Impfschutz

Viren kennen keine Grenzen

Vor dem Urlaub sollte man nochmal den Impfschutz überprüfen lassen

Vor dem Urlaub sollte man nochmal den Impfschutz überprüfen lassen

24. Februar 2005 Zu den Vorbereitungen einer Reise gehört auch die Kontrolle des Impfschutzes, denn nur rechtzeitige Impfungen können vor gefährlichen Infektionskrankheiten schützen. Je nach Region, Art und Dauer der Reise oder der Jahreszeit gilt es unterschiedliche Vorsorgemaßnahmen zu treffen: Welche, erfahren Sie in unseren FAZ.NET-Infografiken.

Leider hält keine Impfung ohne Auffrischung ein Leben lang. Die meisten müssen nach spätestens zehn Jahren aufgefrischt werden, einige schon früher. Daher sollte man sich rechtzeitg, das heißt mindestens sechs Wochen vor Antritt der Reise, informieren, ob Impfungen aufgefrischt werden müssen oder ob für das Urlaubsland spezielle Impfungen erforderlich sind. Geht man zu spät zum Arzt, kann es sein, daß der fehlende Schutz nicht mehr rechtzeitig aufgebaut werden kann.

Schutz vor Zeckenbissen

Auch in unseren Breitengraden ist der richtige Impfschutz nicht zu unterschätzen: Wer zum Beispiel bei einem Camping- oder Wanderurlaub viel in Wäldern und auf Wiesen unterwegs ist, wo gerade im Frühjahr das Risiko für Zeckenbisse und damit die Übertragung der europäischen Zeckenenzephalitis (FSME-Virus) steigt, sollte sich vorab über gefährdete Regionen informieren und rechtzeitig impfen lassen.

Individuelle Informationen darüber, welche Vorsorge und Impfung sinnvoll und notwendig ist, erhält man bei seinem Hausarzt und bei Ärzten, die sich speziell auf dem Gebiet der Reisemedizin fortgebildet haben. Welchen Impfschutz man bereits hat, kann man im Imfppaß nachlesen, den man zum Artzgespräch mitbringen sollte.

Weiter Informationen

Das Centrum für Reisemedizin (CRM), der Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes und des Tropeninstituts Berlin, hat eine kleine Broschüre herausgegeben, die Reisende über Vorsorgemaßnahmen informiert. Diese liegt in vielen Apotheken und Arztpraxen aus. Weitere Informationen, aufgeschlüsselt nach Reiseland, findet man auch im Internet unter www.travelmade.de.

Text: @one
Bildmaterial: dpa/dpaweb, FAZ.NET

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Malaria

Ein Stich genügt: die Stechmücke “Anopheles quadrimaculatus“ überträgt Malaria

Malaria, Dengue- und West Nile-Fieber gehören zu jenen Infektionserkrankungen, für die kein Impfschutz zur Verfügung steht. Dennoch bestehen auch hier verschiedene Prophylaxe-Maßnahmen, vorallem in Tablettenform. Diesbezüglich sollte man sich individuell beraten lassen.

Frühsommer-Menningoenzephalitis (FSME)

Vorsicht Zecken!

Die Frühsommer-Menningoenzephalitis (FSME) wird durch einen Zeckenbiß übertragen. Nach ein bis zwei Wochen kommt es zu einer grippenähnlichen Erkrankung. In einigen Fällen kann die Virusinfektion zu einer schweren Hirn- und Hirnhautentzündung führen, die bleibende Schäden nach sich ziehen kann. Einen sicheren Schutz bietet nur eine Impfung.

Polio

Alle Impfungen sollten in den Impfpaß eingetragen werden

Poliomyelitis ist heute vor allem in Asien und Afrika noch ein Problem. In Deutschland ist das Virus ausgerottet. Eine Ansteckung erfolgt über verunreinigte Nahrungsmittel oder von Mensch zu Mensch. Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Das Virus kann aber auch Lähmungen verursachen. In Deutschland werden Kinder meist gegen Polio geimpft, für Erwachsene empfiehlt sich alle 10 Jahre eine Auffrischungsimpfung.

