Regelkonfusion: Ruud van Nistelrooy schießt das 1:0, Christian Panucci (im Hintergrund) hebt das Abseits auf

Kuriose Fußballregeln (1)

Abseits ist nicht, wenn der Verteidiger im Aus liegt

Das 1:0 der Niederländer gegen Italien hat große Verwirrung im Fußballvolk gestiftet. Wieder steht die bemitleidenswerte Abseitsregel am Pranger. Ein Grund mehr, die Regel elf der offiziellen Fifa-Regularien abzuschaffen? FAZ.NET hat einmal abseitig nachgedacht. Von Daniel Meuren

Lesermeinungen zum Beitrag

11. Juni 2008 18:21

Herr Seeger, Sie haben für 5:24 eine Antwort verdient

Robert Schrey (etiterum)

Wenn auch aus A B folgt, so heißt das noch lange nicht, daß aus der Negation von A die Negation von B folgt. Aber Sie lesen die Regel sowieso falsch. Dort steht nämlich nur, daß das Spiel "weiterläuft". Da steht nicht, daß es dann kein Abseits ist. Lesen ! Es ist nämlich Abseits und dennoch läuft das Spiel weiter.

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11. Juni 2008 15:14

Fragen über Fragen....

Peter Neubauer (basser_aus_kurpfalz)

Die Diskussion wird immer besser.... ;-) Fragen über Fragen – und manchmal liegt doch die Antwort so nahe. Warum kann der Schiedsrichter in Sekundenbruchteilen richtig entscheiden, während wir doch seit 3 Tagen darüber debattieren? Weil er SCHIEDSRICHTER ist. Er lernt das. Und wird geschult. Während die meisten von uns bis auf wenige Ausnahmen normale Fußballfans sind. Ohne Schulung. Daher kann ER das – und wir müssen darüber diskutieren. Genauso wie der Schiri andere Situation in Sekundenbruchteilen beurteilen muss – während wir erst nach der fünften Zeitlupe sehen, was da jetzt wie warum war. Zweite Meinung: der Schiri ist ja mittlerweile per Funk mit seinem Linienrichter verbunden. Das heißt, er muss nicht mehr notwendigerweise zum Linienrichter rüberrennen, sondern kann ganz locker nachgefragt haben. Warum wird ein Spieler, der vorsätzlich hinter die Torauslinie läuft, bestraft? Aus dem gleichen Grund, aus dem ein Spieler bestraft wird, der Foul spielt (z.B. taktisches Foul), der eine Schwalbe macht usw. – er versucht mit unfairen Mitteln Einfluss auf das Spiel zu nehmen.

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11. Juni 2008 11:42

@ Till Diesing

Mauri Dena (Mazzo)

Vertrauen in die Schiedsrichter? Es werden soviele Fehlentscheide getroffen, da kann man nicht von Vertrauen sprechen. Es geht mir nicht darum ob Italien verloren hat oder nicht, meiner Meinung nach haben sie schlecht gespielt und schlussendlich verdient verloren. Es geht mir darum, dass der Schiedsrichter zum Helden gemacht wird weil er anscheinend in dieser Situation richtig gehandelt hat. Und dies halte ich für schlicht unmöglich. Es kann doch nicht sein, dass der Schiedsrichter innerhalb einer Viertelsekunde die berühmte Fifa Regel in seinem Kopf abgerufen hat und dann noch richtig interpretiert hat. Wir debattieren im Forum seit 3 Tagen wie diese Regel richtig zu verstehen ist und der Schiedsrichter hat dies innerhalb einer Sekunde gemacht. Bravo! Meiner Meinung nach hätte der Schiedsrichter mindestens noch eine zweite Meinung holen sollen um sich zu vergewissern, dass er richtig entschieden hat.

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10. Juni 2008 20:41

Kleine Zusammenfassung

Robert Schrey (etiterum)

1.Fall: Abwehrspieler verlässt unabsichtlich das Spielfeld an der Torlinie. In diesem Fall liegt schon der Sache nach keine Abseitsstellung vor. Der hinter der Torlinie liegende Spieler ist noch im Spiel und damit ist der Torwart der vorletzte Abwehrspieler. 2.Fall: Abwehrspieler verlässt absichtlich das Spielfeld an der Torlinie. Hier liegt der Sache nach eine Abseitsstellung vor, da der Spieler durch das Heraustreten aus dem Feld den Willen zu erkennen gibt, nicht mehr am Spiel teilnehmen zu wollen. Der Torwart ist dann der letzte Abwehrspieler. Für diesen Fall wird die Ausnahmeregelung („Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie,...) formuliert, die dazu führt, dass trotz vorliegender Abseitsstellung das Spiel weiterläuft. alles klar ?

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10. Juni 2008 19:27

Abseitsregel

Werner Neustock (altego)

Ohne diese dämliche Regel würden mit Sicherheit mehr Tore geschossen werden. Toreschießen ist ja der Sinn des Fußballspieles. Außerdem würde das Spiel interessanter.

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10. Juni 2008 16:49

Habt Ihr mal das Video studiert?

Mauri Dena (Mazzo)

Abseits hin oder her, aber es kann mir keiner erzählen, dass der Schiedsrichter innerhalb einer Sekunde die gegebene Situation analysiert, ausgewertet und dabei noch an die Fifa Regel Fifa-Regel 11.4.1. gedacht hat. Seht euch doch nomal das Video an bei youtube oder sonst wo. Ich wette mit euch, dass der Schiedsrichter nicht gemerkt hat, dass Panucci verletzt hinter dem Tor lag, denn vor Panucci war noch ein Holländer den ihn verdeckte. Es vergeht nämlich keine Sekunde von dem Augenblick an wo der Schiedsrichter Richtung Tor schaut und das Tor passiert. Ausserdem war der Linienrichter auf der gegenüberliegenden Seite und hat sicherlich im Getummel vor dem Tor auch nichts gemerkt. Meiner Meinung nach wollte sich der Schiedsrichter sein Gesicht wahren und darum liess er sich nicht umstimmen. Aber Hand aufs Herz der Schiedsrichter hat diese Situation nicht richtig erkannt.

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10. Juni 2008 15:51

Das Abseitsmysterium :-)

gisbert heimes (gisbert4)

Zuweilen, gar nicht so selten, erhebt sich die Frage nach Abseits oder Nichtabseits in hamletsche Dimensionen. Und das ist auch gut so. Weil sie in nämlich zu den letzten Fragen der Menscheit gehört. Wenn sie nicht die letzte überhaupt ist. Wir haben auf jeden Fall jetzt hier schon mal herausgearbeitet, daß das Regelwerk in dem zur Verhandlung stehenden Fall konkreter gefaßt bzw. ergänzt werden muß (BTW: die Aufhebung der Abseitsregel wäre sowas von daneben, daß es keiner weiteren Begründung bedarf. Falls hier doch Nichtfußballer mitmischen sollten: das Mittelfeldspiel wäre tot. Fußball sähe dann ungefähr so aus, wie der früh verstorbene Feldhandball ausgesehen haben muß und woran der verendet ist).

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10. Juni 2008 15:43

@ Herr Zeino

Peter Neubauer (basser_aus_kurpfalz)

Ich zitiere den Beitrag des Schiedsrichterkollegen im Forum: "Das kurzfristige Verlassen des Spielfelds kann als Teil der Spielbewegung betrachtet werden.". Der Spieler befindet sich also noch "im Spiel", da er das Spielfeld nicht offiziell verlassen hat." Wenns anders wäre, dann hätten etliche Außenstürmer, die beim Ausspielen des Gegners denselbigen umdribbelt und dabei das Spielfeld verlassen haben, ein Problem. Insofern macht der Schiedsrichter einen Unterschied zwischen "verlassen" und "verlassen". Noch eine Anmerkung, weil das in einem Beitrag angemerkt war: ob der Spieler, der das Abseits aufhebt, eingreifen kann oder nicht, spielt keine Rolle. Sonst wären Situationen Abseits, weil der Spieler, der das Abseits aufhebt, viel zu weit vom Ballannehmenden Gegner weg steht.

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10. Juni 2008 14:54

@ Herrn Neubauer

Marco Zeino (Zeini)

@ Herr Neubauer Ob ein Spieler das Spielfeld verlässt ("weil hier soviele auf Juristen machen") hat nix damit zu tun, ob der Spieler sich beim Schiri abmeldet. Das ist keine juristische Frage, sondern eine schnöde Frage der Realität. Wenn ein Spieler nicht mehr auf dem Spielfeld ist, dann hat er es verlassen. Mit oder ohne Abmeldung.

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10. Juni 2008 14:42

Sehr interessant Herr Trommer

Marco Zeino (Zeini)

@ Herr Trommer Ich ging davon aus, dass die FAZ-Angabe stimmt und es nur diese im FAZ-Artikel angeführte Regel gibt. Danke für ihre Aufklärung. Bin kein Schiri, aber Jurist. Es ist aber trotzdem immer noch eine Ermessensentscheidung, da der Schiri aus seinem Ermessen heraus zu entscheiden hat, ob das Verlassen des Feldes als Teil der Spielbewegung gesehen wird. Das Wörtchen "KANN" ist entscheidend. "Das kurzfristige Verlassen des Spielfelds "KANN" als Teil der Spielbewegung betrachtet werden." Wenn gelehrt wird, dass der Verteidiger hinter dem Tor nie aufhebt, dann ist das hinsichtlich dieser KANN-Regel eine sogenannte Ermessensreduzierung auf Null, die ihnen von Oberschiedsrichtern vorgeschrieben wird. Wenn eine Schiri aber dennoch gegen diese oberschiedsrichterliche Belehrung verstoßen würde und trotzdem Abseits pfeifen würde, so wäre es immer noch eine unangreifbare, regelkonforme Entscheidung gewesen, da die Restriktion der Oberschiedrichter ein reines Internum ist (quasi eine verwaltungsinterne Anweisung) und nicht direkt im Verhältnis zu Dritten wirken kann, wenn eine Schiri im Einzelfall doch dagegen entscheidet. Aber egal. Wir haben Recht. Das Tor war völlig regelkonform und kein Abseits.

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10. Juni 2008 14:30

Einzig richtige Entscheidung: kein Abseits!

Michael W (micwit)

Vorneweg, die Entscheidung des Unparteiischen war EINWANDFREI UND RICHTIG nicht auf Abseits zu entscheiden! Um dies zu begründen möchte ich an einer prinzipiell gleichen Situation die Regel auslegen und kommentieren: Ein Stürmer läuft auf der Außenbahn der Torauslinie entgegen. Direkt auf der Torauslinie schlägt er einen Haken. Sein Gegenspieler will klären, er grätscht, verpasst Ball und Gegner und gleitet ins Toraus und bleibt etwa 2m hinter dem Spielfeld liegen. Der Stürmer läuft mit dem Ball wieder Richtung Strafraumeck und flankt den Ball nach vorne zu einem Mitspieler kurz vor der Torline, der nur noch den Torwart vor sich hat. Dieser köpft den Ball ins Tor. Entscheidung? Bei diesem Fall würden die Meinungen nicht soweit auseinander gehen wie im italienisch-holländischen Fall. Der Verteidiger verläßt durch die Spielsituation das Spielfeld und dementsprechend bekommt er keine Verwarnung,da er dies nicht aus unsportlichem Antrieb macht. Dennoch hebt er durch seinen bewussten Rettungsversuch und da er sich zum Zeitpunkt des Passes im Toraus befindet das Abseits auf.Genauso handelte der italienische Abwehrspieler,er sprang durch den Rettungsversuch ins Toraus, er zählt unstrittigerweise noch zum Spiel => KEIN ABSEITS!

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10. Juni 2008 14:27

Natürlich Abseits,was sonst !

Markus Teuber (arathorn)

Ein Spieler,der sich -noch dazu verletzt !- irgendwo seitlich hinter dem Tor herumwälzt,soll das Abseits aufheben ?! Eine groteske Sichtweise derjenigen (einschließlich des Schiedsrichters),die hier das Abseits verneinen! Schließlich geht die Abseits-Regel doch (stillschweigend) davon aus,daß dann kein ABseits vorliegt,wenn -im Moment der Ballabgabe- sich noch vor dem Torwart,zumindest aber auf Höhe des den Ball annehmenden Angreifers ein Feldpieler befindet ,der aktiv ins Abwehrgeschehen eingreifen kann oder könnte ! Ein hinter der Linie liegender ,verletzter Spieler kann dies ja wohl kaum.

