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Von Jakob Strobel y Serra

Gewürze: die sinnvollsten Souvenirs aus fernen Ländern

Gewürze: die sinnvollsten Souvenirs aus fernen Ländern

17. Dezember 2006 Glaube und Gewürz - das sind die beiden ältesten Reisemotive der Menschen. Das erste ist inzwischen ziemlich aus der Mode gekommen, das zweite wird frei Haus geliefert, gehört aber immer noch zu den sinnvollsten Souvenirs aus fernen Ländern, in denen der Pfeffer wächst. Damit man sich dort keine zweite Wahl andrehen läßt, kann man sich auf den Homepages von Gewürzherstellern wie Fuchs oder Ostmann über Wesen und Werden der Gewürze schlau machen. Sie geben eine knappe, aber fundierte Einführung in das Thema samt Lexikon, Literaturliste, Rezeptsammlung und „Gewürz-Einmaleins“; hier lernt man, welches Gewürz zu welchem Gericht paßt und welches nicht. Außerdem erfährt man Sinnvolles über Herkunft und Geschichte, Lagerung und Haltbarkeit der Würzmittel.

In aller Ausführlichkeit beschäftigt sich die Seite www.wuerzkraut.de mit Kräutern und Gewürzen. Sie weiß, daß sich das Feinschmeckervolk der Sumerer schon 5000 vor Christus über Thymian Gedanken machte und daß der gar nicht so grobschlächtige Gotenkönig Alarich 408 nach Christus von Rom säckeweise Pfeffer als Siegpreis verlangte. Außerdem findet der Hobbygärtner hier hilfreiche Anregungen, während der polyglotte Koch in einem Wörterbuch die Synonyme und Übersetzungen von Gewürzen nachschlagen kann. Nur einen rudimentären Überblick findet man bei www.spiceup.de.

Kaninchenrücken an Halluzinogen

Wie Gewürze morphologisch, biologisch und geographisch zu ordnen sind, kann man auf der privaten Homepage eines Chemikers nachlesen. Wie sie sich als chemische Formeln darstellen lassen, zeigt ein Katalog, den die Uni Bonn zum Download anbietet, und wie sie in der Küche und im Körper wirken, weiß die Seite www.aok.de - sie reinigen unter anderem die Zähne und verbessern die Verdauung.

Daß sie noch ganz anderes können, erfährt man auf der Page www.netdoktor.de, die sich mit Gewürzen in der Medizin befaßt. „Warnung: In größeren Dosen von mehr als fünf bis zehn Gramm wirkt Muskat als Rauschmittel und verursacht Halluzinationen.“ Le chef empfiehlt heute: Kaninchenrücken im Nudelteig mit Madeira-Muskateller-Sauce und einer Farce aus Crème double nebst großzügig geriebener Muskatnuß.

Text: F.A.Z., 14.12.2006, Nr. 291 / Seite R4
Bildmaterial: AP

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