01. Juli 2009 Der amerikanische Schauspieler Karl Malden ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Das teilte die Familie des Oscar-Preisträgers am Mittwoch in Los Angeles mit. Dem deutschen Publikum ist Malden vor allem in seiner Rolle als Polizist Mike Stone in der erfolgreichen Fernsehserie Die Straßen von San Francisco an der Seite von Michael Douglas bekannt geworden.
Den begehrten Oscar erhielt der aus Chicago stammende Sohn einer tschechischen Mutter und eines serbischen Vaters wurde bereits 1951 mit der begehrten Trophäe für seine Nebenrolle in dem Marlon-Brando-Welterfolg Endstation Sehnsucht. Malden, der eigentlich Karl Mladen Sekulovich hieß, war Arbeiter in einer Stahlfabrik und besuchte kurz eine Lehrerausbildung, bevor er 1933 in seiner Heimatstadt die Ausbildung zum Schauspieler absolvierte. Geboren wurde er am 22. März 1912.

In New York hatte er erste Bühnenerfolge, sein Kinodebüt gab er 1940. Von 1947 an stand er regelmäßig vor der Kamera, wobei die enge Zusammenarbeit mit dem Regisseur Elia Kazan damals seine Karriere bestimmte und förderte. In den 60er Jahren war Malden ein sehr gefragter Charakterdarsteller in ganz verschiedenen Genres wie Kriegs-, Gangster- und Westernfilmen.
Noch einmal für die höchste Filmehre nominiert wurde Malden 1954 für Die Faust im Nacken, in dem wieder Marlon Brando sein Partner war. 1984 gewann er einen Emmy für den Fernsehfilm Fatal Vision. 1989 wurde Malden, der schon immer einer der respektiertesten Sprecher Hollywoods gewesen war, zum Präsidenten der renommierten Academy of Motion Picture Arts and Sciences gewählt und blieb das bis 1993. Die Akademie vergibt seit 1927 die Oscars.
Klatsch gab es selten über ihn: 1938 heiratete er seine Kollegin Mona Graham, bekam zwei Töchter mit ihr und ließ sich nie scheiden - einer der längsten Ehen Hollywoods. Seinen letzten Auftritt als Schauspieler hatte er 2000 in der TV-Serie The West Wing um den Alltag eines fiktiven amerikanischen Präsidenten.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, REUTERS