Kriminalität

Hessen verdoppelt Plätze für den Jugendarrest

25. Februar 2008 Hessen wird die Zahl der Plätze im Jugendarrest mehr als verdoppeln, um einen zügigen Antritt zu diesem sogenannten Zuchtmittel sicherzustellen. Die Haftanstalt im mittelhessischen Friedberg werde zum 1. April in eine Arrestanstalt mit 60 Plätzen umgewandelt, kündigte Justizminister Jürgen Banzer (CDU) an. Die Aufnahmefähigkeit der bisherigen Arrestanstalt Gelnhausen sei zwar im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 50 Plätze ausgeweitet worden, das reiche aber nicht aus. Nach den Worten von Banzer werden die neuen Plätze dafür sorgen, dass die Richter künftig schon beim Urteil einen Termin für den Arrest nennen können.

Der hessische CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident Roland Koch hatte das Thema Jugendkriminalität in den Landtagswahlkampf eingeführt und war deshalb scharf kritisiert worden, auch wegen fehlender Plätze für den Jugendarrest. Banzer sagte dazu: „Das Thema Jugendkriminalität war wichtig, ist wichtig und bleibt auf der Tagesordnung“. Der Minister bereitet für Anfang März eine Vorlage für das Kabinett zum Thema Jugendkriminalität vor. Darin werden unter anderem Möglichkeiten für eine bessere Prävention und einen besseren Opferschutz vorgeschlagen.

Laut Banzer gibt es derzeit in Hessen einen „Stau“ von rund 600 Tagen Jugendarrest. Er gehe davon aus, dass diese Tage bis zum Sommer verbüßt sind. Jugendarrest als Sühne für eine Straftat gibt es in drei verschiedenen Formen: Als Freizeitarrest meist an Wochenenden und damit außerhalb der Schulzeit, als Kurzarrest mit meist zwei bis vier Tagen oder als Dauerarrest von einer bis höchstens vier Wochen. Engpässe in Gelnhausen habe es vor allem an den Wochenenden gegeben. Die Justizvollzugsanstalt in Friedberg mit bisher 63 Plätzen ist laut Banzer nur noch mit 19 Gefangene belegt. Sie könnten problemlos in anderen Haftanstalten untergebracht werden.



Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa

 
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche