Evangelische Kirche Hessen und Nassau

Drei Männer wollen Kirchenpräsident werden

Von Stefan Toepfer

EKHN-Präsident Peter Steinacker bei einem Gottesdienst. Ende des Jahres geht er in den Ruhestand

EKHN-Präsident Peter Steinacker bei einem Gottesdienst. Ende des Jahres geht er in den Ruhestand

03. Juni 2008 Um das Amt des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) bewerben sich nach Informationen der F.A.Z. die drei Pfarrer Wolfgang Gern, Volker Jung und Sigurd Rink. Diese Namen stehen dem Vernehmen nach auf einer Liste, über die die maßgeblichen Gremien der Kirchensynode am 12. Juni abschließend beraten wollen. Seit 1993 ist Peter Steinacker Kirchenpräsident, er geht Ende des Jahres in den Ruhestand.

Gern war bei der Gossner Mission in Mainz tätig

Gern ist seit acht Jahren Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau, in dessen Einrichtungen rund 17.000 Menschen arbeiten. Geboren wurde der mit einer Arbeit über Predigtforschung promovierte Theologe 1951 in Berlin. Er studierte dort und in Heidelberg, aber auch, mit einem Stipendium des Ökumenischen Rats der Kirchen, in Südindien. Zwischenzeitlich war er als Flüchtlingshelfer in Laos und Kambodscha tätig. Von 1984 bis 1990, dem Jahr, in dem er Pfarrer in Reichelsheim wurde, befasste er sich an der Heidelberger Universität mit Sozialethik und interkultureller Theologie. Bevor er zum Diakonischen Werk kam, war Gern bei der auch sozialpolitisch engagierten Gossner Mission in Mainz tätig.

Jung absolvierte ein Spezialvikariat bei der F.A.Z.

Jung wurde 1960 in Schlitz geboren. Seine Studien führten ihn nach Bethel, Heidelberg und Göttingen. Dort arbeitete er im Fachbereich Theologie mit. 1999 erschien seine Promotionsarbeit über die Auslegung der Heiligen Schrift durch einen lutherischen Theologen aus dem 17. Jahrhundert. Im Januar 2000 wurde er Dekan des Dekanats Vogelsberg der EKHN, zunächst kommissarisch. Seit Juli 2006 übt er diese Funktion hauptamtlich aus; zugleich ist er Pfarrer in Lauterbach. Jung gehört der Synode an und ist Mitglied des Rechtsausschusses. Im Hessischen Rundfunk gestaltet er kirchliche Verkündungssendungen. Während seiner zweiten Ausbildungsphase absolvierte er von Dezember 1992 bis Mai 1993 ein Spezialvikariat bei der F.A.Z.

Rink war persönlicher Referent Steinackers

Sigurd Rink ist seit 2002 Propst für Süd-Nassau und gehört als solcher dem Leitenden Geistlichen Amt an, dem Führungsgremium der EKHN. Auch er ist promovierter Theologe (er befasste sich mit dem Bevollmächtigten der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Regierung der DDR von 1949 bis 1958). Geboren wurde Rink 1960 in Frankfurt. Studiert hat er in Marburg, Heidelberg und München. Von 1993 bis 1998 war er Pfarrer in Königstein-Falkenstein, danach bis 2002 Persönlicher Referent Steinackers. In einem seiner Weiterbildungskurse erwarb er beim Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik den Abschluss als Kommunikationswirt. Überdies ist er unter anderem Theologischer Berater des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer.

Die Kirchensynode will den Nachfolger Steinackers am 27. September wählen. Bis dahin machen sich die Bewerber bei den Synodenmitgliedern bekannt und reisen dazu in jede der sechs Propsteien der EKHN. Möglich ist, dass aus der Synode heraus am Tag der Wahl weitere Kandidaten benannt werden. Gern, Jung und Rink wollten sich gestern zu ihrer Kandidatur nicht äußern.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

2 Wochen gratis testen!Möchten Sie die F.A.Z. oder die Sonntagszeitung erstmal kennenlernen? Kostenlos und unverbindlich 2 Wochen testen.

In 
Anzeigen des Monats
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche