
Sehr geehrter Herr Scheuermann,
nicht allein Tierschützer wissen: "Tierschutz fängt beim Menschen an". Offensichtlich ist Ihnen die aussagekräftige Visualisierung dazu (aus Affe wird aufrecht gehender Mensch) noch nie begegnet. Ferner teile ich die Auffassung des Kulturwissenschaftlers der Humboldt Universität Berlin, Thomas Macho, der davon überzeugt ist, dass die Rechte der Menschen besser zu verteidigen sind, wenn man die Tiere miteinbezieht. Tierschutz ist grundsätzlich auch Menschenschutz.
"Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück." Pythagoras
" Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt und damit auch von der Tierquälerei zur Menschenquälerei. " Leo Tolstoi
" Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben. " Leo Tolstoi
„Ich bin für die Rechte der Tiere genauso wie für die Menschenrechte. Denn das erst macht den ganzen Menschen aus.“ Abraham Lincoln (1809 - 1865) 16. Präsident der USA
„Das Elend der Menschen wird solange dauern, wie der Jammer der Tiere zum Himmel schreit.“ (Verfasser unbekannt)

Was für ein Schwachsinn, dass Stiere würdevoll sterben sollen und das in einer Arena.
Was für Menschen sind das, die so einen Schwachsinn schreiben!!! Stiere gehören NICHT in die Arena, nur um sie am Schluss brutal verrecken zu lassen!!!
Wir leben heute im 21. Jahrhundert und jeder normale Mensch WEISS, dass das nichts mit Kultur zu tun hat. Sondern reine Tierquälerei ist.
HÖRT ENDLICH AUF, DIE STIERE ZU QUÄLEN UND FORDERT DIE MENSCHHEIT AUF, DIE STIERKÄMPFE ZU VERBIETEN.
Freundliche Grüsse
Marianne Wiesendanger
Schweiz

Die hier geäusserte Meinung, dass die "Würde des domestizierten Tieres immer untrennbar mit der Würde des domestizierenden Menschen einhergeht" ist doch spätestens seit Hundeliebhaber Adolf Hitler ad absurdum geführt. Statt hier den Gutmenschen raushängen zu lassen, sollte man sich besser fragen, warum viele ein so grosses Herz für Tiere und ein so kaltes Herz für Menschen haben.

Bereits bei einem Test (tienta) zur Zuchtauswahl werden die jungen Stiere und Kühe mit Lanzen gequält. Angehende Toreros üben an Tieren unter vier Jahren. Viele Stiere brechen sich schon bei der Jagd in die Arena auf glatten Straßenbelägen die Knochen. Die empfindlichen Hörner werden vor dem Kampf abgesägt oder abgefeilt. Manipulationen an Augen, Nase, Hoden und Muskeln bzw. durch Abführmittel, Dunkelhaft, Wasserentzug etc. gehören ebenfalls zur „Vorbereitung“ eines Kampfstieres. Zuerst zerfetzen die Picadores, Reiter mit einer Lanze, mit deren 8,75 cm langen Stahlspitze Nackenmuskeln und Bänder. Die regelwidrig tiefen schmerzhaften Wunden und der damit verbundene hohe Blutverlust schwächen den Stier. (Die ebenfalls manipulierten Pferde der Picadores sollen mit einem äußerst schweren dreiteiligen Umhang "geschützt" werden. Trotzdem werden die Bäuche der Pferde vom Stier oft aufgeschlitzt.) Danach werden Banderillas, 70 cm lange Holzstäbe mit Widerhaken aus Stahl dem Stier in den Rücken gestochen. Zuletzt wird ihm - nach mehrfach misslungenem Todesstoß - bei vollem Bewusstsein das Rückenmark durchtrennt, um dann dem ruhig gestellten aber noch lebenden Tier Schwanz und Ohren abschneiden zu können ...

... und die Überzeugungen und Vorstellungen von Stierkampfgegnern in ebenso ehrlicher, klarer und sauberer Form anhand einer nachvollziehbaren Argumentationsbasis einzufordern. Herr Wieland hat dazu ein wertvollen Beitrag geleistet. Da der Beitrag "Ohne Stierkampf keine Stiere" heißt, hätte ich mir allerdings gewünscht, dass dieser Aspekt und vor allem die ökonomische Dimension des Geschäfts deutlicher herausgearbeitet worden wäre, denn dazu gibt es mehr zu sagen als im kurzen Schlussabsatz des Artikels geäußert wird. Ein kleine, aber wichtige Falschheit soll an dieser Stelle richtiggestellt werden: der Tourismus
trägt mit deutlich weniger als 10% zur ökonomischen Dimension des Stierkampfes in Spanien bei und kann nicht als Argument für oder gegen irgendetwas, das mit dem Spanischen Stierkampf zu tun hat, verwendet werden. Man sollte als Journalist belastbare Aussagen treffen, die sich bzgl. dieses Themas nicht auf die Situation in Barcelona, Mallorca oder ähnlichen Orten, in denen der Stierkampf schon seit langer Zeit keine wesentliche Unterstützung mehr erfährt, stützen, sondern die Gesamtsituation in Spanien dafür heranziehen. Dafür ist dann eben etwas mehr Differenzierung und ein Absatz mehr nötig. Trotzdem: Guter Artikel!

