09. Juli 2008 Das hessische Umweltministerium hat von dem Kasseler Düngemittelhersteller K+S AG eine geringere Belastung der Werra gefordert. Eine weitere dauerhafte Belastung der Gewässer Werra und Weser auf dem heutigen Niveau ist nicht vorstellbar, sagte Umweltstaatssekretär Karl-Winfried Seif (CDU) in Wiesbaden.
Die börsennotierte K+S müsse sich mehr anstrengen, um Salzlauge aus der Kaliförderung zu beseitigen. Es sei an der Zeit, ein Entsorgungskonzept zu entwickeln, dass modernen Anforderungen an ein nachhaltiges Wirtschaften gerecht werde. Auch der Grundwasserschutz dürfe nicht außer Acht gelassen werden.
Aus Abraumhalden herausgewaschen
Die Salzlauge entsteht bei der Kaliförderung und durch Regenwasser, das Salz aus den riesigen Abraumhalden wäscht. Laut K+S fallen im Werk Neuhof täglich 2500 Kubikmeter Salzabwasser an. Weil die Halde zu groß wird, fährt K+S mit täglich 200 Lastwagenfahrten die Lauge zur Werra.
Künftig soll das Salzwasser stattdessen durch eine Pipeline fließen; gegen den Bau der 63 Kilometer langen Röhre regt sich jedoch seit zwei Jahren heftiger Widerstand. Seif hat das Kasseler Regierungspräsidium aufgefordert, im bergrechtlichen Verfahren auch eine wasserrechtliche Erlaubnis der Röhre zu prüfen.
Messergebnisse geben keine Hinweise zur Besorgnis
Das Umweltministerium will künftig mit einem eigenen Überwachungssystem mehr Daten über die Belastung der Werra und der Weser, die aus Werra und Fulda entsteht, sammeln. Die Messstellen sollen aber auch die Salzbelastung des Grundwassers überprüfen. Die aktuell vorliegenden Messergebnisse geben keine Hinweise zur Besorgnis, hieß es am Mittwoch.
Die K+S AG verdient mit Düngemitteln, die aufgrund der steigenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln auf der Welt verstärkt nachgefragt werden, gutes Geld. Für dieses Jahr peilt der Vorstand einen operativen Gewinn von mindestens 1,1 Milliarden Euro an, wie das Unternehmen mitteilte. Erst Anfang Juni hat K+S die Gewinnprognose von etwa 850 Millionen Euro auf eben 1,1 Milliarden Euro angehoben. An der Börse zählt die K+S-Aktie seit einigen Jahren zu den am besten laufenden Werten; allein binnen Jahresfrist ist die um 180 Prozent gestiegen. Am Mittwoch legt sie im Verlauf um mehr als fünf Prozent zu.
Text: FAZ.NET mit lhe
Bildmaterial: dpa
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