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10. Juni 2008 14:05

menschliche Ungerechtigkeit schaftt Freiraum für ausgleichende Gerechtigkeit

Anton Seidel (ase)

Menschliche verursachte Ungerechtigkeit schafft Freiraum für ausgleichende Gerechtigkeit bei der nächsten EM oder WM. Die späten Italien Tore gegen D bei der WM 2006 waren auch nicht "gerecht", schaffen aber Raum für herrlich emotionale "Nachtreffen". Und beim Fußball trifft man sich eher mehr als 2mal im Leben.

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10. Juni 2008 14:02

letzte anfügungen

Maximilian Trommer (naiverleser)

Ich wollte hier jetzt schon zu großen Erklärungen greifen, aber meine beiden Vorredner haben das ja Gottseidank endlich passend erklärt! Der geschehene Fall ist gar nicht so selten und wurde mir in meinem Schiedsrichterlehrgang auch erklärt. Die vielzitierte Zusatzbestimmung aus Regel 11 kann hier nicht angewendet werden ("Überschreitet ein Spieler zufällig eine Begrenzungslinie des Spielfelds, gilt dies nicht als Regelübertretung.") Viel mehr Regel 3: "Das kurzfristige Verlassen des Spielfelds kann als Teil der Spielbewegung betrachtet werden.". Der Spieler befindet sich also noch "im Spiel", da er das Spielfeld nicht offiziell verlassen hat. Er hebt das Abseits damit auf! Ein Verteidiger hinter der Torlinie hebt das Abseits übrigens IMMER auf, egal ob er sich absichtlich oder unabsichtlich dort befindet. (Alles andere wäre auch nur schwer umsetzbar). Das ganze ist auch keine Ermessensentscheidung, sondern so in den Regeln festgeschrieben und wird auch so gelehrt!

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10. Juni 2008 14:02

letzte anfügungen

Maximilian Trommer (naiverleser)

Ich wollte hier jetzt schon zu großen Erklärungen greifen, aber meine beiden Vorredner haben das ja Gottseidank endlich passend erklärt! Der geschehene Fall ist gar nicht so selten und wurde mir in meinem Schiedsrichterlehrgang auch erklärt. Die vielzitierte Zusatzbestimmung aus Regel 11 kann hier nicht angewendet werden ("Überschreitet ein Spieler zufällig eine Begrenzungslinie des Spielfelds, gilt dies nicht als Regelübertretung.") Viel mehr Regel 3: "Das kurzfristige Verlassen des Spielfelds kann als Teil der Spielbewegung betrachtet werden.". Der Spieler befindet sich also noch "im Spiel", da er das Spielfeld nicht offiziell verlassen hat. Er hebt das Abseits damit auf! Ein Verteidiger hinter der Torlinie hebt das Abseits übrigens IMMER auf, egal ob er sich absichtlich oder unabsichtlich dort befindet. (Alles andere wäre auch nur schwer umsetzbar). Das ganze ist auch keine Ermessensentscheidung, sondern so in den Regeln festgeschrieben und wird auch so gelehrt!

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10. Juni 2008 13:39

Herrliche Diskussion - es lebe die Emotion!

M M (chieldo)

An der Anzahl und dem Temperament der Diskussionen sieht man doch schon, dass Franz Beckenbauer Recht hat, wenn er auf die Beibehaltung "ungerechter" Regeln beharrt. Was wäre Fußball mit Timeout, Fernsehbeweis, Funk-Überwachung der Linien - kurzum: mit gerechten, klaren Regeln? ...emotionslos! Das schönste ist doch immer noch der "Stammtisch" danach! MM P.S.: Für mich war's ausgleichende Gerechtigkeit zum Achtelfinale der WM 06. Der Italien-Elfer gegen Australien in der letzten Minute der Verlängerung war auch nicht gerecht!

