05. Juni 2008 An der Hochschule Darmstadt ist ein Machtkampf zwischen der Präsidentin Maria Overbeck-Larisch und Mitgliedern des Senats ausgebrochen. Der Senat hat entschieden, ein Verfahren zur Abwahl der Präsidentin einzuleiten, wie die Hochschulverwaltung mitgeteilt hat. Dafür stimmten elf der 17 Mitglieder. Die nächste Entscheidung hat jetzt der Hochschulrat zu treffen. Er legt fest, ob die Wahlversammlung über die Abwahl der Präsidentin abstimmt. In der Wahlversammlung mit 34 Mitgliedern sitzen die Angehörigen des Senats und ihre Stellvertreter. Für eine Abwahl ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Overbeck-Larisch wollte sich gestern auf Nachfrage nicht äußern. Sie ließ über einen Sprecher mitteilen, sie nehme sich einige Tage Bedenkzeit und werde dann zu dem Senatsvotum Stellung beziehen.
Wie von Gesprächspartnern zu erfahren war, kommt die Entscheidung des Senats nicht überraschend. Schon länger gebe es Spannungen und Kritik am Führungsstil von Overbeck-Larisch. Deretwegen sei auch im August der Vizepräsident der Hochschule, Bernhard May, zurückgetreten.
Wie in der Hochschule zu hören war, ist der Präsidentin kein formaler Fehler vorzuwerfen. Der Streit sei wegen zwischenmenschlicher“ Schwierigkeiten ausgebrochen. Darüber habe ein Senatsmitglied die Geduld verloren und in der Sitzung am Dienstagabend den Antrag für das Abwahlverfahren gestellt. Dessen Ausgang sei kaum abzuschätzen. Der Antrag bringe die Hochschule in eine schwierige Lage. Falls der Hochschulrat eine Abstimmung über die Abwahl nicht zulasse, bleibe die Präsidentin im Amt. Dann sei es aber noch schwerer, die Spannung wieder abzubauen. Wegen der nötigen Zweidrittelmehrheit werde ein Beschluss über die Abwahl knapp ausfallen. Die Wahl zur Präsidentin hatte Overbeck-Larisch 2004 knapp mit 15 zu 14 Stimmen für sich entschieden.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Michael Kretzer