Vereinigte Staaten

2,5 Millionen amerikanische Familien "arm"

12. Oktober 2004 Mehr als ein Viertel der Familien in den Vereinigten Staaten mit mindestens einem arbeitenden Elternteil ist gemäß offizieller Statistik einkommensschwach oder arm. Das ergab eine am Dienstag vorgelegte Studie des im Jahre 2001 gegründeten "Working Poor Families Project", das von der Annie-E.-Casey-Stiftung sowie der Ford- und der Rockefeller-Stiftung unterstützt wird.

Die Veröffentlichung der unabhängigen Studie am Vortag der letzten Fernsehdebatte zwischen Präsident George W. Bush und Senator John Kerry dürfte das dritte Rededuell der Kandidaten, das ausschließlich innen- und wirtschaftspolitischen Themen gewidmet ist, befeuern.

Fast 39 Millionen Amerikaner sind einkommensschwach

Die Studie kommt auf Grundlage der Angaben der staatlichen Zensusbehörde aus dem Jahre 2002 zu dem Ergebnis, daß fast 39 Millionen Amerikaner, unter ihnen 20 Millionen Kinder, als einkommensschwach gelten und mithin kaum über ausreichend Mittel verfügen, um ihre Grundbedürfnisse wie Unterkunft, Verpflegung und Kinderbetreuung zu befriedigen.

Nach Angaben der Zensusbehörde mußten 9,2 Millionen Familien mit mindestens einem arbeitenden Elternteil und zwei minderjährigen Kindern mit weniger als 36 784 Dollar im Jahr auskommen und galten damit als einkommensschwach. Das entspricht einem Anteil von 27,4 Prozent aller Zwei-Kind-Familien.

2,5 Millionen dieser Familien fielen mit einem Jahreseinkommen von weniger als 18 392 Dollar unter die Armutsgrenze. Das Durchschnittseinkommen lag im Jahre 2002 bei 62 732 Dollar. Die Autoren der Studie empfehlen zur Bekämpfung der Armut, mehr Geld für die Ausbildung von Erwachsenen und für die Kinderbetreuung bereitzustellen.



Text: rüb., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2004, Nr. 239 / Seite 6
Bildmaterial: AP

 

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