Herr Wieland hat einen guten Artikel geschrieben, in dem er sich bemüht, einer
sachlichen Diskussion um das schwierige Thema des Spanischen Stierkampfes gerecht zu werden. Es ist wichtig, die Diskussion um den Spanischen Stierkampf auch in Deutschland zu führen und dabei eine hohes Maß an Sachlichkeit, Unaufgeregtheit und vor allem profundem Fachwissen in die Diskussion einfließen zu lassen, in eine Diskussion, die in Deutschland fast ausschließlich von Stierkampfgegnern und Tierschützern geführt und durch sie dominiert wird, deren Äußerungen sehr häufig gerade von fehlender Kenntnis um das Thema geprägt sind und die - so ist zumindest meine persönliche Erfahrung mit diesen Leuten -
sich nicht auf begründbare Argumente, sondern auf den Versuch der Manipulation stützen, mit dem andere von der eigenen Meinung nicht überzeugt, sondern zur Übernahme einer Meinung gedrängt werden sollen. Es ist wichtig, in einer solchen Diskussion die gesellschaftlichen und moralischen Vorzüge des öffentlichen Tötens von Tieren im Rahmen einer Festlichkeit mit dem dazugehörigen theoretischen Überbau und seinen ethischen Überzeugungen ehrlich, klar und sauber darzustellen ...

Sie zittern ja geradezu vor Empoerung! Leider eskalieren Diskussionen mit Gutmenschen immer sehr schnell in's Emotionale. Ich zitiere mal: „Ihren Beitrag ... unangenehm hervorheben... vorpubertär anmutenden Sticheleien ... keuleschwingenden Steinzeitmenschen ... eines intelligenten Menschen unwürdig ist... ...haben Sie definitiv Handlungsbedarf - bei sich selbst“.
Verstehen Sie, was ich meine? Auch wer sich moralisch im Recht glaubt, sollte auf gewisse Formen achten. Sonst, wie Sie ja richtig schreiben, besteht wirklich Handlungsbedarf.
Ich moechte jedem Spanienreisenden an's Herz legen, sich unvoreingenommen selbst ein Bild von diesem grossartigen Spektakel zu machen, empfehlenswert ist vor allem der erste Besuch zum besseren Verstaendnis des Ablaufs und der Hintergruende mit einem Kenner.

Mal eine Frage an die hochmoralische Runde hier. Verspeisen Sie ab und zu ein Tier? Wissen Sie unter welchen Umständen diese Tiere gehalten und transportiert werden bzw. wie sie in Gefangenschaft elendig verenden?
Wie viele Tiere versterben hingegen beim Stierkampf? Verschwindent wenige.... und diese Tiere haben wenigstens ein Leben bis zum Tod. Gleiches gilt übrigens für den Hahnenkampf....

Auch Ihnen vielen Dank für Ihr beispielhaftes Eintreten für Objektivität und Toleranz; Tugenden, die gerade Ihren Beitrag besonders aus der Masse der zu vernachlässigenden unangenehm hervorheben. Dies alles, gewürzt mit kleineren - vorpubertär anmutenden - Sticheleien, lässt uns klar sehen welche Widerstände auch heute noch zu überwinden sind auf dem langen Weg vom keuleschwingenden Steinzeitmenschen zum aufrecht gehenden heutigen Homo Sapiens. Die Würde des (domestizierten) Tieres geht immer untrennbar einher mit der Würde des (domestizierenden) Menschen und umgekehrt. Da lob' ich mir doch die alten Römer, welche schon 'in grauer Vorzeit' entschieden haben, das diese Art von 'Kultur' eines intelligenten Menschen unwürdig ist. Eine persönliche Note: wenn Sie für sich die Spannung in Ihrem Umfeld und Ihrem Kulturkreis an 'Blut und Kampf, Mut und Tod' (O-Ton) festmachen, haben Sie definitiv Handlungsbedarf - bei sich selbst.

Ganz schön heftig. Und so etwas in der FAZ....bleibt denn wirklich nur noch Cicero um dem Flachem zu entgehen....?

