31. März 2005 In ihrem Krankenzimmer im Woodside-Hospiz in Florida war Theresa Marie Schiavo, geborene Schindler, bis zu ihrem Tod von Stofftieren umgeben. Terri war äußerst tierlieb und hatte eigentlich Tierärztin werden wollen. Aber dann kam Michael Schiavo, und alles wurde anders.
Es war Liebe auf den ersten Blick - auf beiden Seiten, erzählt Teris Jugendfreundin Sue Pickwell. Auch Michaels müde Augen leuchten, wenn er über jene Tage spricht. Sie war unbeschreiblich liebenswert, sie hatte etwas, was sie unwiderstehlich machte, schilderte er unlängst in einem CNN-Interview. Ich sah sie und wußte, das ist die Frau für mich.
Schüchtern und übergewichtig
Freunde sagen: Terri war meistens zurückhaltend. Sie liebte es zu lachen, war offen und voller Humor, wenn sie mit jemanden warm wurde, doch dauerte das oft eine Weile. Generell haßte Terri es, im Mittelpunkt zu stehen. Doch genau das war in den vergangenen Wochen geschehen: Ein erbitterter Streit um Leben und Tod hatte die 41jährige Koma-Patientin weltweit ins Rampenlicht gezerrt. Aber wie der Mensch Terri war, das rückte während der Auseinandersetzung in den Hintergrund.
Terri wuchs als älteste von drei Geschwistern in Pennsylvania auf, wohlbehütet von ihren Eltern Bob und Mary Schindler. Sie ging mit Freundinnen ins Kino, futterte Chips und Hamburger und sah sich Seifenopern im Fernsehen an - bevorzugt Liebesgeschichten, bei denen am Ende alles gut war. Allerdings standen die Jungen nicht gerade Schlange, denn Terri war nicht nur schüchtern, sondern auch stark übergewichtig. Mit 16 begann sie eine Diät und verlor fast 40 Pfund.
Bulimie: Ursache für den Gehirnschaden?
1982 traf sie Michael. Er war der erste Mann in ihrem Leben, der sie küsste. Nach dem zweiten Date vertraute sie ihrer Freundin an, sie wolle Michael heiraten. Sie war 20, als sie im November 1984 in einem Spitzenkleid und einem Hut mit Tüll auf den Altar zuschritt. Das Paar zog später nach Florida. Sie arbeitete bei einer Versicherungsfirma, er war als Restaurantmanager tätig. Derweil verlor Terri zusehends an Gewicht, obwohl sie oft Riesenportionen verzehrte.
Heute sind die Ärzte überzeugt, daß sie an Bulimie litt, was zu einer Stoffwechselstörung und damit zu ihrem Gehirnschaden führte.
Es war am frühen Morgen des 25. Februar 1990, als Michael Schiavo durch ein Geräusch geweckt wurde. Er fand seine mittlerweile fast untergewichtige Frau bewußtlos auf dem Flurfußboden. Sie hatte einen Herzstillstand erlitten und fiel ins Wachkoma. Bis zu ihrem Tod saß Michael jeden Tag stundenlang an Terris Bett. Ein Happyend gab es nicht.
Text: dpa
Bildmaterial: AP