Liechtenstein will ausländischen Behörden künftig Auskunft in Steuerfragen erteilen. Auch Andorra und Singapur geben nach. Das bringt nun Länder wie Österreich, Luxemburg und die Schweiz in Zugzwang. Von Jürgen Dunsch
Zügig hat Klaus Zumwinkel seine Steuerhinterziehung in der Liechtensteiner Affäre gestanden, zügig kam nun das Urteil. Der frühere Post-Vorstandsvorsitzende und prominenteste Kopf der Steueraffäre wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und zu einer Zahlungsauflage von einer Million Euro verurteilt. Von Joachim Jahn
Kommentar: Keine Klassenjustiz
Die Staatsanwaltschaft hat Details aus ihrer Anklageschrift gegen Klaus Zumwinkel veröffentlicht. Demnach soll der frühere Post-Chef für die Jahre 2001 bis 2006 Einkünfte aus seinem Liechtensteiner Stiftungsvermögen verschwiegen haben.
In der Liechtenstein-Steueraffäre prüfen Fahnder neue Hinweise auf rund 2000 bislang unbekannte Konten mutmaßlicher deutscher Steuersünder. Die Anwältinnen eines Angeklagten haben dem Landgericht Rostock eine Tüte mit einem Stapel kopierter Kontobelege vorgelegt. Von Joachim Jahn
Der Verteidiger des früheren Post-Chefs Klaus Zumwinkel macht Liechtenstein-Sündern Hoffnung. Sie könnten sich strafbefreiend weiterhin selbst anzeigen. Diese Einschätzung hat zumindest der Kölner Rechtsanwalt Rolf Schwedhelm in einer Fachzeitschrift verbreitet. Von Joachim Jahn
Im ersten Prozess der Liechtensteiner Steueraffäre hat das Landgericht Bochum einen 66-Jährigen aus Bad Homburg zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der Immobilienkaufmann muss aber 7,5 Millionen Euro Geldauflage an soziale Einrichtungen zahlen - so viel, wie er an Einkommensteuer hinterzogen hatte.
Razzien in ganz Deutschland haben Steuersünder aufgeschreckt, die ihr Geld in Liechtenstein verstecken. Doch können die vom Staat angekauften Beweise überhaupt verwertet werden? Von Joachim Jahn
In nur wenigen Wochen ist inzwischen der dritte Fall bekannt geworden, in dem der Finanzverwaltung gestohlene Daten über geheime Bankkonten angedient wurden: Diesmal ist die Schweiz betroffen. Steuerfahnder rechnen damit, dass Informanten systematisch ein lukratives Geschäftsmodell entwickeln. Von Corinna Budras
Die Liechtensteiner Steueraffäre zieht immer weitere Kreise: Das Bundesfinanzministerium hat bestätigt, dass ihm abermals vertrauliche Steuerdaten angeboten wurden. Weitere 2000 vermögende Personen könnten mehr als vier Milliarden Euro an der deutschen Besteuerung vorbeigeschleust haben.
Seit jeher versucht der Gesetzgeber, "Steuerflüchtlingen" Steine in den Weg zu legen. Der Bundesfinanzhof hat nun jedoch eine entsprechende Praxis des Fiskus erschwert. Von Joachim Jahn
Die mutmaßliche Steuerhinterziehung vieler Deutscher hat den Finanzplatz Liechtenstein und die fürstliche LGT-Bank ins Zwielicht gebracht. Prinz Max, der Vorstandsvorsitzende der Gruppe und jüngere Sohn von Fürst Hans-Adam II., sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Als die Steuerfahnder bei Klaus Zumwinkel die Wohnung durchsuchten, warteten vor dem Zaun schon die Fotografen. Sind Journalisten durch undichte Stellen vorab informiert worden? Bei der Generalstaatsanwaltschaft sind mehrere Strafanzeigen wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat eingegangen.
Millionen Deutsche nutzen seine 1000 ganz legalen Steuertricks zum Sparen. Im Interview mit FAZ.NET sagt Fachbuchautor Franz Konz, warum Steuerhinterziehung ein verständliches Vergehen ist und was die Steuerfahndung morgens um sechs Uhr bei ihm angerichtet hat.
Sie durchsuchen Toilettenkästen, Wäscheschubladen, Garagen, ja sogar das Vogelhäuschen im Garten. Am liebsten bleiben sie im Verborgenen. Doch seit dem Fall Zumwinkel sind Steuerfahnder auf einmal ins öffentliche Interesse gerückt. Wie sieht ihr Alltag aus? FAZ.NET hat einen von ihnen besucht. Von Nadine Bös