Von Manfred Köhler
11. Juli 2008 Die Überprüfung von 61 der 67 ICE der neuesten Baureihe nach einem Unfall am Mittwoch in Köln hat den Eisenbahnverkehr von und nach Frankfurt am Freitag empfindlich getroffen. Denn die ICE 3, von denen die ersten im Jahr 2000 in Dienst gestellt worden waren, verkehren in erster Linie auf den Verbindungen, die über die Neubaustrecke von Frankfurt nach Köln führen, und auf der neuen schnellen Verbindung nach Paris.
So fielen auf diesen beiden Strecken besonders viele Züge aus oder verkehrten mit weniger Wagen als sonst. Richtung Köln etwa fuhr lediglich noch ein Zug je Stunde. Aber auch Züge, die in andere Richtungen fahren sollten, etwa nach München, fielen aus. Von den 90 Fernverbindungen, die die Bahn gestrichen hatte, führte die Mehrzahl über Frankfurt. Schon am Samstag sollen jedoch wieder vier Zehntel der ICE-3-Flotte zur Verfügung stehen und am Montag fast alle, wie es bei der Bahn hieß.
Kaffee und Mineralwasser für wartende Gäste
Am Freitag aber drängten sich die Fahrgäste in den wenigen Zügen, die noch unterwegs waren. Am Hauptbahnhof sollen Zugbegleiter Passagiere gebeten haben, zum Flughafen anstelle des ICE die S-Bahn zu nehmen, andernfalls müsse die Bundespolizei gerufen werden. Wie schon bei den Bahnstreiks in den vergangenen Monaten boten Mitarbeiter den Fahrgästen auf den Bahnsteigen Kaffee und Mineralwasser an.
Am Morgen waren die Kunden von der Nachricht, dass zahlreiche Züge ausfielen, kalt erwischt worden. Die Bahn hatte erst in der Nacht zu Freitag mitgeteilt, dass sie 60 Züge in die Werkstatt statt auf die Reise schicken würde; um 1.57 Uhr meldete dies erstmals eine Nachrichtenagentur. Allerdings ließ sich dann detailliert im Internet nachlesen, welche Züge ausfallen würden.
Der zunächst wenig beachtete Unfall am Mittwoch, der die Rückrufaktion der Bahn in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auslöste, war am Ende einer Bahnfahrt von München nach Dortmund geschehen (siehe auch: Nach ICE-Unfall: Bahn prüft ICE 3 auf technische Mängel).
Um 15.09 Uhr war der ICE am Frankfurter Flughafen abgefahren. Schon kurz danach sollen Fahrgäste Geräusche bemerkt haben. In Köln war der Zug entgleist. Von der Bahn hieß es, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, es sei falsch reagiert worden. Die Vorgänge würden untersucht.
Über die Zugausfälle kann man sich im Internet unter www.bahn.de und unentgeltlich am Telefon unter der Nummer 0 80 00 99 66 33 informieren.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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