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10. Juni 2008 13:14

Kein Abseits

Jan-Henrik Klenner (klenner)

Das die Regel des absichtlichen Abseitsstellens hier nicht zur Anwendung kam hätte man schon daran erkennen können, dass C. Panucci keine gelbe Karte bekam. Spieler die das Feld ohne Abmeldung beim Schiedsrichter, aber zufällig aus dem Spielverlauf heraus verlassen werden nicht bestraft sondern behandelt als wären sie auf dem Platz. Deshalb muss man sich auch nicht wieder anmelden, wenn man zum Beispiel nach einem Tackling vom Platz gerutscht ist Für Abwehrspieler gibt es keine Passiv-Regel, sie heben immer das Abseits auf. (Regel 3: "Überschreitet ein Spieler zufällig eine Begrenzungslinie des Spielfelds, gilt dies nicht als Regelverstoss. Das kurzfristige Verlassen des Spielfelds kann als Teil der Spielbewegung betrachtet werden")

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10. Juni 2008 13:07

Kein Abseits

Peter Neubauer (basser_aus_kurpfalz)

Stimmt schon, der Spieler hat das Feld nicht absichtlich verlassen und konnte nicht eingreifen. Das ist aber uninteressant - wenn er knapp im Feld gelegen wäre, dann hätte er auch nicht eingreifen können und es wäre trotzdem kein Abseits gewesen. Und weil hier so viele Kommentatoren auf "juristisch" machen: juristisch betrachtet hat er das Spielfeld gar nicht verlassen - da er sich nicht beim Schiedsrichter ordnungsgemäß abgemeldet hat. Hätte er das getan, wäre es eine andere Situation gewesen. In dem Fall war es einfach Pech für die Italiener, dass es so gelaufen ist. Wir können noch lange diskutieren - letztlich zählt natürlich die Tatsachenentscheidung des Schiesrichters. Und damit war es kein Abseits, das Tor zählt.

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10. Juni 2008 13:05

Regelkonformes Tor! Aber richtige Ermessensentscheidung? Das ist die Frage.

Marco Zeino (Zeini)

Ein Jurist würde die Regel für nicht relevant erachten, da sie die weder den gestrigen Tatbestand (unabsichtliches Verlassen des Spielfeldes) noch die fragliche Rechtsfolge (Abseitsstellung aufgehoben oder nicht) regelt. Eine teleologische Auslegung ist aus der Regel auch nicht möglich, da sie keinerlei Aufschluss darüber gibt, ob der zu verwarnende Spieler, der absichtlich außerhalb des Feldes ist, nun aktiv oder passiv ist. Was macht der Jurist also? Planwidrige Regelungslücke, d.h. Analogie...hier aber keine analogiefähige Regelung. Deshalb lassen wir den Schiri die Situation auslegen. Nach Schiedsrichtermeinung war es offensichtlich so, dass ein Spieler nur dann passiv ist, wenn der Schiedsrichter das Verlassen des Feldes genehmigt hat oder das Spiel nach Verlassen des Spielfeldes aus welchen Gründen auch immer, unterbrochen hat und somit eine Zäsur im Spielfluss eingetreten ist. Beides lag hier nicht vor, ergo hat er nicht auf Abseits entschieden. Das war alleinige Ermessensentscheidung des Schiri, die völlig regelkonform ist, da sie ermessensfehlerfrei war, egal wie er sich entscheidet. Ob Abseits oder nicht. Daher war das Tor definitiv regelkonform. Man hätte auch auf abseits entscheiden können. Wäre auch regelkonform.

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10. Juni 2008 12:39

Wozu überhaupt Abseitsregel?

Marvin Parsons (mapar)

Der Artikel sprichts an: Wozu braucht man eine Abseitsregel? Was wäre das schlimmste, was bei ihrer Abschaffung passieren könnte? Weniger Spielunterbrechungen, mehr Angriffe, mehr Tore? Also etwas weniger Langeweile im Fußball. Die Vermeidung von Streitfällen und Fehlentscheidungen wäre nur ein willkommener Nebeneffekt.

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10. Juni 2008 12:38

Verdient gewonnen - aber es WAR Abseits!

Peter Klein (Peter_Klein)

Ich stimme den Herren Bley und Heimes völlig zu. So wie die Regelung formuliert ist, liegt ihr bereits das Verständnis zugrunde, dass der hinter der Torlinie und damit nicht auf dem Platz befindliche Spieler die Abseitsposition des Angreifers nicht aufheben kann. Anderenfalls wäre weder die Formulierung verständlich "um einen Gegner abseits zu stellen" (wenn das doch gar nicht geht) noch bedürfte es der Bestimmung, dass der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen lässt (denn läge kein Abseits vor, gäbe es ja ohnehin keinen Anlass zum Abpfeifen). Dazu passt, dass die Situation nur weiterläuft und die Gelbe Karte nur gegeben wird, wenn diese (für die angreifende Mannschaft kaum beherrschbare) Situation absichtlich herbeigeführt wird. Warum sollte es eine gelbe Karte geben, wenn sich durch den Schritt aus dem Spielfeld heraus gar nichts ändern würde? Hier wird die "böse Absicht" bestraft, sich auf nicht regelkonforme Weise (ohne Abmeldung) zum eigenen Vorteil (Abseitsposition des Angreifers) vom Spielfeld zu entfernen. Übrigens ergibt sich dies bereits aus Fifa-Regel Nr. 12. Für den gestrigen Fall gibt die Regel 11.4.1 damit letztlich nur indirekt etwas her. Und das ist: Es WAR Abseits und zurecht gab es keine Gelbe Karte.

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10. Juni 2008 12:29

Abschaffen!

Roland Wondzinski (schlumpf65)

Eine Regel, die so viele Interpretationen und Prüfstationen benötigt wie die Abseitsregel - und das innerhalb von Sekundenbruchteilen - , gehört abgeschafft. Insoweit kann ich Marco van Basten nur zustimmen. Vielleicht gäbe es ein paar mehr Tore in jedem Spiel, aber was GEGEN eine Mannschafte gilt, kann sie auch FÜR sich geltend machen. Die Diskussion hier zeigt mir aber auf jeden Fall eines: Innere Absichten, körperliche Befindlichkeiten und Fragen nach Motiv und Schuld zu klären kann nicht Aufgabe des Schiedsrichters sein (das machen eher Rechtsanwälte und Richter) und führt sicher oft zu falschen Ergebnissen.

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10. Juni 2008 12:02

Das war wohl Abseits...

max kroymann (maxinho)

Zunächst sei ein Blick in die Regeln empfohlen: Dort heißt es (wie allgemein bekannt): Die Abseitsstellung eines Spielers stellt an sich noch keine Regelübertretung dar. Ein Spieler befindet sich in einer Abseitsstellung, wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler. Soweit so gut. Ein Spieler, der sich nicht auf dem Feld befindet, nimmt am Spielgeschehen grds. nicht teil, zB Behandlungen eines Spielers neben des Spielfeldes. Ergänzt wird diese Regel durch die Zusatzbestimmungen und Richtlinien der FIFA für Schiedsrichter, wo es heißt: Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie, um einen Gegner abseits zu stellen, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen... Wer beim Betrachten der Szene zu dem Schluss kommt, Panucci habe das Spielfeld in der Situation gezielt verlassen (Vorausetzung: Absicht), um auf Abseits zu spielen, dem ist wohl nicht mehr zu helfen. Das wohl doch kein absichtliches Verlassen vorliegt, hat der Schiri sich wohl auch gedacht und kein Geld gezeigt. Ich denke, Regeln genau zu lesen sollte auch vermeintlichen Experten möglich sein.

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10. Juni 2008 12:01

Regeländerung

Daniel Weber (DanielWeber)

Die Regel ist also nicht eindeutig, aber eine Auslegung, wie der Schiedsrichter sie vorgenommen hat vertretbar (Der Spieler hätte durchaus ins Spielfeld zurückkehren können.). Die Fußballregeln sollten meiner Meinung nach aber im Bereich Abseits geändert werden, um Missverständnisse zu verhindern! Die Forumlierung: "Abseits ist, wenn der angreifende Spieler näher zur Torlinie steht..." sollte gestrichen werden und mit Bezug zu dem speziellen Fall gestern angepasst werden, damit auch Hobbysportler genau wissen, wann der Schiri Abseits pfeift oder pfeiffen sollte...

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10. Juni 2008 11:09

Es war Abseits

gisbert heimes (gisbert4)

Der Wortlaut der Regel läßt keine andere Deutung zu. Natürlich eröffnet auch diese Regel praktische Manipulationsmöglichkeiten. Der Geschehensablauf im vorliegenden Fall war jedoch so eindeutig, daß ein Manipulationsvorwurf an die 'Tricky-Italiener' lächerlich wäre. An dem Tag war aber der Fehler des Schiedsrichters mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht spielentscheidend.

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10. Juni 2008 09:19

Abseits oder nicht...

Richard Bley (Riccho)

Aus der Sicht eines Juristen war es Abseits. Der Regeltext verlangt ausdrücklich eine Absicht, also eine zielgerichtete Aktion, den Gegner Abseits zu stellen. Da es an einer solchen Absicht fehlt, ist der gesamte Regeltext nicht anzuwenden. Dies kann man schon daran ersehen, dass die gelbe Karte ("und") neben dem Nicht-Abseits zwingend zu geben ist, sobald der betreffende Spieler die Absicht zeigt, einen Gegner Abseits zu stellen. Würde es ein absichtslosen ins Abseits stellen geben, so wären die Folgen des Verstoßes nicht mit "und" verknüpft, sondern mit darüber hinaus. Das der Schiedsrichter das auf dem Spielfeld vielleicht anders entschieden hat, kann ich dagegen gut nachvollziehen. Der kann auf dem Platz ja nicht die Regeln studieren... R.

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10. Juni 2008 09:18

Klasse Schiedsrichterleistung

Karl-Erich Weber (PCpress)

Mir wäre diese Regel nicht mehr eingefallen...

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10. Juni 2008 08:43

Nachtrag zu meinem Artikel

Marc Stock (marcopolo79)

Bevor das Argument wieder kommt: Ich habe nicht gegen Italien, weil sie gegen Deutschland gewonnen haben! Das Team hat einfach schlecht gespielt und völlig verdient verloren. Alles andere wäre ne Unverschämtheit gewesen!!!!

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10. Juni 2008 08:42

Klar war das Abseits

Marc Stock (marcopolo79)

Der Verteidiger wurde vom eigenen Torhüter aus dem Spielfeld befördert und nicht etwa von einem bösen Holländer gestoßen. Angreifer können sich durch Verlassen des Spielfelds dem Abseits entziehen, Verteidiger nicht. Wer Abseits gestellt werden sollte? Vielleicht die gegnerischen Angreifer???? Wenn das kein Abseits war, dann ergibt sich für die Zukunft folgende Situation: Der Torhüter verschätzt sich bei der Ecke, schupst nen eigenen Mann aus dem Spielfeld. Der Ball wird weggeköpft, abgefangen und wird dann zu einem Angreifer gepasst, der vorm Tor steht. Das ist dann Abseits. Klasse! Diese ganze Abseitsdiskussion ist mal wieder eine weitere Posse ital. Mannschaft. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Schuld ist der Schiedsrichter, die Fifa, das Stadion, der Rasen, der Torpfosten, der Flutlichmast oder wer auch immer gerade in Reichweite kommt. Italien hat hochverdient verloren. Da war nichts zu sehen, von der Klasse, die diese Mannschaft haben kann. Ein egoistischer Luca Toni, der anstatt zum völlig freien Mann zu köpfen, lieber ziellos am Tor vorköpft. Ein Luca Toni, der aus 5 Metern das Tor nicht trifft. Eine Abwehr, die einem Hühnerhaufen glich. Gegen Rumänien muss (und wird) sich das Team steigern.

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10. Juni 2008 07:55

Ganz klar - kein Abseits!

