La Gomera und El Hierro

Die kleinen Schwestern

Von Monika Zeller

19. März 2001 Ähnlich wie La Palma sind auch die kleinen Schwestern La Gomera und El Hierro ideale Wanderinseln. Beide bieten spektakuläre Touren in rauer Landschaft.

In den 60er Jahren wurde La Gomera von den ersten Aussteigern als traumhaftes Fleckchen zum Einnisten entdeckt. Seitdem hat sich die Insel zu einem normalen Ferienziel entwickelt - allerdings mit überschaubaren Dimensionen. Auch hier sorgt die zerklüftete Topografie der kreisrunden Insel dafür, dass nicht in großem Stil erschlossen wird. Der Tourismus konzentriert sich vor allem im fruchtbaren Tal Gran Rey, einem guten Ausgangspunkt für Wanderungen. Schöne Ausgangsquartiere für einen Wanderurlaub in den Bergen sind die kleinen Casas Rurales, ländliche Ferienwohnungen, die meist bei den Veranstalter-Pauschalen inklusive Mietwagen angeboten werden.

Mystischer Nebelwald

Wie ein abgesägter Kegel steigt La Gomera aus dem Meer, rundherum steil abfallend, von zahllosen Schluchten, den Barrancos, tief zerfurcht, mit einer grünen "Waldmütze" obendrauf. Das Herzstück der Insel ist der Nationalpark Garajonay im Hochland. Hier verzaubert ein dichter, flechtenbehangener Nebelwald aus Lorbeerbäumen mit seiner geheimnisvollen Atmosphäre die Wanderer. Zu der mystischen Stimmung tragen auch die bizarren Felsformationen verwitterter Vulkanschlote bei, die im Stau der Passatwolken unheimlichen Riesen gleichen.

Auf Maultierpfaden und alten Karrenwegen lässt sich der trockene Süden und der grüne Norden der Insel unter die Füße nehmen - ein Auf und Ab über winzige, steile Terrassen, an Bergflanken entlang zu abgelegenen Weilern und verlassenen Dörfern. Meist sind bei diesen Touren mit spektakulären Ausblicken große Höhenunterschiede zu bewältigen, für einige sollte man unbedingt trittfest und schwindelfrei sein.

Vom Winde zerzaust: El Hierro

El Hierro - die kleinste und südwestlichste Insel des Archipels ist gleichzeitig die am wenigsten touristisch erschlossene. Auch dieses stille Eiland geizt nicht mit landschaftlichen Höhepunkten.

Beim Mirador de la Peña zum Beispiel fällt das Land abrupt 700 Meter tief ins Meer ab und bietet einen atemberaubenden Blick in den Halbkrater der Bucht El Golfo. Hänge mit prächtigen Pinienwäldern steigen zu Hochflächen, auf denen sich windverdrehte Wacholderbüsche in den Boden krallen. Und nur wer sich zu Fuß auf den Weg macht, der findet auf einem schmalen Bergrücken das prähistorische Petroglyphenfeld "Los Letreros".

Text: @kre

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Besuchen Sie die Sagrada Familia in Barcelona, sehen Sie den Eifelturm in Paris oder das Kolosseum in Rom. Buchen Sie Ihre nächste Städtereise unter reiseclub.faz.net

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche