Verkehrspolitik

Region Rhein-Neckar fordert ICE

Von Werner Breunig

24. Juli 2008 Mit dem Bau der geplanten ICE-Schnellbahntrasse Frankfurt–Mannheim soll nach dem Willen von Politikern aus Südhessen und Nordbaden auch die Bergstraße an das Schnellbahnnetz angebunden werden. Der ICE-Zug, der nach dem Plan der Deutschen Bahn pro Stunde und Richtung vom Bypass zum Darmstädter Hauptbahnhof abzweige, müsse auch die Bahnhöfe Bensheim, Weinheim und Heidelberg anfahren.

Keine zusätzlichen Investitionen nötig

Dies forderten am Donnerstag der Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Wilkes (CDU), die Bürgermeister der drei Städte und der Direktor des Verbandes Region Rhein-Neckar. Die Politiker aus der Region Rhein-Neckar unterzeichneten in Bensheim einen entsprechenden Brief an Bahnchef Hartmut Mehdorn.

Für den „ICE-Wissenschaftsshuttle“, der die Hochschulstädte Darmstadt und Heidelberg verbinden soll, seien keine zusätzlichen Investitionen nötig, sagte Wilkes. Südlich von Heidelberg könnten die ICE auf die bestehende Trasse geführt werden. Wilkes hob hervor, dass der Vorschlag die in einigen Details noch umstrittene Neubautrasse nicht berühre. Stattdessen solle die sogenannte Main-Neckar-Bahn von Darmstadt über Bensheim nach Heidelberg, die derzeit bereits von Intercitys und Regionalbahnen mit maximal 120 Stundenkilometern befahren wird, auch für ICEs freigegeben werden.

Inbetriebnahme für 2017 geplant

„Das bedeutet zwar eine Verlangsamung, aber das ICE-Konzept Frankfurt–Mannheim–Stuttgart kann uneingeschränkt bestehen bleiben.“ Denn nach derzeitigem Planungsstand soll das Gros der ICEs an Darmstadt vorbeigeführt werden und danach auf einer neuen Trasse entlang der Autobahnen A 67 und A 6 fahren. Darmstadt soll demnach nur über einen einspurigen, 13 Kilometer langen Zweig angebunden werden. Die Strecke soll 2017 in Betrieb genommen werden.

Der Plan der Bürgermeister und des Landrates hätte die Auswirkung, dass die Züge, die Darmstadt in Richtung Süden verlassen oder von Süden erreichen, nicht auf der Neubaustrecke führen. Dann wäre auch der umstrittene Abzweig innerhalb der Stadt Darmstadt durch Wohngebiete und durch Wald nicht nötig. Allerdings hätte dies Auswirkungen auf die Main-Neckar-Bahn, die schon heute überlastet ist. Mannheim wäre zudem nicht an Darmstadt angebunden.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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