fort, so besteht die Gefahr, dass die Universitäten hohe Verwaltungskosten zu tragen haben und am Ende alles beim Alten bleibt. Außerdem dürfte es illusorisch sein, zu behaupten man könne die Mittel anderswo einsparen, dies ginge nur, wenn man woanders neue Löcher aufreißt, um dieses zu flicken und ein solches Handeln widerspricht aller politischer Vernunft, aber davon findet man weder in der SPD noch bei den Grünen in letzter Zeit etwas.

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08. April 2008 06:49

Nur die Bürgerlichen .....

bernd ullrich (demokrat2)

.... sind jetzt wieder am Jammern, weil sie für ihre Töchter und Söhne das Studium selbst finanzieren müssen. Die Krankenschwester zahlt gegenüber ihrem Chefarzt gemessen an ihrem Einkommen wohl mehr Steuern, das ist aber ordnungspolitisch bedingt und das muss man ändern. Ohne Studiengebühren steht sie sich trotzdem besser, weil ihre Kinder für das Studium nichts zahlen müssen. Komisch! Nach Frau Merkel und der CDU soll die Krankenschwester in Zukunft den selben Beitrag wie ihr Chefarzt für die Krankenversicherung zahlen. Darüber regen sich die Nutzniesser nicht auf. Auch nicht über das Elterngeld, das höher Verdienenden mehr Zuschüsse zuschustert. Sämtliche Regelungen der CDU haben nur ein Ziel: Sie wollen ihr Klientel bedienen und denen Vorteile verschaffen, die bereits genug haben, um sich selbst zu versorgen.

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07. April 2008 19:30

Hamburger Modell

Rainer Müller (gulliver2005)

Das Hamburger Modell ist sicherlich die sinnvollste Lösung des Studiengebührenstreits. Akademiker verdienen in der Regel dank Hochschulstudium mehr als Nichtakademiker. Es ist zumutbar etwas von diesem Mehrverdienst an die Hochschule zurückzugeben. Eine Belastung während der Studienzeit mit Gebühren hingegen ist kontraproduktiv.

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07. April 2008 18:12

Gute Gesellen, Sekretaerinnen und Billigjobber dank Studiengebuehren

Ernst Baner (kesselstadt)

gibt es, denn begabte Kinder aus Arbeiterhaushalten und Mittelschicht beginnen oft erst gar kein Studium dank Gebuehren und der Angst vor Krediten.

Die Eltern fahren in Urlaub statt das Studium zu finanzieren.

Ein Teil der Deutschen lernt es nie.

Der andere Teil kann sich gar nicht vorstellen, wie bildungsfern grosse Schichten sind.

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07. April 2008 17:36

Ob die Damen und Herren im Landtag

Markus Teuber (arathorn)

und ihre Applaudeure im Volk wissen,daß -wenn nur Hessen die Gebühren wieder abschafft- es nachfolgend dazu kommen wird,daß es zu einer Studentenschwemme von anderen Bundesländern nach Hessen kommet

Nur zur Beruhigung : Ich habe nichts gegen die Abschaffung !

Nur sollten die SPD,Linkspartei und ihre Klakeure dann nicht -bzgl nicht vorhandener Studienplätze,überfüllter Hörsäale,belegter Kurse ...- wegen Benachteligung herumplärren!
Weil sich Studenten aus anderen Bundesländern mit besseren Abiturzeugnissen zukünfig vermehrt in Hessen tummlen,weil dort keine Gebühren zahlen müssen.

Wer A sagt,muß auch zum B sagen bereit sein!

Nicht mehr,aber auch nicht weniger !

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07. April 2008 16:31

@hertrich

Stefan M. Oke (stefanmoke)

Bildung ist in Deutschland kein Privileg von Reichen und wird es auch durch Studiengebühren nicht werden.

Trotz des ganzen Gleichschaltungs-, Integrations- und Antidiskriminierungswahns ist Bildung in Deutschland immer noch das Privileg der Fleißigen. (Wobei Bildung nicht zwingend durch ein Hochschulstudium erlangt wird, bitte keine falsche Arroganz.)

Die Fleißigen werden dann hinterher in Summe mit ca. 70% Abgaben auf all ihre Verdienste belegt, damit das Gleichgewicht zu den Benachteiligten, Lernschwachen, Bildungsfernen, Diskriminierten usw. wieder hergestellt wird. Vorzugsweise in Form von Konsumgütern. Bildung macht also nicht zwingend schlau.

(Bitte beachten Sie die Ironie im letzten Absatz.)

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07. April 2008 16:31

Bei der Gelegenheit...

Thomas Berger (tberger)

...nochmal vielen Dank an die Verkäuferinnen und Krankenschwestern, die mir mit ihren Steuergeldern Studium und Promotion bezahlt haben. Ohne Sie würde das sechsstellige Einstiegsgehalt bei der Großkanzlei durch die Rückzahlung eines Studienkredits doch empfindlich gemindert!

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07. April 2008 16:15

Aus für Studiengebühren kostet 52 Millionen Euro je Semester

Helmut Lebeau (bergschrat)

Jetzt ist es also raus, die Krankenschwester soll das Studium ihres Chefarztes finanzieren!
Mit der Abschaffung der Studiengebühren wird die SPD die Missstände in den Hochschulen wieder verstärken. Man muss sich diese Missstände nur mal in einer Tabelle auflisten und dann in zwei weiteren Spalten eintragen, ob sich diese Mängel mit oder ohne Studiengebühren verbessern lassen (falsche Wahl des Studienfaches, lange Studiendauer, Staatsmittel für Eliteuniversitäten, Effizienz des Studiums, bessere Betreuung während des Studiums u.v.m.).
Nicht die Studiengebühren sind das Problem, sondern die Schaffung einfacher Möglichkeiten, dass jeder Student sein Studium über Darlehen finanzieren kann, wenn er es denn braucht.
Studenten sollten die Verantwortung - auch die finanzielle - für ihr Studium selbst übernehmen und nicht der "Krankenschwester" überlassen.

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07. April 2008 15:50

Studiengebühren und Grundeinkommen – ordnungspolitische Aspekte

Ludwig Paul Häußner (wittigofranko)

Ordnungspolitisch betrachtet sollte der Bereich Lehre bzw. das Lehrangebot nachfragefinanziert werden.

Umgekehrt ist es bei der Forschung, da sollte die Finanzierung angebotsorientiert geregelt werden. Die Universitäten erhalten eine Forschungspauschale und haben überdies die Möglichkeit durch Anträge bei staatlichen Forschungsfonds oder Stiftungen zusätzliche Mittel einzuwerben.

Ergänzend bräuchten wir frei-öffentliche, autonome Hochschulen.

Die Finanzierung der Kosten für einen Studienplatz ist ja das eigentliche Problem. Aber dies wäre leicht zu lösen: durch staatlich finanzierte Studiengutscheine pro Kopf. Dadurch würde transparent, wie viel die Gesellschaft für Wissenschaft und Lehre ausgibt. Die dafür erforderlichen Finanzmittel würden durch Streichung von Einkommenssteuerfreibeträgen flüssig.

In Verbindung mit einem konsumsteuerfinanzierten, bedingungslosen Grundeinkommen wäre die finanzielle Situation der jungen, erwachsenen Studierenden – unabhängig von ihren Eltern - so fundiert, damit diese sich ganz ihrem Studium widmen könnten.

Hochschulpolitik ist eben vor allem Ordnungspolitik.

Mehr Infos unter YouTube "Studiengebühren und Grundeinkommen"

Ludwig Paul Häußner
Universität Karlsruhe (TH) – IEP

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07. April 2008 14:41

Abschaffung der Studiengebühren in Hessen

Ingo Hertrich (hertrich)

Super, dass die Studiengebühren in Hessen wieder abgeschafft werden. Ich hoffe nur, dass die anderen Bundesländer nachziehen. Das früher mal vorbildliche deutsche Bildungssystem darf nicht zu einem Privileg von Reichen verkommen. Die Kooperation mit der Linkspartei ist doch gar nicht so schwierig. Herzlichen Glückwunsch an alle Abgeordneten, die wieder zur Besinnung kommen.

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