Christian Becker (cjb-78)

Ich finde die Regel absolut sinnvoll! Man muss beachten, dass der eigene Mann den Spieler "rausgeschubst" hat (beim Gegner wär's aller Wahrscheinlichkeit nach sofort ein Foul gewesen)! Würde es die Regel nicht geben, könnte ja jeder Abwehrspieler einfach hinter die Torlinie treten um Abseits zu stellen - und wenn er merkt, dass es nicht klappt, noch schnell vor den Stürmer laufen... Bzw. wie in diesem Fall "sich vom Torwart herausschubsen" lassen. Das es hier unabsichtlich war, ist zwar richtig - aber da haben die Italiener halt Pech gehabt...

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10. Juni 2008 07:42

Italien "Null" : Holland "Drei"

Claus Behrens (chipin)

Die wichtigste Regel: Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Gibt es eine Pizza beim Lieblingsitaliener umsonst, wenn ich hier auf die Niederländer oder den Schiedsrichter schimpfe? Das ganze Lamentieren ist doch höchstens akademisch. Wer das Spiel gestern GESEHEN hat, wird den Klassenunterschied nicht übersehen haben. Selbst ohne dieses Tor, wäre es den Italienern selbst bis zum Tag des Finales nicht gelungen, ein Tor gegen Holland zu erzielen. Mal verabschiedet sich Deutschland, darf England gar nicht mitspielen. Diesmal ist Italien mit dran. Also was soll das Ganze?

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10. Juni 2008 01:25

Begebenheiten

Benno Wagner (bennowagner)

Sollte die Regel wie zitiert und ohne weitere Ausführungen bestehen, dann ist in der Tat fraglich, ob sie im hier vorliegenden Falle überhaupt anzuwenden gewesen wäre. Denn von einem "Sich-Begeben" des Spielers konnte gar keine Rede sein, er wurde durch die Wucht der Ereignisse förmlich vom Feld geschleudert. Warum wird hier nicht, die es die Reflexivform in der Regel nahelegt (sich! begeben), die Interpretation von "Absicht" zugrundegelegt, die doch etwa beim Handspiel eine so zentrale wie (dort freilich) absurde Rolle spielt? Und was wäre gewesen, wenn anstelle des eigenen Torwarts ein Holländer Sg. Pannini ins Toraus befördert hätte??? Man sieht: Im Gegensatz zum Handspiel ist hier eine intentionssensible Regelauslegung unabdingbar, wenn nicht künftighin die angreifende Mannschaft zum Wegrempeln des Abseitshindernisses ermuntert werden soll.

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10. Juni 2008 00:13

eindeutig

Johannes Schmidt (jpunktschmidt)

kann Herrn Vievers nur zustimmen: Der Wortlaut der Fifa-Regelung deutet eindeutig darauf hin, dass sich die Regelung nur auf den Fall bezieht, bei dem ein Verteidiger eine misslungene Abseitsfalle dadurch rettet, dass er schnell das Spielfeld über die Torauslinie verlässt und so die Abseitsstellung des Angreifers wieder herstellt. In dem besagten Fall lag der italienische Spieler aber spielunfähig hinter der Torauslinie und wollte ganz offensichtlich niemanden Abseits stellen. Insofern war es eine Fehlentscheidung und weder eine wortwörtlich noch sinngemäß richtige Auslegung der Fifa-Regelung.

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09. Juni 2008 23:18

Für's Phrasenschwein

Martin Simon (Betzebube)

Da bleibt doch nur noch die alte Fußballerweisheit: Abseits ist, wenn der Schiri pfeift. ;)

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09. Juni 2008 23:13

Abseits!

Josef Vievers (fazvs)

"Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie, um einen Gegner abseits zu stellen, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen und verwarnt den verteidigenden Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung, weil er das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters absichtlich verlassen hat.“ Aus meine Sicht Abseits weil: 1. Der Verteidiger hat sich nicht absichtlich hinter die eigene Torlinie begeben, er wurde aus dem Spielfeld gestoßen. 2. Es war nicht Absicht des Verteidigers, den Gegner durch Verlassen des Spielfeldes abseits zu stellen.

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09. Juni 2008 22:03

abseits

bernhard riedl (logen)

Fragt sich nur, welchen Holländer Panucci abseits stellen wollte.

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