...für diesen objektiven und interessanten Bericht!
Dem bundesdeutschen, politisch korrekten und AC/DC-verehrenden Gutmenschen sträuben sich natürlich die vegan genährten Nackenhaare. Wer im Umgang mit anderen Kulturen nicht zuerst die moralische Besserwisserkeule schwingt, sollte sich durchaus mit diesem uralten, archaischen und, doch, ich meine das wirklich, wunderschönen und faszinierenden Phänomen beschäftigen.
Die spanische Corrida ist der letzte Rest des uralten, aus dem minoischen Kreta stammenden Stierkultes, dem einen oder anderen humanistisch geschädigten dürfte der Minotaurus noch ein Begriff sein. Bereits vor 4000 Jahren ging es bei diesen Ritualen um Blut und Kampf, Mut und Tod, zugegebenermaßen in unserem langweiligen Kulturkreis Themen, die schnell unter den Teppich gekehrt werden.
Der "toro bravo" lebt im Gegensatz zu seinen massentiergehaltenen und mit 18 Monaten elektrokutierten Artgenossen 5 Jahre in völliger Freiheit, am Ende erwarten ihn 20 Minuten Kampf in der Arena wo er, wie jeder Boxer oder einmal selbst in einen schweren Unfall Verwickelte weiß, wegen der Adrenalinausschüttung seines eigenen Körpers keinen Schmerz verspürt.
Ich freue mich auf den nächsten Sommer!

Ja, Herr Wieland, Stierkampf ist schon sehr barbarisch, überhaupt sollte man Vegetarier werden und wenn erst einmal die Würde der Legehenne wiederhergestellt ist und auch die hungrigen Kinder in Afrika nicht mehr auf unserem Gewissen lasten, bietet sich definitiv auch die Ächtung des Stierkampfs an. Bis dahin aber ist Stierkampf bisweilen auch Kunst, wie im Fall des Modetoreros José Tomás.
Tomás, der erste atheistische Torero Spaniens, obendrein angeblich homosexuell, hat es geschafft, dass auch wieder verstärkt linke Intellektuelle, Künstler und Musiker in die Arena gehen.

31.000 Tiere werden alleine in Spanien auf die Quälerei in den Arenen vorbereitet. Und dabei verdienen die Züchter kräftig - der EU sei dank. Denn die greift den Züchtern mit sogenannten Sonderprämien für männliche Rinder unter die Arme. Gelder, die eigentlich als Ausgleichszahlungen für den gesunkenen Marktpreis von Rindern gedacht waren. Auch Kampfstierzüchter können diese Bestandsprämien beantragen. Nach Berechnungen einer dänischen Zeitung unterstützt die EU die spanischen Stierkämpfe mit 8,2 Millionen Euro. Stierkampf ist grausamer Tiermord. Wer dafür Geld ausgibt, wird mitschuldig !

Was wollen Sie uns eigentlich mit Ihrem Artikel sagen, Herr Wieland? Oder darf dieser eher als Reportage von Belanglosigkeiten aufgefasst werden? Wir leben seit fast 14 Jahren in Spanien und davon 8 Jahre in Madrid; die beiden einzigen Male, dass ich eine Arena von innen gesehen habe, war an zwei aufeinanderfolgenden AC/DC Konzerten vor ca. 7 Jahren in Madrid. Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass die Arena hiermit einer guten Bestimmung zugeführt wurde. Das es sich bei der corrida um 'Kultur' handeln würde, wird gerne von superreichen Überbleibseln der Franco-Ära oder betagten/aufgetakelten 'Schönheiten' jenseits des Haltbarkeitsdatums - die zwanghaft Verwendung für ihre durchweichten Slips suchen - in's Felde geführt. Zum modernen Menschen und Spanier des 21ten Jahrhunderts passt sie nicht mehr. Da ist keine wie auch immer geartete Schönheit oder Eleganz im Leiden und Sterben einer Kreatur, welches ausschliesslich der Belustigung einer Minderheit dient.

Die Forderung des französischen Philosophen Francis Wolff, dass der Stier nicht in einem Schlachthof enden darf, sondern in der Arena, ist äusserst verlogen. Was geschieht denn mit den vielen Stieren, die nicht für den Stierkampf geeignet sind? Sie sterben den "Heldentod" im Schlachthaus, denn nur die besten "Exemplare" haben die "Ehre", in der Arena zur Freude eines lüsternden Publikums zu Tode gequält zu werden. Und was geschieht mit den Kühen? Auch ihnen wird nicht gegönnt, ihren Lebensabend auf der Weide zu verbringen, sondern enden ebenfalls im Kochtopf.
Die "Ethik" der Corrida nährt sich nicht aus der Tapferkeit, sondern aus dem würdelossen Massaker an einem empfindsamen Lebewesen. Francis Wolff sollte bei seinem grossen Kollegen Jacques Derrida nachlesen, der in seiner Ethik andere Massstäbe gesetzt hat.