Hepatitis A

Frische Austern: Quelle für Hepatitis A-Infektionen

Hepatitis A ist eine Form der Leberentzündung und kommt weltweit vor. Die Viren dieser Gelbsucht werden durch verunreinigte Lebensmittel übertragen. Besonders häufig geschieht dies beim Verzehr von Muscheln, Austern und Krebstieren. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es zwei bis sechs Wochen. Die Erkrankung beginnt mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Oft verfärbt sich der Urin dunkel und der Stuhl hell. Für einem vollständigen Impfschutz von zehn Jahren, sind zwei Impfungen von sechs Monaten notwendig.

Grippe

Auch gegen Grippe-Viren kann eine Impfung helfen

Die Grippe (Influenza) kommt weltweit vor und sollte nicht unterschätzt werden. An der Viruskrankheit sterben allein in Deutschland jährlich 5000 bis 8000 Menschen. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch dauert es nur wenige Tage. Eine Übertragung der Viren erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen über die Luft. Die Symptome kennt jeder: Fieber, Kopf-, Glieder-, Hals- und Brustschmerzen mit trockenem Husten. Komplikationen können vor allem bei älteren Menschen bei einer Lungenentzündung auftreten. Jedes Jahr im Herbst gibt es einen neuen Impfstoff, der sich gezielt gegen die aktuell grassierenden Virenstämme wendet.

Cholera

Ampulle mit Impfstoff

Cholera tritt vor allem in Afrika, Südamerika und in südostasiatischen Ländern auf. Die Krankheit führt zu schweren Durchfällen und Kreislaufkollaps. Eine Impfung empfiehlt sich für Hilfseinsätze und bei entsprechender Einreisevorschrift. Sie kann aber einen Schutz vor Reisediarrhöe aufbauen und ist dann zu überlegen, wenn eine solche Erkrankung zu gravierenden Folgen führen könnte.

Meningitis

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Bereits nach drei bis vier Tagen kann es zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung kommen, die plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteife beginnt. Der Verlauf kann lebensbedrohlich sein. Die Krankheit tritt gehäuft in Afrika auf, aber auch in Deutschland kommt sie vor. Ein Impfung schützt nicht vor allen aber doch vor vielen Erregervarianten.

Hepatitis B

Hepatitis B ist weltweit verbreitet. Diese Form der Gelbsucht wird beim Kontakt mit infizierter Körperflüssigkeit übertragen, was meist durch Sexualkontakte, unsterile Spritzen oder Nadeln geschieht. Von der Übertragung bis zum Ausbruch vergehen zwei Wochen bis sechs Monate. Erste Anzeichen für eine Erkrankung sind Grippegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach und Nach verfärbt sich der Urin dunkel, der Stuhl hell und das Weiße der Augen gelb. Um einen vollständigen Impfschutz sicherzustellen, sind drei Impfungen notwendig. Eine weitere ist dann zur Auffrischung alle zehn Jahre erforderlich.

Japanische Enzephalitis

Die Virusinfektion tritt gebietsweise in Südostasien und Fernost auf und wird von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Symptome sind hohes Fieber und starke Kopfschmerzen. Die Infektion kann zu einer schweren Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Fast ein Drittel aller Erkrankten stirbt oder bleibt dauerhaft geschädigt. Der Impfstoff ist gut verträglich und muß über eine internationale Apotheke besorgt werden.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine tropische Viruserkrankung, deren Übertragung durch Stechmücken erfolgt. Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber. Bereits nach einer Woche kann eine lebensbedrohende Verschlechterung mit Gelbsucht und Blutungen eintreten. Eine Impfung bietet sicheren Schutz und wird in einigen Ländern bei der Einreise verlangt.

Tollwut

Füchse sind hierzulande die häufigsten Tollwut-Überträger

Tollwut wird fast immer durch den Biß eines infizierten Tieres auf den Menschen übertragen. Bis die Viruserkrankung ausbricht, dauert es in der Regel ein bis drei Monate. Die Krankheit führt über Krämpfe, Erregungszustände und Lähmungen innerhalb von zwei Wochen zum Tod. Für einen vollständigen Impfschutz sind mindestens drei Impfungen innerhalb von drei bis vier Wochen notwendig.

Typhus

Typhus wird durch Bakterien ausgelöst, die durch verunreinigte Nahrung oder Trinkwasser in den Körper gelangen. Die fieberhafte Erkrankung bricht meist nach zwei Wochen aus und kann bei Komplikationen tödlich verlaufen. Es gibt eine gut verträgliche Impfung.